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Luftschadstoffe: Deutschland erfüllt internationale Vorgaben

Die Emissionen von Luftschadstoffen in Deutschland nehmen weiter ab. Der konstante Rückgang ist auch dem Bundes-Immissionsschutzgesetz zu verdanken, das in diesem Jahr sein 50. Jubiläum feiert.

von | 24.04.24

Aus den aktuellen Berechnungen des Umweltbundesamtes (⁠UBA⁠) geht hervor, dass Deutschland die Zielvorgaben der EU und der Genfer Luftreinhaltekonvention erneut einhält.
Quelle: Pixabay I Foto-Rabe
Luftreinhalteprogramm Luftschadstoffe
24.04.24 Ι Die Emissionen der Luftschadstoffe in Deutschland nehmen weiter ab. Der konstante Rückgang ist auch dem Bundes-Immissionsschutzgesetz zu verdanken, das in diesem Jahr sein 50. Jubiläum feiert.

Deutschland hat seine Verpflichtungen zur Reduktion von Luftschadstoffemissionen auch 2022 erfüllt. Die Emissionen von Stickstoffoxiden (-2,4 Prozent), flüchtigen organischen Verbindungen ohne Methan (⁠NMVOC⁠) (-0,8 Prozent) und Ammoniak (-2,5 Prozent) sind 2022 gegenüber 2021, wie schon in den Vorjahren, weiter gesunken. Bei den Emissionen von Schwefeldioxid (+2,0 Prozent) und Feinstaub (+1,6 Prozent) war 2022 hingegen ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Das geht aus den aktuellen Berechnungen des Umweltbundesamtes (⁠UBA⁠) hervor, die jährlich an die Europäische Union berichtet werden. Damit hält Deutschland die Zielvorgaben der EU und der Genfer Luftreinhaltekonvention erneut ein. Der konstante Rückgang der Emissionen durch Luftschadstoffe in den vergangenen Jahrzehnten ist nicht zuletzt ein Verdienst des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, das vor 50 Jahren in Kraft getreten ist.

Emissionen von Luftschadstoffen müssen sinken

Die EU-Richtlinie über die Reduktion der nationalen Emissionen bestimmter Luftschadstoffe (⁠NEC-Richtlinie⁠) verpflichtet die Mitgliedstaaten, ihre nationalen Emissionen von Stickstoffoxiden, Schwefeldioxid, flüchtigen organischen Verbindungen ohne Methan, Ammoniak, und Feinstaub gegenüber dem Jahr 2005 zu reduzieren. Zwischen 2020 und 2022 konnte Deutschland diese Ziele für alle genannten Schadstoffe einhalten. Um die strengeren Vorgaben ab dem Jahr 2030 ebenfalls einhalten zu können, müssen die Emissionen der meisten Luftschadstoffe aber noch weiter sinken.

UBA-Präsident Dirk Messner: „Die aktuellen Daten des UBA zu den Luftschadstoffemissionen zeigen: Unsere Luft wird immer besser. Das ist eine gute Nachricht, denn saubere Luft ist essenziell für die menschliche Gesundheit und funktionierende Ökosysteme. Die internationalen und nationalen Bemühungen zur Luftreinhaltung der vergangenen Jahrzehnte sind eine Erfolgsgeschichte und haben die Lebensqualität von uns allen verbessert.“

Ein halbes Jahrhundert Immissionsschutzgesetz

50 Jahre nach dem Inkrafttreten des Bundes-Immissionsschutzgesetzes zeigt sich, dass die Emissionen von Luftschadstoffen deutlich gesunken sind. In den westdeutschen Ländern war bei den Schwefeldioxid- und den Gesamtstaubemissionen seit 1974 ein klarer Abwärtstrend zu erkennen. Bei den Stickstoffoxidemissionen hat dagegen erst Ende der 80er Jahre ein Abwärtstrend eingesetzt. Seit der Wiedervereinigung gilt das Bundes-Immissionsschutzgesetz auch in den fünf neuen Bundesländern. Dort ist erst seit dem Ende der 80er Jahre und besonders nach der Wiedervereinigung 1990 ein Abwärtstrend zu erkennen.

Luftschadstoffe im Detail

Stickstoffoxide

Emissionen an Stickstoffoxiden entstehen vor allem bei Verbrennungsprozessen, hauptsächlich aus Kraftwerken und im Verkehr. 2022 sanken die Emissionen von Stickstoffoxiden um etwa 23 Kilotonnen (kt) bzw. 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während bei der Stromerzeugung die Emissionen um 10,9 kt anstiegen, sanken die Emissionen im Verkehrssektor (-18,5 kt) und der Landwirtschaft (-4,5 kt). Weitere Minderungen gab es bei den Kleinfeuerungsanlagen (-4,21 kt), der Industrie (-3,81 kt) und dem ⁠verarbeitenden Gewerbe⁠ (-3,18 kt).

Schwefeldioxid

Schwefeldioxid Emissionen entstehen vor allem bei der Verbrennung von schwefelhaltigen Brennstoffen, wie Kohle, in Kraftwerken. 2022 stiegen die Emissionen um 5,1 kt bzw. 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Dies wurde vor allem durch die Emissionen bei der Stromerzeugung (+10 kt) verursacht, was durch Rückgänge in anderen Bereichen nicht ausgeglichen werden konnte.

Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC)

Die Emissionen von NMVOC entstehen vor allem bei der Verwendung von Lösemitteln. Der Straßenverkehr und das Güllemanagement in der Landwirtschaft sind weitere wichtige Quellen. Die Emissionen von NMVOC sanken 2022 gegenüber dem Vorjahr um 8,4 kt bzw. um 0,8 Prozent. Dies liegt vor allem am reduzierten Bedarf von Lösemitteln aufgrund von sinkender Produktionsleistung (-6,1 kt) und geringeren Mengen anfallender Wirtschaftsdünger (-3,4 kt) aufgrund rückläufiger Tierbestände.

Ammoniak

Der Großteil der Ammoniak Emissionen entsteht bei der Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdünger in der Landwirtschaft. Die Emissionen sanken 2022 um 13,3 kt bzw. 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund abnehmender Tierbestände, vor allem in der Schweinemast, gingen die Emissionen in diesem Bereich 2022 am stärksten zurück.

Feinstaub

Feinstaub der Fraktion PM2,5 (Masse von Partikel kleiner als 2,5 Mikrometer) entsteht vor allem bei Verbrennungsprozessen im Verkehrs- und Haushaltsbereich (Biomasseheizungen und -öfen) sowie in der Industrie. 2022 stiegen die Emissionen gegenüber dem Vorjahr um 1 kt bzw. 1,6 Prozent an. Besonders die Anstiege der Emissionen aus Pyrotechnik und Brauchtumsfeuern sind durch eine Rückkehr zur Situation vor den Pandemiebeschränkungen geprägt.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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