Generic filters
FS Logoi

Verfahren zur CO2-Bindung in Industrieabwässern

Eine Studie des Helmholtz-Zentrums Hereon zeigt, dass sich CO2 mithilfe alkalischer Industrieabwässer chemisch binden lässt. Das Verfahren könnte in Branchen wie Stahl- oder Zementproduktion eingesetzt werden.

von | 13.04.26

Alkalische Industrieabwässer können zur chemischen Bindung von CO2 genutzt werden (Symbolbild).
Quelle: Anastasiia/ AdobeStock
Industrie Abwasser Industrieabwässer

Forschende des Helmholtz-Zentrums Hereon haben untersucht, wie sich Kohlendioxid mithilfe alkalischer Industrieabwässer chemisch binden lässt. Solche Abwässer fallen unter anderem in der Stahl- und Zementproduktion an und werden bislang nach Neutralisation in Gewässer eingeleitet. Die Studie zeigt, dass diese Abwässer für die Bindung von CO2 genutzt werden können.

Chemische Bindung statt konventioneller Neutralisation

Grundlage ist ein chemischer Prozess, bei dem CO2 aus der Luft im Wasser zu Kohlensäure reagiert. Trifft diese auf alkalische Flüssigkeiten, wie zum Beispiel eine Lauge, entsteht Hydrogenkarbonat, das das CO2 langfristig im Wasser bindet. Bislang erfolgt die Neutralisation industrieller Abwässer meist durch Zugabe von Schwefelsäure oder Salzsäure. Das dabei vorhandene Potenzial zur CO2-Bindung bleibt ungenutzt.

Anwendung im industriellen Maßstab

Das untersuchte Verfahren nutzt vorhandene industrielle Prozesse. Die Reaktion kann direkt am Standort stattfinden, wodurch sich der Aufwand für Transport und zusätzliche Infrastruktur reduziert. Berechnungen zeigen, dass sich mit diesem Ansatz relevante Mengen CO2 binden lassen. Gleichzeitig bleibt der Energiebedarf vergleichsweise gering.

Potenzial weltweit

In der Fachwelt werden verschiedene Ansätze zur CO2-Bindung diskutiert, etwa die Nutzung von Gesteinsmehl. Diese sind jedoch mit hohem logistischem Aufwand verbunden. Die Nutzung industrieller Abwässer bietet einen Ansatz, da die notwendigen Stoffströme bereits vorhanden sind. Weltweit könnten auf diese Weise künftig jährlich rund 30 Millionen Tonnen CO2 gebunden werden.

Die Studie ist im Fachjournal „Journal Environment, Science & Technology Letters“ veröffentlicht.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Wasseraufbereitung für Kreuzfahrtschiffe
Wasseraufbereitung für Kreuzfahrtschiffe

ProMinent hat gemeinsam mit dem Anlagenbauer Kovar ein Konzept zur Wasseraufbereitung auf Kreuzfahrtschiffen umgesetzt. Die Systeme sollen die Aufbereitung von Pool-, Trink- und Abwasser an Bord übernehmen.

mehr lesen
Edelstahl-Bremsscheiben reduzieren Feinstaubemissionen
Edelstahl-Bremsscheiben reduzieren Feinstaubemissionen

Ein Projektkonsortium mit Beteiligung des Fraunhofer IWU hat eine Bremsscheibe aus Edelstahl entwickelt, die den Abrieb deutlich reduzieren soll. Die Lösung erfüllt laut Projektteam die künftigen Anforderungen der Euro-7-Norm an Feinstaubemissionen von Bremsen.

mehr lesen
IFAT 2026 verzeichnet Rekordbeteiligung
IFAT 2026 verzeichnet Rekordbeteiligung

Die IFAT Munich 2026 hat mit rund 3.400 Ausstellern und etwa 142.000 Besuchenden neue Rekordwerte erreicht. Im Mittelpunkt der Weltleitmesse standen Wasserwirtschaft, Recycling und Circular Economy.

mehr lesen
Absorberanlagen zur PFAS-Entfernung im Trinkwasser
Absorberanlagen zur PFAS-Entfernung im Trinkwasser

Die Grünbeck AG stellt Filtersysteme zur Entfernung von PFAS in Trinkwasser vor. Die Anlagen sind für Wasserversorger, Kommunen und industrielle Anwendungen ausgelegt und sollen lang- sowie kurzkettige PFAS-Verbindungen aus belastetem Rohwasser entfernen.

mehr lesen
Ultrafeinstaub: Messungen zeigen Einfluss des Flughafens
Ultrafeinstaub: Messungen zeigen Einfluss des Flughafens

Das Forum Flughafen und Region (FFR) koordiniert eine Studie zum Ultrafeinstaub im Umfeld des Frankfurter Flughafens, die von einem Konsortium unter Federführung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) durchgeführt wird. Die Ergebnisse zeigen, dass der Flughafen vor allem sehr kleine Partikel beeinflusst.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03