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Zehn Jahre Pariser Klimaabkommen: Bilanz vor der COP30

Vor zehn Jahren einigten sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf der Weltklimakonferenz in Paris auf das 1,5-Grad-Ziel. Wissenschaftliche Erkenntnisse und internationale Forschungskooperationen trugen wesentlich zum Zustandekommen des Abkommens bei. Forschende des KIT ziehen nun anlässlich der COP30 in Brasilien Bilanz über die Fortschritte der Klimaforschung im vergangenen Jahrzehnt.

von | 11.11.25

Zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen: Forschende des KIT bewerten die Fortschritte und Herausforderungen der Klimasituation – auch mit Blick auf die COP30 in Brasilien.
Quelle: Adnan / Adobe Stock
Klimaabkommen Klima Erde

Seit dem Pariser Klimaabkommen 2015 hat sich das Verständnis des globalen Klimasystems deutlich weiterentwickelt. Moderne Technologien verbessern Datengrundlagen und die Integration von Künstlicher Intelligenz ermöglicht genaue Vorhersagen und Risikobewertungen.

„Die Klimaforschung hat seither ihr methodisches und inhaltliches Verständnis des Erdsystems noch einmal deutlich vertieft – und kann Risiken heute genauer benennen als je zuvor. Tropische Gewittersysteme und Zyklone konnten in früheren Klimamodellen kaum realistisch abgebildet werden. Heute erreichen Erdsystemmodelle Auflösungen im Kilometerbereich und liefern deutlich präzisere Simulationen, etwa zu Starkregen, Sturzfluten oder Sturmintensitäten. Diese Verbesserungen – künftig unterstützt durch KI-basierte Modelle – helfen uns, Unsicherheiten weiter zu verringern. Für tropische Gewitter in Afrika zeigen sich leider höhere Niederschlagsintensitäten, für Zyklone stärkere Winde und vor allem mehr Regen“, so Professor Joaquim Pinto vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Troposphärenforschung (IMKTRO) des KIT.

Kipppunkte und Wechselwirkungen im Klimasystem

Auch in der Erforschung von Kipppunkten und ihren Wechselwirkungen hat die Wissenschaft in den vergangenen Jahren wesentliche Erkenntnisse gewonnen.

„Heute wissen wir noch viel mehr über das Klimasystem – und es gibt keine Entwarnung. So konnten wir in den letzten zehn Jahren auch mehrere potenzielle Kipppunkte besser identifizieren und ihre Wechselwirkungen grob abschätzen – etwa beim Absterben von Warmwasserkorallen oder dem Abschmelzen des grönländischen Eisschilds. Wir nähern uns hier kritischen Schwellen, teils haben wir sie womöglich schon überschritten. Besonders im Blick steht auch die atlantische Umwälzströmung, deren Abreißen gravierende Folgen für das Klima in Europa hätte. Heute kann niemand mehr sagen, er oder sie habe von diesen Risiken nichts gewusst“, erklärte Professor Andreas Fink vom IMKTRO.

Offene Daten als Basis für Forschung und Kooperation

Für Professor Harald Kunstmann vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung (IMKIFU), dem Campus Alpin des KIT in Garmisch-Partenkirchen, ist die verbesserte Datenverfügbarkeit ein zentraler Fortschritt der letzten Jahre:

„Ein wirklicher Meilenstein der vergangenen Jahre ist der offene Zugang zu Klimadaten über das europäische Copernicus-Programm. Diese Daten sind die Grundlage vieler Analysen und Vorhersagen zu Wetterextremen oder Wasserverfügbarkeit. Sie schaffen eine gemeinsame Wissensbasis und ermöglichen eine bessere Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Klimaveränderungen.“

COP30 – Zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen

Vom 10. bis 21. November 2025 findet in Belém, Brasilien, die 30. Weltklimakonferenz (COP30) statt. Dort wird erneut über die Zukunft des globalen Klimaschutzes verhandelt.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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