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PFAS-Summit: Umgang mit Unsicherheiten

Auf dem „PFAS Forward Action Summit“ des Schweizer Cleantech-Unternehmens Oxyle diskutierten Expertinnen und Experten den Umgang mit PFAS unter unsicheren regulatorischen und wissenschaftlichen Rahmenbedingungen. Im Mittelpunkt standen konkrete Lösungsansätze und der steigende Handlungsdruck.

von | 30.04.26

Wie lassen sich heute fundierte Entscheidungen zur Behandlung treffen? In einer Paneldiskussion diskutierten die Expert:innen, wie sich heute fundierte Entscheidungen zur PFAS-Behandlung treffen lassen. V.l.n.r.: Silvan Staufert (Oxyle), Jeroen De Lathouwer (npower), Jessica Middlemiss (Puraffinity), Yannick Severin (Nijhuis Saur Industries).
Quelle: Daniel Kunz, Adliswil Switzerland
PFAS Summit Oxyle

Beim „PFAS Forward Action Summit“, den das Schweizer Cleantech-Unternehmen Oxyle organisiert hat, kamen rund 100 Fachleute aus den Bereichen Wissenschaft, Industrie, Regulierung und Technologie zusammen, um über aktuelle Entwicklungen im Umgang mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) zu sprechen. Im Fokus standen Fragen zur Bewertung, Regulierung und Behandlung dieser Stoffgruppe.

Wachsende Stoffvielfalt und neue Herausforderungen

Ein Thema war die zunehmende Bedeutung bislang wenig beachteter Verbindungen. So stellte Dr. Hans Peter Arp (Norwegian Geotechnical Institute / NTNU) aktuelle Forschung zu Trifluoressigsäure (TFA) vor, die aufgrund ihrer hohen Mobilität und Persistenz stärker in den Fokus rückt.

Gleichzeitig erläuterte Dr. Emma Schymanski (Universität Luxemburg) die Dimension der Stoffgruppe: Auf Basis gängiger OECD-Definitionen lassen sich in chemischen Datenbanken wie PubChem mehrere Millionen potenzielle PFAS identifizieren, was die Bewertung und Regulierung erheblich erschwert.

Regulatorische Dynamik in Europa

Die Diskussion zeigte, dass sich die regulatorischen Rahmenbedingungen in Europa zwar weiterentwickeln, gleichzeitig aber auch komplex bleiben. Stefan Voorspoels (VITO) und Eléonore Mullier (Steptoe) beschrieben den aktuellen Stand der Regulierung, insbesondere im Kontext des REACH-Beschränkungsprozesses. Dieser biete zwar Orientierung, erhöhe aber auch die Anforderungen an Unternehmen, die Investitions- und Technologieentscheidungen treffen müssen.

Unterschiedliche Anforderungen je nach Standort

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie geeignete Behandlungsstrategien ausgewählt werden können. Dabei wurde deutlich, dass sich Kontaminationssituationen stark unterscheiden und standortspezifische Lösungen erforderlich sind.

Eine Paneldiskussion mit Jeroen De Lathouwer (npower), Jessica Middlemiss (Puraffinity), Yannick Severin (Nijhuis Saur Industries) und Silvan Staufert (Oxyle) widmete sich der Frage, wie sich standortspezifische Anforderungen definieren und geeignete Technologien auswählen lassen. Kelly Thompson (Global Water Intelligence) verwies in diesem Zusammenhang auf eine zunehmende Dynamik bei Investitionen.

Ansätze wie die PFAS-Chemometrie gewinnen an Bedeutung, um Kontaminationsquellen zu identifizieren und Maßnahmen gezielter auszurichten. Zachary Neigh (AECOM) zeigte entsprechende Entwicklungen auf. Praxisbeispiele von Dr. Marcel Riegel (TZW DVGW-Technologiezentrum Wasser) und Frédéric Rondeau (Schweizer Bundesamt für Straßen FEDRO) verdeutlichten zudem die Unterschiede zwischen Kontaminationsszenarien an einzelnen Standorten.

Zunehmender Handlungsdruck

Mit Blick auf steigende Investitionen und wachsende regulatorische Anforderungen wurde betont, dass Entscheidungen zunehmend unter unsicheren Rahmenbedingungen getroffen werden müssen.

In einer abschließenden Diskussion zwischen Dirk Nuyens (ERM) und Dr. Fajer Mushtaq (Oxyle) wurde deutlich, dass der Umgang mit PFAS sowohl wissenschaftlich als auch regulatorisch weiterhin in Bewegung ist, während gleichzeitig konkrete Lösungen für unterschiedliche Anwendungsfälle entwickelt werden. Zugleich wurde hervorgehoben, dass ein Abwarten die Risiken nicht verringert, sondern in vielen Fällen sogar erhöht.

„Alle kommen aus unterschiedlichen Perspektiven zum Thema PFAS – doch was alle in diesem Raum vereint, ist der klare Wille, das Problem zu lösen. Es liegt eine besondere Kraft darin, alle Teile dieses Ökosystems zusammenzubringen, voneinander zu lernen und aufeinander aufzubauen. Genau dafür wollten wir Raum schaffen – und genau deshalb werden wir diesen Dialog weiter vorantreiben“, so Dr. Fajer Mushtaq, CEO und Mitgründerin von Oxyle.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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