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Mikroplastik in Lebensmitteln: Verbundpartner entwickeln Nachweisverfahren und Präventionsmaßnahmen

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Autor: Hildegard Lyko

Mikroplastik in Lebensmitteln: Verbundpartner entwickeln Nachweisverfahren und Präventionsmaßnahmen
Im Projekt MicroplasticATfood werden Nachweismethoden für Mikroplastik für unterschiedliche Produktgruppen wie z.B. Zucker und Mehl optimiert.

Anfang Juli startete das deutsch-österreichische Cornet-Verbundprojekts “MicroplasticATfood”, in dem High-Tech-Verfahren zum Nachweis von Mikroplastik in Lebensmitteln und geeignete Maßnahmen zur Prävention entwickelt werden sollen. Das Projekt wird gemeinsam von der Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung e.V. in Deutschland und von ecoplus, der Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, koordiniert. Es ist Teil der Initiative Cornet (Collective Research Networking), die internationale Forschungsprojekte zugungsten kleiner und mittelständischer Unternehmen fördert.

In dem Projekt kooperiert die Universität Bayreuth mit zwei weiteren Forschungspartnern, dem Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden und dem Österreichischen Forschungsinstitut für Chemie und Technik in Wien. Darüber hinaus nehmen 55 Unternehmen der Verpackungs-, Lebensmittel- und Getränkeindustrie an dem Vorhaben teil. Gemeinsam wollen die Projektpartner zum Schutz der Verbraucher*innen Vorschläge und Maßnahmen zur Vermeidung von Mikroplastik in Lebensmitteln erarbeiten.

Analyseverfahren für verschiedene Lebensmittelgruppen

In enger Abstimmung mit ihren Partnern in Dresden und Wien entwickelt die Universität Bayreuth, unter Leitung des Lehrstuhls Tierökologie I, analytische Nachweisverfahren für Mikroplastik in Lebensmitteln. „Unsere Analyseverfahren werden wir für unterschiedliche Lebensmittelgruppen optimieren und weiterentwickeln. So werden wir unseren Industriepartnern verlässliche Daten zum etwaigen Grad der Mikroplastikbelastung ihrer Produkte und zu deren Quellen, beispielsweise den jeweiligen Produktions- und Verpackungsprozessen, liefern können. Mit diesen Ergebnissen wollen wir gemeinsam mit den Unternehmen Lösungs- und Optimierungsstrategien entwickeln, die letztlich den Verbraucher*innen zugutekommen“, sagt Dr. Martin Löder, der zusammen mit Prof. Dr. Christian Laforsch die Forschungsarbeiten im Projekt „MicroplasticATfood“ an der Universität Bayreuth leitet. Hier ist das Projekt eingebettet in das interdisziplinäre Profilfeld „Lebensmittel- und Gesundheitswissenschaften“.

„Mikroplastik ist heute in allen Bereichen des täglichen Lebens präsent. Das neue Verbundprojekt richtet den Fokus nun auf die zentralen Aspekte der Herstellung und Verpackung von Lebensmitteln. Von entscheidender Bedeutung ist dabei die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie. Alle Beteiligten verbindet das gemeinsame Interesse, mögliche Risiken, die aus einer Belastung von Lebensmitteln mit Mikroplastik resultieren können, zu vermeiden. Je genauer wir wissen, auf welchen Wegen und in welchem Umfang Mikroplastik in Lebensmittel gelangen kann, desto wirksamere Maßnahmen zur Prävention können wir zusammen mit den beteiligten Unternehmen entwickeln“, sagt Prof. Dr. Christian Laforsch, Leiter des Lehrstuhls Tierökologie I und Sprecher des SFB „Mikroplastik“ an der Universität Bayreuth.

Im ersten Projektschritt werden die Projektpartner die Nachweismethoden für Mikroplastik für die unterschiedlichen Produktgruppen optimieren. Danach sollen zunächst Abfüllanlagen für Getränke und Lebensmittelverpackungen aus Kunststoffen daraufhin untersucht werden, inwieweit sie zum Eintrag von Mikroplastik in Lebensmittel beitragen können. Im weiteren Verlauf des Projekts stehen Getränke, in Wasser lösliche Lebensmittel wie Salz und Zucker und die Oberflächen von festen Lebensmitteln, zum Beispiel von Fleisch, Wurst, Fisch, Käse oder Tofu, im Fokus. Hier wollen die Projektpartner herausfinden, ob Mikroplastik-Partikel während der Verarbeitung, durch Schütt- und Abfüllanlagen oder über die Verpackungen in diese alltäglichen Nahrungsmittel gelangen.

Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Dr. Martin Löder
Tierökologie I
Leiter Plastikarbeitsgruppe
Universität Bayreuth
Telefon: +49 (0)921 55-2209
E-Mail: martin.loeder@uni-bayreuth.de

Prof. Dr. Christian Laforsch
Tierökologie I
Sprecher des SFB “Mikroplastik”
Universität Bayreuth
Telefon: +49 (0)921 55-2651
E-Mail: christian.laforsch@uni-bayreuth.de

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