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Ressourcenbericht 2022: Konsum muss weiter sinken

Laut aktuellem Ressourcenbericht des Umweltbundesamts ist der Ressourcenkonsum in Deutschland leicht gesunken. Allerdings bleibt er auf einem hohen Niveau von 1,3 Milliarden Tonnen Rohstoffe jährlich, womit er rund 30 % über dem globalen Durchschnitt liegt. Jeder Bundesbürger trägt statistisch einen „ökologischen Rucksack“ von 16 Tonnen pro Kopf.

von | 09.12.22

Der deutsche Rohstoffkonsum pro Kopf liegt etwa 13 % über dem EU-27-Durchschnitt. © Laura Ockel / Unsplash
9.12.2022 Ι Laut aktuellem Ressourcenbericht des Umweltbundesamts ist der Ressourcenkonsum in Deutschland leicht gesunken. Allerdings bleibt er auf einem hohen Niveau von 1,3 Milliarden Tonnen Rohstoffe jährlich, womit er rund 30 % über dem globalen Durchschnitt liegt. Jeder Bundesbürger trägt statistisch einen „ökologischen Rucksack“ von 16 Tonnen pro Kopf.

Deutschland profitiert vom globalen Handel: Obwohl es sowohl direkt als auch indirekt mehr Rohstoffe und Güter importiert als exportiert, zeigt seine monetäre Handelsbilanz einen deutlichen Überschuss.

Rohstoffe für Wirtschaft und Konsum

Die inländische Entnahme von Rohstoffen ist seit 1994 insgesamt rückläufig. Es zeigen sich zwei gegensätzliche Trends: ein langfristiger Rückgang um 35 % bei nicht-nachwachsenden Rohstoffen und eine Zunahme um 15 % bei nachwachsenden Rohstoffen.

Der Rohstoffeinsatz der Wirtschaft blieb in Deutschland zwischen 2010 und 2019 nahezu gleich und stabilisierte sich mit 2.536 Mio. Tonnen im Jahr 2019 auf hohem Niveau. Die ⁠Gesamtrohstoffproduktivität⁠ stieg bis 2018 um 12 % (Berechnungen Destatis: 8 %) an.

Deutschlands Rohstoffkonsum betrug im Jahr 2019 1.328 Mio. Tonnen oder 16,0 Tonnen pro Kopf. Die privaten Haushalte konsumierten Rohstoffe vor allem in den Bereichen Ernährung, Wohnen und Mobilität.

Die Gewinnung und Nutzung von Rohstoffen ist häufig mit negativen Umweltauswirkungen verbunden. In Deutschland sind 40 % der Treibhausgasemissionen auf die Entnahme und erste Verarbeitung von Rohstoffen zurückzuführen.

Internationale Lieferketten bedingen Nutzung von Rohstoffen

Es besteht eine Verbindung zwischen der Nutzung von Rohstoffen und anderen natürlichen Ressourcen. Durch internationale Lieferketten ist Deutschland auch für die Ressourceninanspruchnahme in anderen Teilen der Welt verantwortlich. Der deutsche Wasserfußabdruck betrug 2021 rund 201.318 Millionen Kubikmeter. Der deutsche Flächenfußabdruck betrug 28 Millionen Hektar (2018).

Zukünftig kann die Rohstoffnutzung mit einer ambitionierten Rohstoffpolitik wesentlich nachhaltiger gestaltet werden. Bis zum Jahr 2030 ist in Deutschland ein Rückgang des Rohstoffkonsums um mehr als ein Drittel gegenüber 2019 möglich. Bis 2060 könnte der Rohstoffkonsum durch einen Mix aus Technologiewandel und Lebensstiländerungen auf 5,7 Tonnen pro Kopf reduziert werden.

Der nächste ⁠UBA⁠-Ressourcenbericht für Deutschland erscheint im Jahr 2026.

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