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Pollenflug: Präziseres Vorhersagemodell für Allergiker

Pollen gehören zu den häufigsten Auslösern von Allergien. Eine neue Pollenflugvorhersage haben die nationalen Wetterdienste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt. Auf diese Weise können Allergiker bereits sechs Tage im Voraus zu erwartende Pollenkonzentrationen verfolgen und entsprechend vorsorgen. Räumlich hoch aufgelöste Pollenflugvorhersagen Unter den allergologisch […]

von | 07.04.22

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Pollen gehören zu den häufigsten Auslösern von Allergien. Eine neue Pollenflugvorhersage haben die nationalen Wetterdienste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt. Auf diese Weise können Allergiker bereits sechs Tage im Voraus zu erwartende Pollenkonzentrationen verfolgen und entsprechend vorsorgen.

Räumlich hoch aufgelöste Pollenflugvorhersagen

Unter den allergologisch bedeutsamen Pflanzen sind in Deutschland vor allem Pollen von Frühblühern, Gräsern und Kräutern. Bereits geringe Konzentrationen können unterschiedlich starke allergische Reaktionen hervorrufen. „Eine gezielte Medikation kann helfen, allergische Beschwerden zu begrenzen. Dazu sind Informationen über den zu erwartenden Pollenflug essenziell – möglichst hochaufgelöst in Raum und Zeit“, erläutert Christina Endler vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Um die Information über die zu erwartenden Belastungen zu verbessern, erweitert der Deutsche Wetterdienst seine Pollenflugvorhersage um eine numerische Vorhersage auf Basis von ICON-ART, einem Ausbreitungsmodell für feste und flüssige Luftbeimengungen und Gase. In einer räumlichen Auflösung von 6,5 km x 6,5 km stehen Prognosen der Pollenkonzentration für die nächsten sechs Tage in Form von Tagesmittelwerten derzeit für vier Pollenarten zur Verfügung: Erle, Birke, Gräser und Ambrosia. Auch Ferntransport von Pollen über mehrere hundert Kilometer, der bei Birke und Ambrosia eine große Rolle in Deutschland spielen kann, wird mit ICON-ART berücksichtigt. So können bei einer Nord- oder Nordost-Strömung im späten Frühjahr oder Frühsommer Birkenpollen aus Skandinavien in den Norden Deutschlands transportiert werden. Das führt zu einem nochmaligen Anstieg der Pollenkonzentrationen, obwohl die Blüte in Deutschland bereits abklingt oder sogar abgeschlossen ist. In Hinblick auf Ambrosia können bei entsprechender Wetterlage Pollen z. B. aus Ungarn, Serbien, Frankreich (Rhône-Tal) oder Italien (Poebene), die große Ambrosia-Bestände aufweisen, die Belastung in Deutschland erhöhen.

Erweiterung der Pollenflugvorhersage mit Icon-Art

Basis der neuen Pollenflugvorhersage ist das am KIT entwickelte Ausbreitungsmodell ART (Aerosols and Reactive Trace gases), welches an Icon – das derzeit operationelle Wettervorhersagemodell des Deutschen Wetterdienstes – gekoppelt ist. Bei der Modellierung der Pollen mit Icon-Art wird zunächst die Blühbereitschaft der Pflanzen für jeden Modellgitterpunkt berechnet. Sind die Pflanzen blühbereit, können unter günstigen Wetterbedingungen Pollen freigesetzt werden – beispielsweise bei hohen Temperaturen, trockenem und leicht windigem Wetter.

Mit dem präziserem Vorhersagemodell könnten allergiegeplagte Menschen bereits sechs Tage im Voraus verfolgen, ob und wann beispielsweise höhere Konzentrationen von Birkenpollen an ihrem Wohnort zu erwarten sind und entsprechende Vorkehrungen treffen, so Christina Endler zu den Vorteilen des neuen Vorhersagemodells.

Die Icon-Art-Pollenprognosen für Deutschland können auf der Website des DWD abgerufen werden. Weitere Informationen zu Icon-Art (Simulationen, Trainigskurse) finden Sie hier.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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