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IFAT 26: Elektrochemische Oxidation gegen Schadstoffe

W&L Coating Systems präsentiert auf der IFAT 2026 ein Verfahren zur elektrochemischen Abwasserreinigung. Mithilfe diamantbeschichteter Elektroden sollen schwer abbaubare Stoffe wie PFAS vollständig entfernt werden.

von | 16.04.26

Modularer, bipolarer Elektrolyseur mit Bor-dotierten Diamant-Anoden zum Abbau von persistenten organischen Schadstoffen wie PFAS
Quelle: W&L Coating Systems GmbH
W&L Coating Systems GmbH Elektrolyseur elektrochemisch PFAS

Die W&L Coating Systems GmbH präsentiert auf der IFAT 2026 ein Verfahren zur elektrochemischen Abwasserreinigung. Es basiert auf Bor-dotierten Diamantelektroden und zielt darauf ab, persistente Schadstoffe wie PFAS, pharmazeutische Rückstände und Industriechemikalien vollständig abzubauen.

Hintergrund sind steigende Anforderungen an die Abwasserbehandlung. Viele konventionelle Verfahren entfernen Schadstoffe zwar aus dem Wasser, konzentrieren sie jedoch in anderen Medien.

Abbau statt Abtrennung

Das vorgestellte Verfahren gehört zu den sogenannten Electrochemical Advanced Oxidation Processes (EAOPs). Dabei wird die notwendige Reaktionsenergie direkt elektrochemisch erzeugt, ohne dass zusätzliche Chemikalien eingesetzt werden müssen.

An den der bor-datierten Diamantelektroden werden die Schadstoffe elektrochemisch oxidiert, ohne thermische Zusatzenergie. Dabei wird ihre Molekülstruktur vollständig aufgebrochen und in mineralische Bestandteile überführt.

Grenzen bestehender Verfahren

In der Praxis kommen häufig Aktivkohle, Membranverfahren oder Ozonierung zum Einsatz. Diese Verfahren stoßen insbesondere bei stark belasteten Abwässern an ihre Grenzen oder erzeugen zusätzliche Reststoffe, die weiter behandelt werden müssen.

Die elektrochemische Oxidation setzt hier an, indem sie die Schadstoffe direkt zerstört, anstatt sie lediglich abzutrennen oder anzureichern.

Betrieb und Wirtschaftlichkeit

Die Diamantelektroden arbeiten mit dünnen Beschichtungsschichten (< 5 µm), was die Herstellungskosten reduzieren und gleichzeitig die Lebensdauer erhöhen soll. Dadurch verringern sich Verschleiß und Wartungsaufwand.

Während des Betriebs überwacht eine integrierte Sensorik kontinuierlich den Verschmutzungsgrad des Abwassers und passt die Leistung der Anlage entsprechend an. Das trägt laut W&L Coating Systems dazu bei, den Energieeinsatz zu optimieren. Da weder zusätzliche Chemikalien benötigt werden noch belastete Filterrückstände anfallen, können sich auch die laufenden Betriebs- und Entsorgungskosten reduzieren.

Einsatz in Industrie und kommunalen Anlagen

Typische Einsatzfelder sind industrielle Abwässer mit hohen Schadstoffkonzentrationen, etwa in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie sowie bei Entsorgungsdienstleistern und in der Herstellung von Spezialchemikalien. In kommunalen Kläranlagen kann das Verfahren insbesondere in Kombination mit Vorbehandlungsstufen eingesetzt werden, etwa zur Behandlung aufkonzentrierter Teilströme.

Die modular aufgebauten Systeme lassen sich vom Pilotmaßstab bis hin zur industriellen Anlage an unterschiedliche Durchsatzanforderungen anpassen.

 

Die W&L Coating Systems GmbH auf der IFAT Munich 2026: Halle A1, Stand 521

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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