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Studie: Viren reisen auf Mikroplastik

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Autor: Isabell Hochstrat

©AdobeStock

Ein Forschungsprojekt an der schottischen Univerität Stirling ergab, dass sich Viren an Mikroplastik anlagern können. Dadurch können sie mindestens drei Tage im Wasser überleben.

Erste Studie zu Viren in der Umwelt

Das Projekt, das mit 1,85 Mio. £ vom Natural Environment Research Council finanziert wurde, befasste sich mit dem Transport von Bakterien und Viren durch Kunststoffe. Während frühere Forschungen in sterilen Umgebungen durchgeführt wurden, sei dies laut Prof. Richard Quilliam, dem leitenden Forscher des Projekts, die erste Untersuchung darüber, wie sich Viren in der Umwelt verhalten. Die Studie wurde in der Zeitschrift Environmental Pollution veröffentlicht. Die Forschenden konnten zeigen, dass Mikroplastik die Übertragung von Krankheitserregern in der Umwelt ermöglicht.

Behüllte und unbehüllte Virengruppen

Die Forschenden testeten dreit Tage lang zwei Arten von Viren – solche mit einer Hülle, einer Art Lipidmantel, wie das Grippevirus, und solche ohne – Darmviren wie das Rotavirus und das Norovirus. Sie stellten fest, dass sich bei den behüllten Viren die Hülle schnell auflöste und das Virus starb, während die Viren ohne Hülle erfolgreich an das Mikroplastik gebunden wurden und überlebten. Viren können sich laut Quilliam auch an natürliche Oberflächen in der Umwelt binden, jedoch hält die Verschmutzung durch Plastik hält viel länger an als diese Materialien. Zwar ist die Auswirkung von Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit noch ungewiss, aber wenn diese Mikroplastikteilchen von menschlichen Krankheitserregern besiedelt werden, könnte den Forschenden  zufolge durchaus ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen.

Per Anhalter zum Strand

“Wir waren uns nicht sicher, wie gut Viren überleben können, wenn sie auf Plastik in der Umwelt ‘trampen’, aber sie überleben”, so Quilliam. “Da sie in der Umwelt drei Tage lang infektiös sind, ist das lange genug, um von der Kläranlage bis zum öffentlichen Strand zu gelangen”, so Quilliam.

Studien in internationalen Kläranlagen zeigen, dass zwischen 65 – 99 % der Mikroplastikpartikel zurückgehalten werden, wobei die überwiegende Zahl der Untersuchungen einen Rückhalt von > 95 % festgestellt hat. Grundsätzlich ist hierbei die Ausstattung der Kläranlage entscheidend für die Rückhaltquote: Das erste Absetzbecken wurde innerhalb dieser Studien als wichtigste Stufe zur Entfernung von Mikropartikeln identifiziert. Um in Kläranlagen einen weitergehenden Rückhalt von Mikroplastikpartikeln zu erzielen, können Filtrationsverfahren wie Tuchfiltration, Mikrosiebung, Sandfilter und Membrananlagen eingesetzt werden.

Mikroplastik, das in Kläranlagen gelangt, ist grundätzlich höheren Konzentrationen pathogener Bakterien ausgesetzt und wird schneller von mikrobiellen Biofilmen besiedelt. Es wird angenommen, dass solche “Plastisphären”-Gemeinschaften länger bestehen bleiben und sich weiter in der Umwelt ausbreiten und als Vektor für menschliche Krankheitserreger fungieren können.

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