Die Europäische Kommission plant mit dem Gesetzespaket „Omnibus-Paket X: Sicherheit von Lebens- und Futtermitteln“ Änderungen an den Vorschriften zur Zulassung von Pestiziden. Ziel der Reform ist es, Verwaltungsverfahren zu vereinfachen und den bürokratischen Aufwand zu verringern.
In einem Beitrag im Policy Forum der Fachzeitschrift Science warnen Forschende von 27 europäischen Forschungseinrichtungen unter der Leitung von Dr. Dimitry Wintermantel von der Universität Freiburg und Dr. Julia Osterman von der Universität Göteborg jedoch vor möglichen Folgen für den Umwelt- und Gesundheitsschutz. Nach ihrer Einschätzung würden wesentliche Elemente der bisherigen Zulassungspraxis geschwächt.
Neubewertung und wissenschaftliche Erkenntnisse
Laut den Forschenden könnte die regelmäßige Neubewertung von Pestizid-Wirkstoffen künftig weitgehend entfallen. Zudem bestehe die Gefahr, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse bei der Zulassung einzelner Pflanzenschutzmittel weniger berücksichtigt würden.
Auch die geplante Verlängerung der Übergangsfristen für Produkte mit nicht erneut zugelassenen Wirkstoffen sehen die Forschenden kritisch.
„Entgegen dem Ziel des Omnibus-Vorschlags, Innovation zu fördern, birgt der Vorschlag vielmehr das Risiko, Innovationsanreize zu schwächen. Wenn ältere Produkte länger auf dem Markt verbleiben und keiner regelmäßigen Überprüfung mehr unterliegen, verringert sich der Druck, sicherere und innovativere Alternativen zu entwickeln“, so Dr. Julia Osterman von der Universität Göteborg.
Empfehlungen der Forschenden
Um Zulassungsverfahren effizienter zu gestalten, empfehlen die Autorinnen und Autoren unter anderem zusätzliche Investitionen in die zuständigen Behörden, einheitliche Bewertungsmaßstäbe innerhalb der EU sowie eine stärkere Einbindung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. Darüber hinaus sprechen sie sich für mehr Transparenz bei Zulassungsstudien und ein systematisches Monitoring nach der Markteinführung aus.
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