Anfang August haben Forschende der Universität zu Köln und des Forschungszentrums Jülich mit einem Zeppelin die Atmosphäre über der Metropolregion Rhein-Ruhr untersucht. Während der zweiwöchigen Messkampagne überflogen sie unter anderem Köln, Düsseldorf und Essen sowie verschiedene Waldgebiete. Im Mittelpunkt standen flüchtige organische Verbindungen (VOC), die aus unterschiedlichen natürlichen und anthropogenen Quellen in die Atmosphäre gelangen.
Spurengase über Wälder und Städte
Wälder geben große Mengen solcher Spurengase ab. In der Atmosphäre können sie zu winzigen Partikeln reagieren und dadurch Luftqualität und Klima beeinflussen. Messungen über unterschiedlich stark geschädigten Waldgebieten sollen zeigen, wie sich diese Prozesse unter veränderten Umweltbedingungen entwickeln. In Städten untersuchen die Forschenden dagegen unter anderem Emissionen aus Quellen abseits von Verkehr und Industrie, beispielsweise aus Haushaltschemikalien.
Zeppelin als Messplattform
„Der Zeppelin bietet uns Möglichkeiten, die andere Forschungsplattformen nur eingeschränkt bieten. Durch seine langsame und stabile Flugweise können wir hochpräzise Messungen in niedriger Flughöhe durchführen und Gebiete gezielt überfliegen“, so Juniorprofessorin Dr. Eva Pfannerstill.
Der Zeppelin NT fliegt überwiegend in einer Höhe zwischen 100 und 300 Metern und mit einer Geschwindigkeit von rund 65 km/h. Seine langsame und stabile Flugweise soll Messungen in niedriger Flughöhe sowie das gezielte Überfliegen ausgewählter Gebiete ermöglichen.
Für die Kampagne wurde die Passagierkabine mit wissenschaftlichen Messgeräten mit einem Gesamtgewicht von 780 kg ausgestattet. Dazu gehört unter anderem ein Massenspektrometer. Im Nasenmast des Zeppelins befindet sich außerdem ein neu entwickeltes hochauflösendes Windmesssystem.
Karten der VOC-Emissionen
Aus den Messdaten sollen hochaufgelöste Karten der VOC-Emissionen entlang der Übergänge zwischen Städten und Wäldern entstehen. Die Forschenden kombinieren die Ergebnisse anschließend mit Daten weiterer Messkampagnen und Forschungsplattformen. Dazu gehören meteorologische Messungen in der Kölner Bucht sowie Messungen mit einem Fahrrad und einem mobilen Labor in Köln. Vergleichsflüge führen zudem zu Waldmesstürmen in der Eifel und im niederländischen Loobos sowie zur Jülicher Fernerkundungsplattform JOYCE.







