Ende Juli 2025 war über dem Campus der Universität der Bundeswehr München (UniBw M) ein orange-weißer Zeppelin zu sehen. Das speziell angefertigte Luftschiff ist für künftige Messungen von Feinstaub und Aerosolen vorgesehen.
Bevor im Herbst erste Erhebungen auf der Zugspitze geplant sind, nutzen Prof. Thomas Adam und sein Team die Gelegenheit, auf der Teststrecke der UniBw M die Steuerung und Kontrolle des zwölf Meter langen Zeppelins einzuüben.
Messungen in unterschiedlichen Höhen
Der Zeppelin lässt sich mit bis zu 15 Kilogramm Aerosolmesstechnik ausstatten. Die geplanten Messungen sollen in Höhenunterschieden von bis zu 1.500 Metern durchgeführt werden, inklusive der Entnahme von Filterproben für Laboranalysen.
Laut Prof. Adam liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der möglichst direkten Übertragung und Auswertung der Messdaten während des Fluges.
Vorteile gegenüber Drohnen
„Wir haben den Zeppelin anfertigen lassen, da wir mit Drohnen keine akkuraten Feinstaubdaten erheben können. Denn die Rotoren der Drohnen drücken den ganzen Staub weg. Mit dem Zeppelin hat unsere Partneruniversität in Tschechien bereits gute Erfahrungen gesammelt, und wir sind froh, dass wir nun ein eigenes System an der UniBw M haben“, so Prof. Adam.
Steuerung und Messverfahren
Das Luftschiff wird von ein bis zwei Personen und von Elektromotoren angetrieben. Über GPS-Koordinaten lassen sich Messrouten vorgeben, die in verschiedenen Höhen abgeflogen werden können. So können 3D-Modelle der Luftverschmutzung erstellt werden. Die maximale Flugdauer pro Akkuladung beträgt etwa zwei Stunden.
Einsatz in arktischen Regionen geplant
Für das kommende Frühjahr ist ein Einsatz in Spitzbergen, einer zu Norwegen gehörenden Inselgruppe, vorgesehen. Dort wird regelmäßig ein Phänomen beobachtet, das als „Arctic Haze“ bezeichnet wird: In der Luft befinden sich extrem hohe Konzentrationen von Aerosolen, die die Luft diesig erscheinen lassen.
„Wir möchten die Forschenden in Spitzbergen mit unserem neuen Zeppelin und unserer Messtechnik unterstützen und im besten Fall aufklären, warum der ‚Arctic Haze‘ jedes Jahr aufs Neue entsteht. Mit diesen Erkenntnissen lassen sich dann Lösungen finden, um Schadstoffe in der Umwelt zu reduzieren“, erklärte Prof. Adam.







