Generic filters
FS Logoi

CO2-Emissionen: Wirbelstürme erhöhen gesellschaftliche Kosten

30.11.2023 Ι Extremwetterereignisse wie tropische Wirbelstürme verursachen nicht nur direkte Schäden, sondern haben auch langfristige Auswirkungen für die betroffenen Gesellschaften hinsichtlich CO2-Emissionen. Dies zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie, die ein Forschungsteam des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) veröffentlicht hat. Berücksichtigt man die langfristigen Folgen dieser Stürme, erhöhen sich die derzeitigen Abschätzungen der globalen gesellschaftlichen Kosten von […]

von | 30.11.23

Foto: AdobeStock/ lukjonis
CO2-Emissionen: Tropische Wirbelstürme
30.11.2023 Ι Extremwetterereignisse wie tropische Wirbelstürme verursachen nicht nur direkte Schäden, sondern haben auch langfristige Auswirkungen für die betroffenen Gesellschaften hinsichtlich CO2-Emissionen. Dies zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie, die ein Forschungsteam des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) veröffentlicht hat.

Berücksichtigt man die langfristigen Folgen dieser Stürme, erhöhen sich die derzeitigen Abschätzungen der globalen gesellschaftlichen Kosten von CO2-Emissionen um mehr als 20 Prozent. Dieser Anstieg ist vor allem auf die absehbaren höheren Schäden durch tropische Wirbelstürme in den großen Volkswirtschaften Indiens, der USA, Chinas, Taiwans und Japans im Zuge der globalen Erwärmung zurückzuführen, wie die Forschenden in Ihrer Veröffentlichung im Fachjournal Nature Communications konstatieren.

„Unsere Analyse zeigt, dass schwere tropische Wirbelstürme die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes für mehr als ein Jahrzehnt ausbremsen können. Mit der globalen Erwärmung wird sich der Anteil der schwersten tropischen Wirbelstürme erhöhen. Dadurch wird es wahrscheinlicher, dass sich betroffene Volkswirtschaften zwischen aufeinanderfolgenden Stürmen nicht mehr vollständig erholen können“, erklärt Autor Hazem Krichene vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Diese langfristigen Folgen können die wirtschaftliche Entwicklung betroffener Staaten stärker hemmen als die direkten wirtschaftlichen Schäden durch diese Stürme.

Gesellschaftliche Kosten von CO2-Emissionen

Die so genannten gesellschaftlichen Kosten von CO2-Emissionen sind eine in US-Dollar ausgedrückte Abschätzung der Kosten, die einer Gesellschaft durch die Emission einer zusätzlichen Tonne CO2 in die Atmosphäre entstehen. Diese Kennzahl wird häufig für die Bewertung von Klimaschutzmaßnahmen verwendet. Denn sie ermöglicht einen Vergleich der gesellschaftlichen Folgekosten des Klimawandels mit den Kosten von Maßnahmen zu dessen Eindämmung.

„Die langfristigen Auswirkungen von Extremwetterereignissen werden allerdings bisher nicht bei der Berechnung der gesellschaftlichen Kosten von CO2-Emissionen berücksichtigt, so dass die derzeitigen Abschätzungen dieser Kosten der gesellschaftlichen Kosten von CO2-Emissionen nur einen Teil der tatsächlichen Kosten widerspiegeln. Das bedeutet, dass der Nutzen von Klimaschutzmaßnahmen stark unterschätzt wird, da die wahren Kosten wahrscheinlich weitaus höher sind“, sagt Autorin Franziska Piontek vom PIK.

Stärkere tropische Wirbelstürme, höhere Kosten

Für ihre Studie analysierten die Forschenden wirtschaftliche Schäden in 41 betroffenen Ländern, die 1981 bis 2015 von Wirbelstürmen betroffen waren. Anschließend projizierten sie diese für verschiedene zukünftige Wirtschaftsentwicklungs- und Erwärmungsszenarien. Im Gegensatz zu früheren Studien berücksichtigten sie dabei die negativen langfristigen Auswirkungen dieser Stürme auf die wirtschaftliche Entwicklung. Die Forschenden fanden heraus, dass die Wirbelstürme die gesellschaftlichen Kosten von CO2-Emissionen weltweit um mehr als 20 Prozent (von 173 US$ auf 212 US$ pro Tonne CO2) und in den untersuchten betroffenen Ländern jeweils um mehr als 40 Prozent erhöhen – verglichen mit den derzeit für politische Analysen verwendeten Schätzungen.

„Wenn es um Extremereignisse geht, liegt das Hauptaugenmerk oft auf den unmittelbaren wirtschaftlichen Schäden. Es ist jedoch ebenso wichtig, die Gesamtkosten dieser Ereignisse zu beziffern, um die Gesellschaft über die tatsächlichen Kosten des Klimawandels und die Klimafolgen, die durch ambitionierten Klimaschutz verhindert werden können, zu informieren“, erklärt Studienautor Christian Otto vom PIK abschließend.

Weitere Forschungsnews

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Rezyklate für Geotextilien
Rezyklate für Geotextilien

Im Projekt GREEN hat der Fraunhofer-Cluster of Excellence Circular Plastics Economy (CCPE) untersucht, wie sich Rezyklate zu Geotextilien verarbeiten lassen. Die Ergebnisse zeigen, dass recycelte Kunststoffe die Anforderungen industrieller Anwendungen erfüllen können.

mehr lesen
Powtech 26: Lösungen für das Pulverhandling
Powtech 26: Lösungen für das Pulverhandling

De Dietrich präsentiert auf der POWTECH TECHNOPHARM 2026 integrierte Systeme für die Fest-Flüssig-Trennung, Trocknung, Produktrückgewinnung und den geschlossenen Pulvertransfer. Das Unternehmen zeigt Lösungen für den gesamten Produktionsprozess – von Pilotversuchen bis zur industriellen Produktion.

mehr lesen
Separator für hochdichte Fermentationsbrühen
Separator für hochdichte Fermentationsbrühen

Alfa Laval erweitert sein Portfolio um den Separator Culturefuge 200 B. Das System ist für die kontinuierliche Separation hochdichter Fermentationsbrühen in biopharmazeutischen Prozessen ausgelegt und richtet sich insbesondere an Produktionsanlagen im mittleren Maßstab.

mehr lesen
EU-Projekt entwickelt Verfahren zur CO2-Nutzung
EU-Projekt entwickelt Verfahren zur CO2-Nutzung

Das EU-geförderte Forschungsprojekt REACT entwickelt unter Beteiligung der Empa ein elektrochemisches Verfahren, mit dem industrielle CO₂-Emissionen in Ethylen umgewandelt werden sollen. Ziel ist es, fossile Rohstoffe in der chemischen Industrie teilweise zu ersetzen und Kohlenstoffkreisläufe zu schließen.

mehr lesen
Workshop zu biobasierten Polymeren
Workshop zu biobasierten Polymeren

Der Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy (CCPE) veranstaltet am 15. September 2026 auf dem Dechema Forum in Frankfurt einen Workshop zu biobasierten Polymeren. Im Mittelpunkt stehen deren Potenziale für die Kreislaufwirtschaft sowie der Transfer in industrielle Anwendungen.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03