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KI-System für Klärschlammentwässerung

GEA hat ein digitales System zur automatisierten Steuerung von Dekanterzentrifugen für Kläranlagen vorgestellt. Die Technologie kombiniert Sensorik, Echtzeitdaten und autonome Regelung, um Polymerverbrauch, Entsorgungskosten und Betriebsaufwand zu reduzieren.

von | 08.05.26

In der Kläranlage in Parthe/Deutschland ist das GEA-OptiPartner-Intellicant-System für intelligentes Abwassermanagement im Einsatz.
Quelle: GEA/Kläranlage Parthe
GEA KI Klärschlamm Klärschlammentwässerung OptiPartner Intellicant

GEA präsentiert mit OptiPartner Intellicant ein System zur automatisierten Prozesssteuerung in der Klärschlammentwässerung. Die Technologie kombiniert Sensorik, Echtzeitdaten und autonome Regelung, um Dekanterzentrifugen kontinuierlich an wechselnde Schlammeigenschaften anzupassen.

Anpassung an schwankende Schlammeigenschaften

Kläranlagen müssen auf stark schwankende Zusammensetzungen des Klärschlamms reagieren. Ursachen sind unter anderem Niederschläge, industrielle Einleitungen oder Temperaturschwankungen. Bislang erfolgen Anpassungen etwa bei Polymerdosierung oder Differenzdrehzahl häufig manuell und zeitverzögert.

Das System soll diese Prozesse automatisch steuern und den Betriebspunkt des Dekanters kontinuierlich optimieren.

Echtzeitüberwachung des Entwässerungsprozesses

Intellicant besteht aus einem Sensorpaket und der Software Virtual Operator. Laut Hersteller erfasst das System laufend drei zentrale Prozessparameter: die Feststoffkonzentration des Zulaufs, die Trübung des Zentrats und die Trockensubstanz des Feststoffs im Austrag. Die Daten werden in Echtzeit ausgewertet und direkt in die Anlagensteuerung integriert. Die Software soll automatisch auf Veränderungen der Schlammeigenschaften reagieren und die Betriebsparameter entsprechend anpassen.

Konfigurationen für unterschiedliche Betriebsziele

Das System ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Je nach Konfiguration liegt der Schwerpunkt auf Prozessstabilität, reduziertem Polymerverbrauch oder einem höheren Trockensubstanzgehalt des entwässerten Schlamms.

Nach Angaben des Unternehmens kann ein höherer Trockensubstanzgehalt die Menge des zu entsorgenden Klärschlamms reduzieren und damit Transport- und Entsorgungskosten senken.

Beispiele in kommunalen Kläranlagen

In Pilotanwendungen in Oldenburg und Geseke wurde laut GEA der Polymerverbrauch deutlich reduziert.

„Wir haben den Polymerverbrauch um 11 % gesenkt und dabei eine stabile Trennleistung beibehalten. Bei 100 Tonnen Polymer pro Jahr ist dies ein großer finanzieller Gewinn“, so Ronald Chritonenkov, Anlagenkoordinator der Kläranlage Oldenburg.

„Wir sparen zwischen 25 und 28 % an Polymer ein – und der Entwässerungsprozess ist weiterhin stabil. Darüber hinaus sind die von Intellicant gelieferten Archivdaten zu einem unserer wertvollsten Vermögenswerte geworden“, sagt Wilfried Westermann, Leiter der Kläranlage Geseke.

In der Kläranlage Parthe in Borsdorf stieg der Trockensubstanzgehalt des entwässerten Schlamms nach Unternehmensangaben von 22 auf 24 %. Dies entspricht einer Steigerung des tatsächlichen Feststoffgehalts um etwa 10 %. Dadurch verringerte sich die Zahl der erforderlichen Transportfahrten.

Klärschlammentsorgung gewinnt an Bedeutung

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist die Menge des entsorgten Klärschlamms 2024 bundesweit wieder gestiegen. Gleichzeitig wird Klärschlamm zunehmend thermisch verwertet, während die landwirtschaftliche Nutzung weiter zurückgeht.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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