Generic filters
FS Logoi

KI-basierte Sortiertechnologie: Kreisläufe für Kunststoffe

Steinert und RE Plano, eine Tochtergesellschaft der Remondis-Gruppe, haben sich erfolgreich zusammengetan, um eine hochmoderne Sortieranlage in Bochum zu errichten.

von | 15.09.23

Die einzigartige Sensorkombination von Farb- und Hyper Spectral Imaging-Nahinfrarot-Sensor ermöglicht neue Sortieranwendungen.
Foto: Remondis
Kunststoffe Sortieranlage
14.09.2023 Ι RE Plano, eine Tochtergesellschaft der Remondis-Gruppe, hat eine hochmoderne Sortieranlage in Bochum errichtet.

Mit den Sortieranlagen der Firma Steinert konnten sie so geschlossene Kreisläufe für Polyolefine schaffen, wie sie in der Industrie für PET bereits realisiert wurden. KI-basierte Sortiertechnologie ebnet dabei den Weg für neue Closed-Loop-Anwendungen besonders schwierig zu sortierender Kunststofffraktionen.

Kunststoffe: Geschlossene Kreisläufe schaffen

RE Plano hat das Ziel, den mit Polyethylenterephthalat (PET) erreichten Erfolg der Kreislaufwirtschaft auch für die Materialien Polyethylen (PE, HD-PE) und Polypropylen (PP) zu wiederholen. Um dieses Ziel zu erreichen und die Anlage wirtschaftlich betreiben zu können, müssen auch Kunststofffraktionen auf Reinheiten von über 97 % sortiert werden – in Kunststoffart und ¬ farbe. Weiße und naturfarbene Kunststoffe sowie ein- und mehrschichtige Verpackungen werden beispielsweise wegen ihrer schwierigen Unterscheidbarkeit oft vernachlässigt.

Dr. Harald Lehmann, Business Development & Niederlassungsleiter bei RE Plano Bochum, lobt die Zusammenarbeit: „Mit der Unterstützung von STEINERT haben wir eine Lösung gefunden, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht und die Grenzen des Möglichen in der Kunststoffsortierung verschiebt.“ Die Kooperation ist ein wichtiger Schritt in eine nachhaltige Zukunft, in der Ressourcen immer wieder neu genutzt werden.

Schwierige Kunststoffe sortieren

Die hohe Effizienz entsteht durch KI-basierte Sortiertechnologie und hochintegrierte Prozesse. So stammt ein Großteil der zu verarbeitenden Kunststoffe aus Remondis-eigenen Sortieranlagen für Leichtverpackungen. Sie gelangen konzernintern in die Aufbereitung. Letztendlich entstehen im so hochwertige Rezyklate (PCR). Die KI-basierte Technologie Intelligent Objec Identifier kombiniert Farb- und Nahinfrarotsensor (NIR) mit Hyper Spectral Imaging (HSI) Technologie.

Die Kombination ermöglicht nicht nur eine flexible Reaktion auf zukünftige Anforderungen, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten für bisher unlösbare Sortieraufgaben. Dazu gehören beispielsweise die Sortierung schwierig zu unterscheidender Kunststofffraktionen. Auch die Abtrennung von Silikonkartuschen ist mit der Technologie möglich – diese können eine PE-Kunststofffraktion bis zur Unbrauchbarkeit verunreinigen.

Richtung: Kunststoff-Kreislaufwirtschaft

„Nach nur sechs Monaten Bauzeit ist es uns gelungen, eine Sortieranlage zu realisieren, die durch eine hocheffiziente Sortierung eine Prozessverbesserung hin zu gleichmäßigeren, sortenreinen Kunststoffen ermöglicht“, betont Dr. Harald Lehmann.

Die Anlage kann rund 30.000 Tonnen Kunststoffe pro Jahr sortieren und ist damit ein wichtiger Schritt in Richtung einer Kunststoff-Kreislaufwirtschaft.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Edelstahl-Bremsscheiben reduzieren Feinstaubemissionen
Edelstahl-Bremsscheiben reduzieren Feinstaubemissionen

Ein Projektkonsortium mit Beteiligung des Fraunhofer IWU hat eine Bremsscheibe aus Edelstahl entwickelt, die den Abrieb deutlich reduzieren soll. Die Lösung erfüllt laut Projektteam die künftigen Anforderungen der Euro-7-Norm an Feinstaubemissionen von Bremsen.

mehr lesen
IFAT 2026 verzeichnet Rekordbeteiligung
IFAT 2026 verzeichnet Rekordbeteiligung

Die IFAT Munich 2026 hat mit rund 3.400 Ausstellern und etwa 142.000 Besuchenden neue Rekordwerte erreicht. Im Mittelpunkt der Weltleitmesse standen Wasserwirtschaft, Recycling und Circular Economy.

mehr lesen
Absorberanlagen zur PFAS-Entfernung im Trinkwasser
Absorberanlagen zur PFAS-Entfernung im Trinkwasser

Die Grünbeck AG stellt Filtersysteme zur Entfernung von PFAS in Trinkwasser vor. Die Anlagen sind für Wasserversorger, Kommunen und industrielle Anwendungen ausgelegt und sollen lang- sowie kurzkettige PFAS-Verbindungen aus belastetem Rohwasser entfernen.

mehr lesen
Ultrafeinstaub: Messungen zeigen Einfluss des Flughafens
Ultrafeinstaub: Messungen zeigen Einfluss des Flughafens

Das Forum Flughafen und Region (FFR) koordiniert eine Studie zum Ultrafeinstaub im Umfeld des Frankfurter Flughafens, die von einem Konsortium unter Federführung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) durchgeführt wird. Die Ergebnisse zeigen, dass der Flughafen vor allem sehr kleine Partikel beeinflusst.

mehr lesen
KI-System für Klärschlammentwässerung
KI-System für Klärschlammentwässerung

GEA hat ein digitales System zur automatisierten Steuerung von Dekanterzentrifugen für Kläranlagen vorgestellt. Die Technologie kombiniert Sensorik, Echtzeitdaten und autonome Regelung, um Polymerverbrauch, Entsorgungskosten und Betriebsaufwand zu reduzieren.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03