Generic filters
FS Logoi

Weizen, Wirtschaft, Weltbevölkerung: Strategien entwickeln

In einem kürzlich veröffentlichten Beitrag in der Fachzeitschrift Nature Plants konnten die Autorinnen und Autoren anhand von Simulationsexperimenten zeigen, dass in den kommenden Jahren die Düngung mit Stickstoff im Anbau von Weizen bis um das Vierfache ansteigen muss. Erst dann kann das Ertragspotential der Sorten für die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung ausgeschöpft werden.

von | 19.08.24

Weizen ist die weltweit wichtigste Nutzpflanze
Quelle: KaiPilger I Pixabay
Anbau von Weizen: Düngung müsste um das Vierfache steigen

Diese erhöhte Stickstoffmenge für den Anbau von Weizen würde allerdings negative Auswirkungen auf die Ökosysteme in der Agrarlandschaft mit sich bringen. Forschende des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) waren an der Studie beteiligt.​​

Simulationsmodelle für Weizen

Die Autorinnen und Autoren der Studie plädieren dafür Strategien zu entwickeln, die die Stickstoffaufnahme im Weizenanbau verbessern. Gerade im Weizenanbau werden im weltweiten Durchschnitt nur 48% des ausgebrachten Düngers von den Pflanzen aufgenommen. Der Rest des zugeführten Stickstoffs, und damit ein großer Anteil, versickert im Boden oder wird in die Luft abgegeben. Diese überschüssige Stickstoffdüngung belastet die Wasserqualität, führt zu hohen Treibhausgasemissionen und ist ein wesentlicher Treiber beim Verlust der Biodiversität.

In der vorliegenden Untersuchung wurden Simulationsmodelle für die ertragreichsten Weizensorten eingesetzt und potenzielle Ertragssteigerungen sowie der damit verbundene Stickstoffbedarf modelliert. Dabei wurden verschiedene Klimawandelszenarien für die wichtigsten Weizenanbaugebiete weltweit angewandt. Die Studie wurde unter anderen von Prof. Frank Ewert und Prof. Heidi Webber mit konzipiert. Weitere ZALF-Wissenschaftler waren mit Modellen und Berechnungen an der Studie beteiligt. Dazu zählen Prof. Kurt-Christian Kersebaum, Prof. Claas Nendel, Dr. Amit Kumar Srivastava und Dr. Tommaso Stella.

Die Stickstoffaufnahme muss verbessert werden

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass wir uns vor allem darum kümmern müssen, dass Stickstoff für die Pflanzen im Boden verfügbar ist und von den Pflanzen effizient aufgenommen werden kann. Das hat einen großen Einfluss auf das Ertragspotenzial von Weizen aber auch auf die Umwelt. Angesichts der negativen Auswirkungen von überschüssigem Stickstoff auf Klima und Umwelt können wir die Düngegaben nicht noch weiter erhöhen, sondern müssen über Alternativen nachdenken“, so Prof. Dr. Frank Ewert, Wissenschaftlicher Direktor am ZALF und Co-Autor der Studie.

Als Lösungsansätze diskutieren die Autorinnen und Autoren unter anderem die Züchtung von Weizensorten, die Stickstoff besser aufnehmen und nutzen. Darüber hinaus bedürfe es anderer Anbaupraktiken, zum Beispiel den kombinierten Anbau von Weizen mit Leguminosen, die Stickstoff aus der Luft mit Hilfe von Knöllchenbakterien herstellen können. Keine dieser Lösungen wird allerdings allein die erforderliche Intensivierung des Weizenanbaus ermöglichen. Erforderlich ist eine sinnvolle Integration von agronomischen, genetischen und sozio-ökonomischen Zusammenhängen.

Globale Nahrungsversorgung gewährleisten

Weizen ist die weltweit wichtigste Nutzpflanze. Mit der global wachsenden Bevölkerung und steigendem Wirtschaftswachstum wird auch die Nachfrage danach ansteigen. Gleichzeitig sind jedoch die Anbauflächen weltweit begrenzt. Zudem muss die Landwirtschaft ihre negativen Auswirkungen auf Klima und Umwelt senken, damit die globale Nahrungsversorgung in Zukunft weiter gewährleistet bleiben kann. Der Klimawandel stellt diese Ansprüche vor weitere Herausforderungen. Nachhaltige Lösungen erfordern die Betrachtung des gesamten Agrar- und Ernährungssystems.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

IFAT 2026 verzeichnet Rekordbeteiligung
IFAT 2026 verzeichnet Rekordbeteiligung

Die IFAT Munich 2026 hat mit rund 3.400 Ausstellern und etwa 142.000 Besuchenden neue Rekordwerte erreicht. Im Mittelpunkt der Weltleitmesse standen Wasserwirtschaft, Recycling und Circular Economy.

mehr lesen
Absorberanlagen zur PFAS-Entfernung im Trinkwasser
Absorberanlagen zur PFAS-Entfernung im Trinkwasser

Die Grünbeck AG stellt Filtersysteme zur Entfernung von PFAS in Trinkwasser vor. Die Anlagen sind für Wasserversorger, Kommunen und industrielle Anwendungen ausgelegt und sollen lang- sowie kurzkettige PFAS-Verbindungen aus belastetem Rohwasser entfernen.

mehr lesen
Ultrafeinstaub: Messungen zeigen Einfluss des Flughafens
Ultrafeinstaub: Messungen zeigen Einfluss des Flughafens

Das Forum Flughafen und Region (FFR) koordiniert eine Studie zum Ultrafeinstaub im Umfeld des Frankfurter Flughafens, die von einem Konsortium unter Federführung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) durchgeführt wird. Die Ergebnisse zeigen, dass der Flughafen vor allem sehr kleine Partikel beeinflusst.

mehr lesen
KI-System für Klärschlammentwässerung
KI-System für Klärschlammentwässerung

GEA hat ein digitales System zur automatisierten Steuerung von Dekanterzentrifugen für Kläranlagen vorgestellt. Die Technologie kombiniert Sensorik, Echtzeitdaten und autonome Regelung, um Polymerverbrauch, Entsorgungskosten und Betriebsaufwand zu reduzieren.

mehr lesen
KI-Assistent für Druckluftanlagen
KI-Assistent für Druckluftanlagen

Forschende der Universität Stuttgart haben gemeinsam mit WRS Energie + Druckluft GmbH ein lokal betriebenes KI-System für Druckluftanlagen entwickelt. Es kombiniert ein Sprachmodell und einen digitalen Zwilling und soll den Anlagenbetrieb unterstützen.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03