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BVE-Konjunkturreport: Ernährungsindustrie meldet Umsatzverlust

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Autor: Birgit Mirwald

Entwicklung Umsatz
Quelle: Bundesverband der Deutschen Ernährungsindustrie e.V.
Entwicklung Umsatz
18.03.2024 I Die deutsche Ernährungsindustrie musste dem Konjunkturreport der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) zufolge im Dezember 2023 einen deutlichen preisbereinigten Rückgang von 5,2 Prozent beim Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat hinnehmen. Während im Inland der Absatz bei minus 4,9 lag, sank dieser beim Auslandsgeschäft mit minus 5,9 Prozent zum Vorjahresmonat noch deutlicher.

In nominalen Zahlen ausgedrückt betrug der Umsatz der Lebensmittelhersteller insgesamt 18,6 Milliarden Euro. Bei den Herstellern sank damit das Vorjahresergebnis auch nominal um 4,1 Prozent. Auf dem Inlandsmarkt erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von 12,5 Milliarden Euro, was ein Minus beim Vorjahresergebnis von nominal 3,1 Prozent bedeutet. Das nominale Umsatzergebnis des Auslandsgeschäftes betrug 6,1 Milliarden Euro und sank damit nominal um 6,3 Prozent. Die Ausfuhrpreise sanken dabei um minus 0,4 Prozent, während die Erzeugerpreise im Inland um 1,9 Prozent zum Vorjahresmonat stiegen. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex sank dabei zum Vorjahresmonat um 3,8 Prozent.
Rohstoffmärkte

Sowohl die Agrarrohstoffkosten als auch die Energiekosten sind zwei der größten Kostenfaktoren für die Lebensmittelproduktion. Gestiegene Preise wirken sich entlang der Wertschöpfungskette aus und haben mit Zeitverzug direkte Auswirkungen auf die Verkaufspreise der Ernährungsindustrie.

Agrarrohstoffe

Die Preisentwicklung an den globalen und regionalen Agrarrohstoffmärkten folgt den Angebots- und Nachfrageschwankungen. Der FAO Food Price Index für Weltmarktpreise wichtiger Nahrungsmittel sowie die nationalen Verkaufspreise landwirtschaftlicher Produkte sind daher bedeutende Indikatoren für die Preisentwicklungen.

Im Dezember stiegen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im Vergleich zum Vormonat um 1,2 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahresmonat sanken die Preise – auch aufgrund des Basiseffektes – um 9,9 Prozent, während diese im Vergleich zum „Vorkrisenniveau” im Dezember 2019 noch immer mehr als 30 Prozent höher liegen. Vor ca. einem Jahr erreichten die Preise hier ihren Hochpunkt. Die Preise von Produkten pflanzlicher Erzeugung stiegen dabei im Dezember verglichen mit dem Vormonat um 1,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stehen diese nun bei minus 6,6 Prozent. Besonders stark sanken dabei die Preise für Getreide mit minus 31,3 Prozent sowie für Futterweizen mit minus 33,3 Prozent zum Vorjahresmonat. Produkte tierischer Erzeugung verbuchten im Dezember einen Anstieg um 1,0 Prozent zum Vormonat und stehen zum Vorjahresmonat bei einem Minus von 12,1 Prozent. Der Preis von Eiern liegt mit plus 22,6 Prozent deutlich über dem Preisniveau des Vorjahres.

Mit 117,3 Punkten sank der FAO Food Price Index im Februar um 0,7 Prozent zum Vormonat und steht nun 10,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Während der Teilindex für Getreide mit minus 5,0 Prozent und der Teilindex für Pflanzenöle mit minus 1,3 Prozent nachgaben, stieg der Teilindex für Zucker mit 3,2 Prozent zum Vormonat, der Teilindex für Fleisch mit 1,8 Prozent sowie der Teilindex Molkerei mit plus 1,1 Prozent an.

Energierohstoffe

Laut Statistischem Bundesamt sanken bei den Erzeugerpreisen gewerblicher Produkte im Februar die Preise für Erdgas (verflüssigt oder gasförmig) zum Vormonat um 3,2 Prozent, für Erdöl um 8,1 Prozent und für Braunkohle um 3,2 Prozent. Während die Preise zum Vorjahr zum Zeitpunkt der “Energiekrise” deutlich nachgaben, steht der Preis für Erdgas noch immer mehr als 206 Prozent über dem Niveau vom Januar 2021. Der Preis für Erdöl liegt gut 63 Prozent und für Braunkohle gut 46 Prozent über dem Vorkrisenniveau vom Januar 2021. Der Erzeugerpreis für elektrischen Strom ist gut 71 Prozent gestiegen gegenüber dem Niveau von 2021.
Ausblick: Geschäftsklima

Der monatlich erscheinende ifo-Geschäftsklimaindex ist ein Indikator für die Stimmung und Erwartungen der Ernährungsindustrie. Die Sorgen vor einem konjunkturellen Rückgang belasten die Stimmung auch weiterhin in der Ernährungsindustrie. Die neuesten Daten zum ifo-Geschäftsklimaindex zeigten für den Februar einen leichten Rückgang. Der Saldo des Geschäftsklimas verzeichnete einen Rückgang von 0,3 Punkten und steht mit 96,8 Punkten nur noch leicht unter der neutralen Marke von 100. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage verschlechterte sich dabei sich dabei deutlich und steht nun bei 94 Punkten. Die Geschäftserwartung (für die nächsten 6 Monate) konnte dagegen deutlich zugewinnen und steht nun bei 99,6 Punkten: Die Anzahl der Hersteller mit sinkenden Geschäftserwartungen übersteigt dabei die der Hersteller mit positiven Erwartungen nur noch leicht: 18,3 von 100 Befragten gehen von einer Verbesserung aus; 19,6 von einer Verschlechterung.
Konsumklima und Verbraucherpreise

Ernährungsindustrie: Leichter Zuwachs im März

Für die Stimmungslage bei den Verbrauchern ist das GfK Konsumklima ein wichtiger Indikator. Die Verbraucherstimmung hatte sich nach einer leichten Erholung auf immer noch tiefem Niveau im Sommer 2023 eingependelt, musste aber zuletzt wieder Einbußen hinnehmen. Der Konsumklimaindex sank im Februar 2024 im Vergleich zum Vormonat um 4,2 Punkte und steht nun bei minus 29,6 Zählern. Die GfK-Konsumforscher prognostizieren für März einen leichten Zuwachs ihres Barometers um 0,6 Punkte auf minus 29,0 Punkte.

Zum Vormonat stiegen im Januar 2024 die allgemeinen Verbraucherpreise um 0,2 Prozent, während die Preise für Nahrung und alkoholfreie Getränke um 0,9 Prozent stiegen. Im Vorjahresvergleich stiegen die Lebensmittelpreise (Nahrung & alkoholfreie Getränke) um 4,7 Prozent und die allgemeinen Verbraucherpreise um 2,9 Prozent.

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