Generic filters
FS Logoi

Graphenoxid für die Umkehrosmose: mit Ionenbestrahlung Permeatfluss optimieren

Membranen aus mehreren Lagen Graphenoxid, das nur eine Atomlage „dick“ ist, haben sich bei der Umkehrosmose als äußerst effiziente Filter zur Wasserentsalzung erwiesen. Ein Team aus deutschen, australischen und französichen Wissenschaftler:innen fand nun heraus, wie sich die Transporteigenschaften von Membranen aus Graphenoxid durch zusätzliche Poren im Material gezielt manipulieren lassen. Etwa zwei Drittel der Erdoberfläche […]

von | 22.07.22

Mittels Ionenbeschuss werden Poren in die Graphenoxidschicht eingebracht (oben). Das erhöht – bis zu einer bestimmten Menge – den Wasserfluss (unten). Bild: Tobias Foller

Membranen aus mehreren Lagen Graphenoxid, das nur eine Atomlage „dick“ ist, haben sich bei der Umkehrosmose als äußerst effiziente Filter zur Wasserentsalzung erwiesen. Ein Team aus deutschen, australischen und französichen Wissenschaftler:innen fand nun heraus, wie sich die Transporteigenschaften von Membranen aus Graphenoxid durch zusätzliche Poren im Material gezielt manipulieren lassen.

Etwa zwei Drittel der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, rund 97 Prozent davon sind Salzwasser. Um den immer höheren Bedarf an Trinkwasser zu decken, muss die Entsalzung optimiert werden.

Mehr Poren führen nicht zwangsläufig zu höherem Wasserfluss

Das Team um Prof. Marika Schleberger vom Center for Nanointegration (CENIDE) an der Universität Duisburg-Essen, Wissenschaftler:innen von der University of New South Wales (Australien) und des Grand Accélérateur National d’Ions Lourds brachte schlitzförmige Poren mittels Ionenbestrahlung in die Graphenoxid-Lagen ein. Tatsächlich fließt dann das Wasser schneller durch das Material, aber nur bis zu einem bestimmten Punkt.

„Überraschend war, dass die Wasserdurchflussmenge ab einer gewissen Porendichte nicht mehr ansteigt, sondern abnimmt und sogar ganz versiegt“, erklärte Graphen-Expertin Prof. Maria Schleberger.

Vorhandensein funktioneller Gruppen ist entscheidend

Der Grund: Der Ionenbeschuss, durch den die Löcher hergestellt werden, erwärmt die Ränder der Poren und zerstört bei zu vielen und zu dicht aneinander liegenden Poren die chemischen Gruppen wie z.B. Hydroxylgruppen oder Carbonsäuren. Aus Graphenoxid wird Graphen und der Wasserfilm, der sich zwischen den Lagen bildet, bewegt sich nicht mehr. Erst durch die chemischen Gruppen bricht dieser Wasserfilm auf, „das Wasser bindet sich über Wasserstoffbrückenbindung und wechselt so in die nächste Lage“, so die Experimentalphysikerin weiter. Dieses Wissen half den Wissenschaftler:innen ein Optimum zu finden, bei dem ausreichend Graphenoxid vorhanden ist und dennoch genügend Löcher für den schnelleren Durchfluss eingebracht werden können. „Die Ergebnisse sind wichtig für maßgeschneiderte Graphenoxid-Membranen, zum Beispiel für die Energieumwandlung, elektrochemische Katalyse und Biomedizin.“

Die Originalpublikation finden Sie hier.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Mittels Ionenbeschuss werden Poren in die Graphenoxidschicht eingebracht (oben). Das erhöht – bis zu einer bestimmten Menge – den Wasserfluss (unten). Bild: Tobias Foller

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Powtech 26: Druckluftversorgung für Schüttgutförderung
Powtech 26: Druckluftversorgung für Schüttgutförderung

Kaeser Kompressoren zeigt auf der Powtech Technopharm verschiedene Druckluftlösungen für die Schüttgut- und Pulvertechnik. Das Spektrum reicht von einer kompakten Kompressorstation über Schrauben- und Drehkolbengebläse bis zu ölfrei verdichtenden Schraubenkompressoren und einer übergeordneten Steuerung für Druckluft- und Gebläsestationen.

mehr lesen
Deutscher Umweltpreis für energieeffiziente Membrantechnik
Deutscher Umweltpreis für energieeffiziente Membrantechnik

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) zeichnet den Ingenieur und Membion-Geschäftsführer Dr. Klaus Vossenkaul mit dem Deutschen Umweltpreis 2026 aus. Gewürdigt wird seine Weiterentwicklung der Membranbioreaktor-Technologie für die Abwasserreinigung, mit der sich insbesondere der Energiebedarf für die Spülung der Membranen reduzieren lässt.

mehr lesen
Elektrifizierte Zementproduktion ermöglicht CO₂-Abscheidung
Elektrifizierte Zementproduktion ermöglicht CO₂-Abscheidung

Forschende der ETH Zürich haben untersucht, wie sich die Zementproduktion mit Direct Air Capture auf Basis von Kalzium-Looping verbinden lässt. Ihren Berechnungen zufolge könnten Elektrifizierung und direkte CO₂-Abscheidung die Klimawirkung der Zementproduktion bis 2050 um 78 Prozent senken. Durch zusätzliche Aufnahme von CO₂ aus der Umgebungsluft könnte der Gesamtprozess sogar eine negative CO₂-Bilanz erreichen.

mehr lesen
Beschichtungslinie ergänzt Produktion von Batterieseparatoren
Beschichtungslinie ergänzt Produktion von Batterieseparatoren

Asahi Kasei hat an seinem Standort in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina eine Beschichtungslinie für Hipore-Nassprozess-Batterieseparatoren eröffnet. Damit schafft das Unternehmen erstmals regionale Beschichtungs- und Lieferkapazitäten für diese Separatortechnologie in Nordamerika.

mehr lesen
Entwässerungssystem für Kunstrasenplätze
Entwässerungssystem für Kunstrasenplätze

Im EU-Forschungsprojekt LIFE T4C (Turf4Circular) werden Lösungen für ein nachhaltiges Regenwassermanagement auf Kunstrasenplätzen entwickelt und unter Praxisbedingungen erprobt. Hauraton bringt dafür ein Entwässerungs- und Filtersystem mit digitaler Zustandsüberwachung in zwei Demonstrationsanlagen in Spanien ein.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03