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Klimaschutz: Treibhausgasemissionen in 2021 wieder gestiegen

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Autor: Hildegard Lyko

Klimaschutz: Treibhausgasemissionen in 2021 wieder gestiegen

Im Jahr 2021 lagen die Treibhausgasemissionen in Deutschland um 4,5 % über den Werten des Vorjahres. Mit einem Klimaschutz-Sofortprogramm will die Bundesregierung diesem Trend entgegenwirken. Das gaben das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in einer gemeinsamen Presserklärung bekannt.

UBA⁠-Präsident Dirk Messner: „Die Reduzierung der Treibhausgasemissionen von 2020 ist fast zur Hälfte schon wieder verloren. Unsere Zahlen zeigen deutlich, dass die Ziele der Bundesregierung schnellstens angegangen werden müssen.“

Energiewirtschaft: Anstieg um 12,4 %, aber weniger Emissionen als 2019

Der Energiesektor verzeichnete mit rd. 27 Mio. t CO2-Äquivalenten die größten Steigerungen in absoluten Zahlen, nämlich um 12,4 % gegenüber 2020. Mit rund 247 Mio. t CO-Äquivalenten lagen die Emissionen aber noch gut 11 Mio. t unter denen des Jahres 2019. Als wesentliche Gründe für die Emissionssteigerung in 2021 gegenüber dem Vorjahr werden die im Vergleich zum Vorjahr um 17,5 TWh deutlich verringerte Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und ein um 13,5 TWh gestiegener Bruttostromverbrauch genannt.

Sektoren Verkehr und Gebäude: höhere Emissionen als erlaubt

Für den Verkehr wird eine leichte Steigerung von 1,2 % gegenüber 2020 angegeben. Anders als beim Energiesektor schreibt das Bundes-Klimaschutzgesetz eine zulässige Jahresemissionsmenge für diesen Sektor vor. Dieser Maximalwert von 145 Mio. t CO2- Äquivalenten wurde mit 3 Mio. t leicht überschritten. Verursacher für den Emissionsanstieg ist der gestiegene Straßengüterverkehr.

Im Gebäudebereich lagen die Emissionen in 2021 trotz eines nominellen Rückgangs um 3,3 % gegenüber dem Vorjahr ebenfalls höher, als das Klimaschutzgesetz vorschreibt.

Industrie: fast wieder auf dem Emissionsniveau von 2019

Hier stiegen die Emissionen gegenüber dem Vorjahr um gut 9 Mio. Tonnen CO-Äquivalente an (plus 5,5 %). Mit rund 181 Mio. t CO-Äquivalenten lagen sie damit wieder fast auf dem Niveau von 2019, aber knapp unter der im Bundes-Klimaschutzgesetz festgeschriebenen Jahresemissionsmenge von 182 Mio. t. Hier spielen aufholende Konjunktureffekte in Folge der Corona-Krise und ein vermehrter Einsatz fossiler Brennstoffe eine wichtige Rolle. Die deutlichste prozentuale Steigerung gab es in der Stahlindustrie, wo die Rohstahlerzeugung um rund 12 % anstieg. Im produzierenden Gewerbe (energiebezogener Anteil) stiegen die Emissionen um rund sieben Mio. t CO-Äquivalente bzw. 6,4 %.

Landwirtschaft: Weniger Tiere, geringere Emissionen

In der Landwirtschaft gingen die Treibhausgasemissionen um rund 1,2 Mio. t CO2-Äquivalente (minus 2 %) auf 61 Mio. t zurück. Der Rückgang der Tierzahlen setzt sich zwar fort, aber das UBA führt die deutliche Unterschreitung der festgesetzten Jahresemissionsmenge sei aber vor allem durch methodische Verbesserungen in der Emissionsberechnung bedingt.

Prüfung durch Expertenrat für Klimafragen

Der Expertenrat für Klimafragen prüft die Emissionsdaten und legt innerhalb eines Monats eine Bewertung vor. Danach haben die jeweils zuständigen Ministerien laut Klimaschutzgesetz drei Monate Zeit ein Sofortprogramm mit Maßnahmen vorzulegen, mit denen die Bereiche Gebäude und Verkehr dazu gebracht werden sollen, ihre Jahresemissionsmengen wenigstens einzuhalten. Die Bundesregierung arbeitet allerdings bereits an einem Sofortprogramm, das diese Anforderungen so weit wie möglich erfassen soll.

Aktuelle Daten zu den erneuerbaren Energien finden Sie hier.

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