Zwischen Juni und Oktober 2025 nahmen BUND-Aktive aus verschiedenen Regionen Deutschlands insgesamt 46 Trinkwasserproben. In 42 Fällen wurden per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) nachgewiesen. In einigen Proben lagen die Konzentrationen oberhalb der ab Januar 2026 geltenden Grenzwerte.
Die Proben wurden in einem akkreditierten Labor auf 58 verschiedene PFAS-Verbindungen untersucht. Laut BUND handelt es sich dabei um örtliche und zeitlich begrenzte Stichproben, die keine vollständige Bewertung des jeweiligen Versorgungsgebiets erlauben.
Nicht regulierte PFAS besonders häufig
Besonders häufig traten bisher nicht regulierte PFAS-Verbindungen auf, darunter Trifluoracetat (TFA), Perfluorbutansäure (PFBA) und Perfluorpropansäure (PFPrA). Diese Stoffe werden teilweise als Ersatzstoffe für bereits eingeschränkte per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen verwendet.
In Zeuthen (Brandenburg) sowie in Ludwigslust und Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) wurden Werte gemessen, die künftige Grenzwerte überschreiten. Dort deuten erhöhte Konzentrationen von Perfluoroctansäure (PFOA) auf Altlasten aus dem früheren Einsatz PFAS-haltiger Feuerlöschräume hin.
Eine Probe aus dem Berliner Regierungsviertel blieb zwar unterhalb der Grenzwerte, wies jedoch eine Summenkonzentration (PFAS-4 = 12 ng/L) auf, bei der das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gesundheitliche Risiken – insbesondere bei Kindern unter zehn Jahren – nicht ausschließt.
Grenzwerte stellen Wasserbetriebe vor Herausforderungen
Die im Januar 2026 und 2028 in Kraft tretenden Grenzwerte für die Ewigkeitschemikalie in Trinkwasser werden Wasserbetriebe laut BUND technisch und wirtschaftlich erheblich belasten. Die derzeit verfügbaren Verfahren zur Entfernung von PFAS wie etwa Aktivkohlefiltration oder Ionenaustausch gelten als kostenintensiv, energieaufwendig und bei TFA nur eingeschränkt wirksam.
„Wasserversorger können nicht die Müllabfuhr einer verfehlten Chemikalienpolitik sein. Hinzu kommt: Im Trinkwasser können PFAS noch aufwendig rausgefiltert werden, doch wie machen wir das mit unseren Lebensmitteln, unseren Böden, Flüssen und dem Meer? Dabei sind Alternativen in vielen Bereichen bereits verfügbar, etwa für Textilien, Pfannen und Kältemittel. Nur eine umfassende PFAS-Beschränkung kann die zunehmende Verschmutzung unserer Umwelt stoppen. Die Politik muss handeln und uns alle schützen“, so Verena Graichen, Bundesgeschäftsführerin Politik beim BUND.
Forderung nach umfassender Beschränkung
Der BUND fordert unter anderem eine schnellstmögliche Beschränkung der gesamten PFAS-Gruppe, eine konsequente Anwendung des Verursacherprinzips bei der Aufbereitung und Sanierung von kontaminiertem Wasser und Böden sowie eine vorsorgeorientierte Chemikalienpolitik zum Schutz von Umwelt und Gesundheit.
Zur Untersuchung
Die vom BUND koordinierten Trinkwasserproben wurden in einem akkreditierten Labor auf 58 PFAS-Verbindungen untersucht. Neben Trinkwasser wurden vereinzelt auch Grund- und Oberflächenwasserproben analysiert. Die vollständigen Ergebnisse finden Sie hier.







