Generic filters
FS Logoi

Manifest: Gute Raumluftqualität als Menschenrecht anerkennen

Raumluftqualität endlich so ernst nehmen wie ein Menschenrecht: In einem gemeinsamen Manifest fordern dies der Europäische Verband der Lüftungsindustrie (European Ventilation Industry Association − EVIA), Eurovent und weitere führende europäische Organisationen. Die Gesetzgeber der EU-Mitgliedstaaten sollen dazu Mindestanforderungen in ihren nationalen Regelwerken verankern.

von | 03.07.24

Die Bundesregierung ist in der Verantwortung, Mindeststandards für die Raumluftqualität zu setzen.
Bild: Deutscher Bundestag/Marc Beckmann
Bundestag Bundesregierung

Die Unterzeichner aus dem Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) betonen, dass die Luftqualität in Innenräumen (Indoor Air Quality − IAQ) von entscheidender Bedeutung für unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit ist. Sie fordern daher, diesem Thema mehr politische Aufmerksamkeit zu schenken und gesetzgeberische Maßnahmen zu ergreifen. Das Ziel müsse sein, dass die Luftqualität in Innenräumen endlich die Anerkennung und die finanziellen Mittel erhält, die notwendig sind. Der Gesundheit und dem Komfort der Menschen, die in den Gebäuden leben, arbeiten und lernen, sollten zukünftige politische Maßnahmen Priorität einräumen.

Manifest an Entscheider Europas adressiert

Insbesondere fordern die Unterzeichner die europäischen Entscheidungsträger auf,

– den „Zugang zu guter Luftqualität“ (einschließlich der Luft in Innenräumen) als Menschenrecht anzuerkennen, indem sie die erforderlichen Anpassungen in den europäischen Verträgen und der Charta der Grundrechte vornehmen,
– bei politischen Entscheidungen der „Luftqualität in Innenräumen“ die gleiche große Aufmerksamkeit zu schenken wie der „Luftqualität in der Umgebung“ und
– alle politischen Maßnahmen daraufhin zu prüfen, ob sie zur Verbesserung der Luftqualität in Innenräumen geeignet sind, und neue ehrgeizige Vorschläge zu unterbreiten.

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union werden außerdem in der am 24. April 2024 verabschiedeten EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) aufgefordert, ihre Regularien zur Gebäudebewertung innerhalb der kommenden zwei Jahre zu überarbeiten. Die Mitgliedstaaten müssen damit zukünftig auch Anforderungen an die Raumqualität und hier wiederum speziell auch an die Innenraumluftqualität stellen. Das gilt ebenfalls für die Vorgaben an Sanierungsfahrpläne und die notwendigen Inspektionen. Darüber hinaus müssen Nichtwohngebäude ab 29. Mai 2026 mit Systemen ausgestattet werden, die die Raumqualität überwachen.

Bundesregierung muss Mindeststandards setzen

Die Bundesregierung ist jetzt in der Verantwortung, diese Aspekte umzusetzen und im Rahmen einer Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) bis 2026 Mindeststandards für die Raumluftqualität zu setzen. Gemeinsam mit den beteiligten europäischen Verbänden werden die Verbände der TGA-Repräsentanz Berlin − der Fachverband Gebäude-Klima e. V. (FGK), der Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung e. V. (BTGA), der Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte e. V. und der Fachverband Allgemeine Lufttechnik im VDMA − zeitnah Vorschläge für eine zielgerichtete Umsetzung unterbreiten.

Das Manifest „Good indoor air quality must become a basic human right“ steht auf der Website evia.eu zum Download. Es wurde von der Air Movement and Control Association (AMCA) Europe, der European Association of Refrigeration, den Air Conditioning and Heat Pump Contractors (AREA), der European Partnership for Energy and the Environment (EPEE), der European Ventilation Industry Association (EVIA), Eurovent, der Federation of European Heating, Ventilation and Air Conditioning Associations (REHVA) und GCP Europe unterzeichnet. Gemeinsam repräsentieren diese Organisationen ein breites Spektrum von Interessengruppen, die sich für die Verbesserung der Luftqualität in Innenräumen in ganz Europa einsetzen. Sie sind offen für weitere gleichgesinnte Organisationen, die sich dieser Koalition anschließen und Maßnahmen zur Verbesserung der Innenraumluftqualität in Europa vorantreiben möchten.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Kunststoffrecycling besser bewerten
Kunststoffrecycling besser bewerten

Der VDI hat den Entwurf der Richtlinie VDI 4095 „Bewertung von Kunststoffen in der Kreislaufwirtschaft“ veröffentlicht. Sie bündelt Begriffe, rechtliche Grundlagen, Recyclingverfahren und Bewertungsmethoden und soll damit eine gemeinsame Grundlage für die Akteure entlang der Kunststoff-Wertschöpfungskette schaffen.

mehr lesen
Ilmac Lausanne 2026: steigende Teilnehmer- und Ausstellerzahlen
Ilmac Lausanne 2026: steigende Teilnehmer- und Ausstellerzahlen

Die Ilmac Lausanne 2026 ist mit 3.952 Teilnehmenden und 213 Ausstellenden zu Ende gegangen. Damit stieg die Zahl der Teilnehmenden gegenüber 2024 um 18,6 Prozent, die der Ausstellenden um sieben Prozent. Inhaltlich standen unter anderem Automatisierung, Künstliche Intelligenz, Process Analytical Technology und Biotechnologie im Mittelpunkt.

mehr lesen
Verfahren zur Aufbereitung von Deponiegas
Verfahren zur Aufbereitung von Deponiegas

Forschende der Frankfurt University of Applied Sciences entwickeln gemeinsam mit Prodeval ein Verfahren zur Aufbereitung methanreicher Deponiegase. Durch die Kombination von Adsorption und Membrantrennung soll insbesondere die Abtrennung von Stickstoff verbessert und mehr Methan für eine weitere Nutzung gewonnen werden.

mehr lesen
BrauBeviale 26: Filtrationslösungen für den Brauprozess
BrauBeviale 26: Filtrationslösungen für den Brauprozess

Eaton stellt sein Filtrationsportfolio für Brauereien in den Mittelpunkt seines Auftritts auf der BrauBeviale 2026. Es umfasst Lösungen für verschiedene Stufen der Bierfiltration und soll eine Abstimmung der Filtration auf unterschiedliche Bierstile, Trubbelastungen und Durchsatzleistungen ermöglichen.

mehr lesen
CO₂-Umwandlung für die industrielle Anwendung
CO₂-Umwandlung für die industrielle Anwendung

Im EU-Projekt UNCOVER arbeiten 19 Partner daran, Technologien zur Nutzung von CO₂ näher an die industrielle Anwendung zu bringen. Das Steinbeis Europa Zentrum übernimmt dabei Aufgaben rund um Verwertung, Skalierung und Markteintritt. Das vierjährige Projekt wird mit sieben Millionen Euro über Horizon Europe gefördert.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03