Generic filters
FS Logoi

PFAS in den meisten Trinkwasserproben nachgewiesen

In einer bundesweiten Stichprobenuntersuchung hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in 42 von 46 Trinkwasserproben PFAS nachgewiesen. Teilweise überschreiten die gemessenen Werte die künftig geltenden Grenzwerte der Trinkwasserverordnung. Der Verband fordert eine umfassende Beschränkung der gesamten PFAS-Stoffgruppe.

von | 06.11.25

BUND-Aktive finden PFAS in 42 Trinkwasserproben.
Quelle: BUND
PFAS BUND

Zwischen Juni und Oktober 2025 nahmen BUND-Aktive aus verschiedenen Regionen Deutschlands insgesamt 46 Trinkwasserproben. In 42 Fällen wurden per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) nachgewiesen. In einigen Proben lagen die Konzentrationen oberhalb der ab Januar 2026 geltenden Grenzwerte.

Die Proben wurden in einem akkreditierten Labor auf 58 verschiedene PFAS-Verbindungen untersucht. Laut BUND handelt es sich dabei um örtliche und zeitlich begrenzte Stichproben, die keine vollständige Bewertung des jeweiligen Versorgungsgebiets erlauben.

Nicht regulierte PFAS besonders häufig

Besonders häufig traten bisher nicht regulierte PFAS-Verbindungen auf, darunter Trifluoracetat (TFA), Perfluorbutansäure (PFBA) und Perfluorpropansäure (PFPrA). Diese Stoffe werden teilweise als Ersatzstoffe für bereits eingeschränkte per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen verwendet.

In Zeuthen (Brandenburg) sowie in Ludwigslust und Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) wurden Werte gemessen, die künftige Grenzwerte überschreiten. Dort deuten erhöhte Konzentrationen von Perfluoroctansäure (PFOA) auf Altlasten aus dem früheren Einsatz PFAS-haltiger Feuerlöschräume hin.

Eine Probe aus dem Berliner Regierungsviertel blieb zwar unterhalb der Grenzwerte, wies jedoch eine Summenkonzentration (PFAS-4 = 12 ng/L) auf, bei der das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gesundheitliche Risiken – insbesondere bei Kindern unter zehn Jahren – nicht ausschließt.

Grenzwerte stellen Wasserbetriebe vor Herausforderungen

Die im Januar 2026 und 2028 in Kraft tretenden Grenzwerte für die Ewigkeitschemikalie in Trinkwasser werden Wasserbetriebe laut BUND technisch und wirtschaftlich erheblich belasten. Die derzeit verfügbaren Verfahren zur Entfernung von PFAS wie etwa Aktivkohlefiltration oder Ionenaustausch gelten als kostenintensiv, energieaufwendig und bei TFA nur eingeschränkt wirksam.

„Wasserversorger können nicht die Müllabfuhr einer verfehlten Chemikalienpolitik sein. Hinzu kommt: Im Trinkwasser können PFAS noch aufwendig rausgefiltert werden, doch wie machen wir das mit unseren Lebensmitteln, unseren Böden, Flüssen und dem Meer? Dabei sind Alternativen in vielen Bereichen bereits verfügbar, etwa für Textilien, Pfannen und Kältemittel. Nur eine umfassende PFAS-Beschränkung kann die zunehmende Verschmutzung unserer Umwelt stoppen. Die Politik muss handeln und uns alle schützen“, so Verena Graichen, Bundesgeschäftsführerin Politik beim BUND.

Forderung nach umfassender Beschränkung

Der BUND fordert unter anderem eine schnellstmögliche Beschränkung der gesamten PFAS-Gruppe, eine konsequente Anwendung des Verursacherprinzips bei der Aufbereitung und Sanierung von kontaminiertem Wasser und Böden sowie eine vorsorgeorientierte Chemikalienpolitik zum Schutz von Umwelt und Gesundheit.

Zur Untersuchung

Die vom BUND koordinierten Trinkwasserproben wurden in einem akkreditierten Labor auf 58 PFAS-Verbindungen untersucht. Neben Trinkwasser wurden vereinzelt auch Grund- und Oberflächenwasserproben analysiert. Die vollständigen Ergebnisse finden Sie hier.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Edelstahl-Bremsscheiben reduzieren Feinstaubemissionen
Edelstahl-Bremsscheiben reduzieren Feinstaubemissionen

Ein Projektkonsortium mit Beteiligung des Fraunhofer IWU hat eine Bremsscheibe aus Edelstahl entwickelt, die den Abrieb deutlich reduzieren soll. Die Lösung erfüllt laut Projektteam die künftigen Anforderungen der Euro-7-Norm an Feinstaubemissionen von Bremsen.

mehr lesen
IFAT 2026 verzeichnet Rekordbeteiligung
IFAT 2026 verzeichnet Rekordbeteiligung

Die IFAT Munich 2026 hat mit rund 3.400 Ausstellern und etwa 142.000 Besuchenden neue Rekordwerte erreicht. Im Mittelpunkt der Weltleitmesse standen Wasserwirtschaft, Recycling und Circular Economy.

mehr lesen
Absorberanlagen zur PFAS-Entfernung im Trinkwasser
Absorberanlagen zur PFAS-Entfernung im Trinkwasser

Die Grünbeck AG stellt Filtersysteme zur Entfernung von PFAS in Trinkwasser vor. Die Anlagen sind für Wasserversorger, Kommunen und industrielle Anwendungen ausgelegt und sollen lang- sowie kurzkettige PFAS-Verbindungen aus belastetem Rohwasser entfernen.

mehr lesen
Ultrafeinstaub: Messungen zeigen Einfluss des Flughafens
Ultrafeinstaub: Messungen zeigen Einfluss des Flughafens

Das Forum Flughafen und Region (FFR) koordiniert eine Studie zum Ultrafeinstaub im Umfeld des Frankfurter Flughafens, die von einem Konsortium unter Federführung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) durchgeführt wird. Die Ergebnisse zeigen, dass der Flughafen vor allem sehr kleine Partikel beeinflusst.

mehr lesen
KI-System für Klärschlammentwässerung
KI-System für Klärschlammentwässerung

GEA hat ein digitales System zur automatisierten Steuerung von Dekanterzentrifugen für Kläranlagen vorgestellt. Die Technologie kombiniert Sensorik, Echtzeitdaten und autonome Regelung, um Polymerverbrauch, Entsorgungskosten und Betriebsaufwand zu reduzieren.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03