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Luftverschmutzung: Ohne fossile Brennstoffe gäbe es viel weniger Todesfälle

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Autor: Hildegard Lyko

Smog in Neu-Delhi, Indien
saurav005 /Adobe Stock
07.12.2023 Eine neu veröffentlichte Studie ordnet die durch Luftverschmutzungen verursachte Sterblichkeitsrate einzelnen Emissionsquellen zu. Durch Abkehr von fossilen Brennstoffen könnten demnach über 5 MillionenTodesfälle verhindert werden.

Luftverschmutzung ist nach wie vor eine der größten Gefahren für die öffentliche Gesundheit: Welchen Anteil bestimmte Emissionsquellen an den durch Luftschadstoffe hervorgerufenen vorzeitigen Todesfällen haben, wurde bislang nicht untersucht. Dies holten Forschende vom Max-Planck-Institut für Chemie und der London School of Hygiene & Tropical Medicine nun nach.

Fossile Brennstoffe sorgen für über 5 Millionen Todesfälle

Die Studie bewertet die Folgen, die der Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe auf die Luftverschmutzung und somit auf die krankheitsspezifische Sterblichkeit und die Gesamtsterblichkeit hätte.

„Wir schätzen, dass weltweit etwa 5,1 Millionen zuschreibbarer Todesfälle pro Jahr auf Luftverschmutzung durch die Nutzung fossiler Brennstoffe zurückzuführen sind. Diese könnten durch den Umstieg auf saubere, erneuerbare Energiequellen vermieden werden”, erklärt der Atmosphärenchemiker Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie.

Wie der Beitrag von fossilen Brennstoffen ermittelt wurde

Die Ergebnisse basieren auf Daten der Global Burden of Disease Studie von 2019. Sie nutzte satellitengestützte Feinstaub- und Bevölkerungsdaten und relative Risikomodellierungen, die das Verhältnis zwischen Schadstoffexposition und gesundheitlicher Wirkung abbilden. Darüber lässt sich die krankheitsspezifische Sterberate und die Gesamtsterblichkeit, die auf eine Langzeitbelastung mit Feinstaub (PM2,5) und Ozon (O3) zurückzuführen sind, den Emissionsquellen zuordnen.

Die Grafik zeigt die der Luftverschmutzung zuzuschreibende Sterblichkeit je 100.000 Einwohner von <10 (hell) bis… [mehr]
© Jos Lelieveld, Andy Haines, Richard Burnett, Cathryn Tonne, Klaus Klingmüller, Thomas Münzel, Andrea Pozzer: Fossil fuel-attributable air pollution deaths.

Basis für die Berechnung von gasförmigen und partikelförmigen Luftschadstoffen ist ein datengestütztes globales Atmosphärenmodell. Indem die Forschenden die unterschiedlichen Quellen der Luftverschmutzung per Computersimulation nacheinander ausschalteten, ermittelten sie emissionsspezifisch die anteiligen Änderungen der PM2,5-Werte.
„Wir haben für vier verschiedene Szenarien bestimmt, um wie viel sich durch fossile Brennstoffe verursachte Emissionen vermindern würden”, erklärt Andrea Pozzer, Gruppenleiter am Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie. Im ersten Szenario werden die Quellen schrittweise ausgeschaltet. Das zweite und dritte Szenario gehen jeweils von einer 25- bzw. 50-prozentigen Reduzierung aus. Laut dem vierten Szenario schließlich gibt es keinerlei anthropogene, sondern nur natürliche Emissionen wie zum Beispiel Wüstenstaub und Ruß aus natürlichen Waldbränden.

zur Originalpublikation

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