GKD hat gemeinsam mit der TU Berlin den Einsatz eines Filtersystems zum Rückhalt von Reifenabrieb auf einer Formel-1-Rennstrecke erprobt. Beim Großen Preis der Niederlande in Zandvoort kam der Capturion von GKD in der Streckenentwässerung zum Einsatz. Der Filter soll Reifenabrieb sowie weitere Partikel wie Mikroplastik und Staub aus dem abfließenden Regenwasser zurückhalten. Die TU Berlin untersucht nun die während des Rennwochenendes genommenen Proben.
Der Test ist Teil eines Forschungsprojekts des Motorsport-Weltverbands FIA, das von der FIA Foundation gefördert wird. Untersucht wird, wie sich Reifenabrieb und andere feine Partikel unterschiedlicher Größe, Form und Dichte aus Niederschlagswasser entfernen lassen, bevor sie in die Umwelt gelangen. Für den Einsatz hatte die TU Berlin gemeinsam mit GKD ein Jahr lang unter anderem die Strecke und die Bodenbeschaffenheit untersucht und Proben genommen.
Filtersystem an Streckenentwässerung angepasst
Eine Besonderheit des Einsatzortes ist die Entwässerung an der Tarzanbocht des Circuit Zandvoort. Dort fließt das Regenwasser nicht über einen klassischen Straßenablauf, sondern durch ein Rohr ab. GKD entwickelte deshalb eine an die örtlichen Bedingungen angepasste Filtereinheit. Eine Zulaufeinheit nimmt den Capturion auf und führt das zufließende Wasser kontrolliert zum Filter. Zusammen mit einem Schacht bildet sie das Gesamtsystem.
Der Capturion wurde ursprünglich als Ganzjahresfilter für kommunale Straßenablaufschächte entwickelt. Auf einem Teststand der TU Berlin erreichte das System bei Versuchen mit Straßenkehricht einen Rückhalt von 97,3 Prozent bei abfiltrierbaren Stoffen. Bei Partikeln der Feinfraktion unter 63 Mikrometern lag der Rückhalt bei 77,2 Prozent. In einem Pilotprojekt in Kopenhagen wurde das System zudem unter realen Bedingungen auf den Rückhalt von Reifenabrieb untersucht.
Ergebnisse sollen in weitere Anwendungen einfließen
Ob sich die bisherigen Ergebnisse auf die Bedingungen einer Rennstrecke übertragen lassen, ist noch offen.
„Die Auswertung wird spannend. Die Partikelmatrix an einer Rennstrecke unterscheidet sich vermutlich deutlich von der in der Stadt, und was wir daraus lernen, fließt in die Weiterentwicklung für spezielle Anforderungen der Rennstrecken zurück“, so Dr. Daniel Venghaus, Key Market Manager Water Filtration & Separation bei GKD.
Nach der Auswertung durch die TU Berlin will die FIA das Konzept mit weiteren Rennstreckenbetreibern besprechen. Insbesondere bei Stadtkursen könnten die Filter auch außerhalb von Rennveranstaltungen in der Straßenentwässerung verbleiben.







