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Palladium

Symbol: Pd

Ordnungszahl: 46

Atommasse: 106,42 u

Aggregatzustand: fest

Schmelzpunkt: 1828,05 K (1554,9 °C)

Siedepunkt: 3236 K (2963 °C)

CAS-Nummer: 7440-05-3 

Allgemeines zu Palladium

Palladium ist ein chemisches Element aus der Gruppe der Übergangsmetalle und eines der sechs Platinmetalle. Es ist ein seltenes, silberweißes Metall mit einer hohen Duktilität und einem relativ niedrigen Schmelzpunkt im Vergleich zu anderen Platinmetallen. Palladium zeichnet sich durch seine katalytischen Eigenschaften und seine Fähigkeit aus, große Mengen Wasserstoff zu absorbieren.

Vorkommen

Palladium kommt in geringen Mengen in der Erdkruste und in sehr geringer Konzentration im Meerwasser vor. Umfangreiche Vorkommen wurden in Russland, Südafrika, Kanada, Simbabwe und den Vereinigten Staaten gefunden. In einigen Regionen kommt Palladium, oft zusammen mit Gold und anderen Platinmetallen, auch in gediegener Form vor.

Gewinnung

Die Gewinnung von Palladium erfolgt hauptsächlich als Nebenprodukt bei der Förderung und Verarbeitung von Nickel- und Kupfererzen. Dabei werden komplexe metallurgische Prozesse angewendet, um Palladium von anderen Metallen zu trennen und zu reinigen.

Verwendung von Palladium

Palladium wird in verschiedenen Industrien eingesetzt. In der chemischen Industrie dient es als Katalysator, insbesondere in der Petrochemie für die Herstellung von Chemikalien und Kraftstoffen. In der Automobilindustrie wird es in Katalysatoren verwendet, die zur Reduzierung von Emissionen beitragen. Aufgrund strenger Umweltvorschriften bleibt die Nachfrage nach Palladium in dieser Branche weiterhin hoch.

Palladium spielt zudem eine Rolle in der Brennstoffzellentechnologie und der Wasserstoffspeicherung sowie -reinigung. In der Medizin findet es Anwendung in Dentallegierungen und anderen medizinischen Geräten.

Angesichts des steigenden Bedarfs und der begrenzten Verfügbarkeit von Palladium wird der nachhaltige Abbau und das Recycling des Metalls zunehmend wichtiger. Unternehmen entwickeln Technologien zur effizienteren Gewinnung und Wiederverwendung von Palladium, um die Ressource langfristig verfügbar zu halten.

Aktuelles zum Palladium-Recycling

Am Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) wurde die Nachwuchsgruppe Pep2Rec gegründet, die ein biologisches Verfahren zur Rückgewinnung von Palladium entwickelt. Ziel ist es, mithilfe von speziell designten Peptiden Palladium aus chemischen und pharmazeutischen Prozessen effizient zu extrahieren und nachhaltig zu recyceln. Das Projekt strebt an, eine Plattform zu schaffen, die nicht nur Palladium, sondern auch andere kritische Rohstoffe effektiv zurückgewinnen kann.

Gleichzeitig wird am Fraunhofer IKTS an der Entwicklung von Palladiummembranen gearbeitet, die Wasserstoff aus heißen, feuchten Prozessgasen abtrennen können. Diese Membranen sind besonders effektiv, da sie ausschließlich für Wasserstoff durchlässig sind und eine hohe Permeabilität bieten. Diese Technik könnte die Nutzung von Palladium in der Wasserstoffwirtschaft erheblich verbessern.

Biologische Bedeutung und Toxizität

Palladium hat keine bekannte biologische Funktion. In metallischer Form gilt es als relativ ungiftig. Allerdings können einige Palladiumverbindungen gesundheitsschädlich sein, insbesondere bei längerer Exposition. Die zunehmende industrielle Verwendung von Palladium hat zu einem Anstieg der Palladiumkonzentration in der Umwelt geführt.

 

Entdeckung

Palladium wurde 1802 von dem britischen Chemiker William Hyde Wollaston entdeckt, der Verfahren zur Verarbeitung von Platinerzen untersuchte. Er benannte es nach dem gerade entdeckten Asteroiden Pallas, der damals als Planet galt. Der Asteroid wiederum wurde nach der griechischen Göttin Athene benannt.

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