Die Abwasserreinigungsanlage ARA Bern hat eine Anlage zur regenerativen thermischen Oxidation (RTO) in Betrieb genommen, um Lachgasemissionen zu reduzieren. Die Technologie wurde von CTP Air Pollution Control entwickelt und zielt auf die Behandlung von Abluft aus der biologischen Reinigungsstufe und der Faulwasserbehandlung.
Lachgas als Treibhausgas
Lachgas zählt zu den klimawirksamen Gasen und entsteht unter anderem bei biologischen Reinigungsprozessen. Es ist langlebig und besitzt ein deutlich höheres Treibhauspotenzial als CO2. In Kläranlagen kann es einen erheblichen Anteil der Treibhausgasemissionen ausmachen.
„Die Bedeutung der Reduktion von Lachgas aus Kläranlagen wird häufig unterschätzt, obwohl diese Emissionen – vorwiegend aus der biologischen Reinigungsstufe – einen erheblichen Anteil am CO₂-Äquivalent ausmachen“, sagte Gerd Rabenstein, COO von CTP Air Pollution Control GmbH.
Hoher Anteil an Gesamtemissionen
In der ARA Bern entfielen vor der Installation der Anlage jährlich mehr als 10.000 Tonnen CO₂-Äquivalente an Lachgas (N₂O). Das entsprach rund 80 % der gesamten Treibhausgasemissionen der Anlage. Mit der Inbetriebnahme der RTO-Anlage lassen sich diese Emissionen laut Betreiber deutlich reduzieren.
Thermische Zersetzung von Lachgas in Kläranlagen
In der Brennkammer der RTO-Anlage wird das Lachgas bei hohen Temperaturen behandelt. Dabei zerfallen die Moleküle in ihre Grundelemente Stickstoff und Sauerstoff.
Das System arbeitet mit drei keramischen Wärmespeichern, die im Wechselbetrieb arbeiten und die in der Abluft enthaltene Wärme nahezu vollständig zurückgewinnen. Dadurch lässt sich der Energieeinsatz reduzieren und der Betrieb effizienter gestalten.
Auslegung und Betrieb
Die in Bern eingesetzte Anlage wurde an die spezifischen Anforderungen der Kläranlage angepasst. Durch die Nutzung von Biogas als Brennstoff kann der Betrieb zusätzlich klimaneutral gestaltet werden.
DeNitroBox für kleine Anwendungen
Neben den großtechnischen Anlagen bietet CTP mit der DeNitroBox auch kompakte Plug-and-Play-Systeme für kleinere Abluftströme an. Diese sind containerbasiert aufgebaut und können direkt vor Ort installiert werden.
„CTP verfolgt das Thema Lachgasemissionen seit Jahren und beobachtet eine zunehmende Dynamik im Markt. Länder wie die Schweiz oder Dänemark setzen bereits erste Vorgaben zur N₂O-Reduktion. Wir können als Technologieführer unseren Kunden eine ausgereifte und in zahlreichen Anwendungen bewährte Technologie dafür anbieten“, so Rabenstein.
CTP Chemisch Thermische Prozesstechnik GmbH auf der IFAT Munich 2026: Halle A4, Stand 138







