Generic filters
FS Logoi

Verbrennung von Holz: Sensor verringert Feinstaub-Emissionen

Um Emissionen bei der Verbrennung von Holz zu reduzieren, haben Forschende am Institut für Sensor- und Informationssysteme der Hochschule Karlsruhe (HKA) ein Sensor- und Verbrennungsluft-Regelungssystem für Holzfeueranlagen weiter optimiert und zum Patent angemeldet. Holz liegt im Trend Das Umweltbundesamt empfiehlt bisher die Abschaffung von Holzfeuerungen, denn bei der Verbrennung von Holz in Kaminöfen oder Scheitholzheizkesseln […]

von | 25.04.22

Quelle: Pixabay

Um Emissionen bei der Verbrennung von Holz zu reduzieren, haben Forschende am Institut für Sensor- und Informationssysteme der Hochschule Karlsruhe (HKA) ein Sensor- und Verbrennungsluft-Regelungssystem für Holzfeueranlagen weiter optimiert und zum Patent angemeldet.

Holz liegt im Trend

Das Umweltbundesamt empfiehlt bisher die Abschaffung von Holzfeuerungen, denn bei der Verbrennung von Holz in Kaminöfen oder Scheitholzheizkesseln entstehen enorm viel Feinstaub und phasenweise hohe Konzentrationen potenziell toxischer Abgaskomponenten. Diese Schadstoffe gefährden Mensch und Umwelt, auch wenn der Rohstoff Holz nach wie vor im Trend liegt: Das Natur-Heizmittel stammt aus heimischen Wäldern, ist gut verfügbar und verbrennt CO2-neutral – nicht zuletzt die aktuell steigenden Energiepreise machen den nachwachsenden Rohstoff attraktiv.

Kernelement des neuen Systems: Der CO/HC-Sensor

Eine Arbeitsgruppe am Institut für Sensor- und Informationssysteme (ISIS) der Hochschule Karlsruhe hat unter der Leitung von Prof. Dr. Heinz Kohler ein Sensor- und Verbrennungsluft-Regelungssystem entwickelt, das die Emissionen bei der Verbrennung von Holz deutlich reduziert.

Ein zentraler Bestandteil dieser Regelung ist ein CO/HC-Sensor. Dieser Sensor kann bei Einbindung in ein Verbrennungsluft-Regelungssystem die Emissionen von Feinstaub erheblich verringern. Die Kombination aus Sensorik und Algorithmus sowie die darauf aufbauende Einstellung der Primär- und Sekundärluftströme führt zu einer deutlichen Verminderung von Schadstoffen, also des Schadgas- und Feinstaubausstoßes. Der Sensor wurde bisher in verschiedenen Holzöfen bereits eingesetzt. Das Problem war jedoch eine relativ geringe Einsatzdauer, bevor der Sensor wieder ausgewechselt werden musste. Zudem war der CO/HC-Sensor in der Herstellung vergleichsweise teuer.

Patentiertes Verfahren ermöglicht längere Standzeit

Die Wissenschaftler:innen haben den Sensor in einem patentierten Verfahren so verbessert, dass der Sensor stabil im Abgas läuft und durch Anwendung einer neu entwickelten Methode zur Regeneration länger stabil bleibt. Damit kann der CO/HC-Sensor nun in allen Scheitholz-Verbrennungsprozessen zum Einsatz kommen und hat nach bisherigen Erkenntnissen voraussichtlich eine Standzeit von mehreren Heizperioden. Durch den Einsatz des CO/HC-Sensors in Kombination mit einer neuartigen, automatisierten Verbrennungsluftregelung, einem Abgaskatalysator und einem Partikelfilter konnten sehr geringe Abgas-Werte gemessen werden, die erheblich unter den aktuellen gesetzlichen Vorgaben liegen.

Die Feinstaub- und Schadgasverringerung aus Scheitholzöfen wurde sowohl im Labor als auch anhand von Feldtests über mehrere Monate untersucht. Die Erfindung wurde zum Patent angemeldet. Die Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH unterstützt die Wissenschaftler und die Hochschule Karlsruhe bei der Patentierung und Vermarktung der aktuellen Entwicklung und des gesamten Steuer- und Regelungssystems für Scheitholzfeuerungen.

Weitere Informationen hier.

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Quelle: Pixabay

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Elektrifizierte Zementproduktion ermöglicht CO₂-Abscheidung
Elektrifizierte Zementproduktion ermöglicht CO₂-Abscheidung

Forschende der ETH Zürich haben untersucht, wie sich die Zementproduktion mit Direct Air Capture auf Basis von Kalzium-Looping verbinden lässt. Ihren Berechnungen zufolge könnten Elektrifizierung und direkte CO₂-Abscheidung die Klimawirkung der Zementproduktion bis 2050 um 78 Prozent senken. Durch zusätzliche Aufnahme von CO₂ aus der Umgebungsluft könnte der Gesamtprozess sogar eine negative CO₂-Bilanz erreichen.

mehr lesen
Beschichtungslinie ergänzt Produktion von Batterieseparatoren
Beschichtungslinie ergänzt Produktion von Batterieseparatoren

Asahi Kasei hat an seinem Standort in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina eine Beschichtungslinie für Hipore-Nassprozess-Batterieseparatoren eröffnet. Damit schafft das Unternehmen erstmals regionale Beschichtungs- und Lieferkapazitäten für diese Separatortechnologie in Nordamerika.

mehr lesen
Entwässerungssystem für Kunstrasenplätze
Entwässerungssystem für Kunstrasenplätze

Im EU-Forschungsprojekt LIFE T4C (Turf4Circular) werden Lösungen für ein nachhaltiges Regenwassermanagement auf Kunstrasenplätzen entwickelt und unter Praxisbedingungen erprobt. Hauraton bringt dafür ein Entwässerungs- und Filtersystem mit digitaler Zustandsüberwachung in zwei Demonstrationsanlagen in Spanien ein.

mehr lesen
KI unterstützt Sortierung und Bewertung von Kunststoffabfällen
KI unterstützt Sortierung und Bewertung von Kunststoffabfällen

Im Projekt K3I-Cycling entwickelt das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF gemeinsam mit 16 Partnern KI-gestützte Methoden für die Sortierung und Verwertung von Post-Consumer-Kunststoffen. Das Institut untersucht unter anderem, wie sich Rezyklate anhand ihres Alterungszustands und ihrer Verunreinigungen bewerten, klassifizieren und gezielt nachstabilisieren lassen.

mehr lesen
Powtech 26: Schüttguthandling mit vereinfachter Reinigung und Wartung
Powtech 26: Schüttguthandling mit vereinfachter Reinigung und Wartung

Coperion stellt auf der Powtech Technopharm 2026 mehrere Lösungen für das Schüttguthandling vor. Im Mittelpunkt stehen ein automatisierter Auszug für Zellenradschleusen und eine Verteilerweiche für die gravimetrische Verteilung von Schüttgütern. Ergänzt werden sie durch einen Doppelschneckendosierer mit kontaktlos arbeitender Fließhilfe.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03