Die neue EU-Richtlinie zur Abwasserbehandlung sieht vor, dass künftig Spurenstoffe gezielt mit einer sogenannten vierten Reinigungsstufe entfernt werden. Die Kläranlage Bickenbach hat diese Anforderung im Zuge einer umfassenden Modernisierung umgesetzt. Die Anlage reinigt jährlich rund zwei Millionen Kubikmeter Abwasser von etwa 35.000 Einwohnergleichwerten (EGW) und zählt nach dem Umbau zu den leistungsfähigeren Anlagen in Hessen.
Technische Umsetzung und Prozessabbau
Kernstück der neuen Reinigungsstufe ist die modulare Ozonanlage Dulcozon OZLa von ProMinent. Sie soll eine präzise Steuerung der Ozonzugabe ermöglichen und sich automatisch an die jeweils anfallende Abwassermenge anpassen. In Kombination mit der nachgeschalteten Aktivkohlefiltration werden die Mikroschadstoffe laut ProMinent zuverlässig oxidiert und gebunden.
Die vierte Reinigungsstufe umfasst drei aufeinander abgestimmte Verfahrensschritte. Zunächst entfernt eine Vorfiltration die Partikel und bereitet das Wasser optimal für die nächste Stufe vor. Bei der Ozonierung oxidieren Spurenstoffe und wandeln sich in biologisch abbaubare Verbindungen um. Abschließend bindet die Aktivkohlefiltration die verbleibenden Rückstände, sodass klares, sauberes Wasser entsteht.
Ergänzende Systeme für Kühlwasser, Ozonverteilung, Restozongasvernichtung und Raumluftüberwachung sollen dabei einen sicheren und energieeffizienten Betrieb gewährleisten.
Betriebsergebnisse der Modernisierung
Laut Betreiber erreicht die Anlage seit der Inbetriebnahme konstant hohe Reinigungsleistungen. Mikroschadstoffe werden nahezu vollständig entfernt, wodurch sich die Wasserqualität im Ablauf verbessert. Das Ozonverfahren reagiert flexibel auf schwankende Abwassermengen und ermöglicht so einen stabilen und wirtschaftlichen Betrieb. Damit leistet die Kläranlage einen Beitrag zum Schutz der Gewässer und Trinkwasserressourcen im Rhein-Main-Gebiet.







