Generic filters
FS Logoi

Ultrafeinstaub: Reduzierung von Schmierölemissionen

Schmieröl in den heißen Abgasen von Flugzeugturbinen kann Ultrafeinstaubpartikel bilden, sobald sich die Abgase abkühlen. Dies zeigte jetzt eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt und des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie.

von | 18.01.23

Schmieröl in den heißen Abgasen von Flugzeugturbinen kann Ultrafeinstaubpartikel bilden, sobald sich die Abgase abkühlen. Foto: AdobeStock/kirill_makarov
Flugzeig Turbine Schmieröl Emission
Flugzeig Turbine Schmieröl Emission
18.01.2023 Ι Schmieröl in den heißen Abgasen von Flugzeugturbinen kann Ultrafeinstaubpartikel bilden, sobald sich die Abgase abkühlen. Dies zeigte jetzt eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt und des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie.

Feinstaub aus Flugzeugturbinen

Seit mehreren Jahren misst das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) die Anzahl und Größe ultrafeiner Partikel an verschiedenen Luftmessstationen im Umfeld des Frankfurter Flughafens. Im vergangenen Jahr analysierten Wissenschaftler:innen um Prof. Alexander Vogel von der Goethe-Universität die chemische Zusammensetzung der Ultrafeinstaubpartikel. Dabei stießen sie auf eine Gruppe organischer Verbindungen, die ihren chemischen Fingerabdrücken zufolge aus Turbinen-Schmierölen stammten.

Jetzt hat das Wissenschaftsteam diesen Befund durch weitere chemische Messungen der Ultrafeinstaubpartikel bestätigt: Die Partikel stammen zu einem bedeutenden Teil aus synthetischen Turbinenschmierölen und waren besonders stark in den kleinsten Partikelklassen vertreten, die 10 bis 18 Nanometer große Partikel umfassen. Solche Schmieröle können zum Beispiel über Entlüftungsöffnungen, in denen nanometergroße Schmieröltröpfchen und Öldämpfe nicht vollständig abgeschieden werden, in den Abgasstrom der Turbine gelangen.

In Laborexperimenten gelang es zudem, die Bildung ultrafeiner Partikel aus Schmierölen nachzustellen. Dazu wurde ein gängiges Turbinenschmieröl in einem heißen Gasstrom, der die Turbinenabgase simulierte, zunächst bei rund 300 Grad Celsius verdampft, dann abgekühlt und anschließend die Anzahl-Größenverteilung der gebildeten Partikel gemessen.

„Wenn das verdampfte Schmieröl abkühlt, sind die gasförmigen synthetischen Ester übersättigt und bilden die Kerne für neue Partikel, die rasch zu Partikeln von rund 10 Nanometern Größe anwachsen können. Diese Partikel, so legen es unsere Untersuchungen nahe, machen einen großen Teil des Ultrafeinstaubs aus, der an Flugzeugturbinen entsteht. Die bisherige Annahme, Ultrafeinstaub entstehe vorwiegend aus Schwefel- und aromatischen Verbindungen aus dem Kerosin, trifft offenbar nicht zu. Eine Reduzierung der Schmierölemissionen birgt nach unserer Erkenntnis ein wichtiges Potenzial zur Minderung der ultrafeinen Partikel“, so Atmosphärenchemiker Prof. Alexander Vogel vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Die Untersuchungen zeigen, dass die Bildung ultrafeiner Partikel an Turbinen nicht auf die Verbrennung von Kerosin allein beschränkt ist. Dies sollte bei möglichen Minderungsmaßnahmen berücksichtigt werden. Die Verwendung schwefelarmer Kerosine oder die Umstellung auf nachhaltig hergestellte Kraftstoffe können somit nur einen Teil der Ultrafeinstaubbelastung reduzieren.

Die Belastung durch ultrafeine Partikel und deren gesundheitliche Auswirkung wird ab 2023 im Rahmen einer umfangreichen wissenschaftlichen Studie des Landes Hessen untersucht werden. Hierbei können die Ergebnisse der aktuellen Studie helfen, flughafenspezifische Partikel zu identifizieren und mögliche Minderungsmaßnahmen abzuleiten.

Weitere Informationen

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Schmieröl in den heißen Abgasen von Flugzeugturbinen kann Ultrafeinstaubpartikel bilden, sobald sich die Abgase abkühlen. Foto: AdobeStock/kirill_makarov

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

PFAS-Belastung bei Wildschweinen nachgewiesen
PFAS-Belastung bei Wildschweinen nachgewiesen

Eine Auswertung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt eine weitverbreitete PFAS-Belastung bei Wildschweinen. Sämtliche 114 untersuchten Proben überschritten die gesetzlichen Höchstgehalte. Auch in Wildschweinfleisch wurden teilweise erhöhte Konzentrationen festgestellt.

mehr lesen
Exportwachstum bei Verfahrenstechnik und Lufttechnik
Exportwachstum bei Verfahrenstechnik und Lufttechnik

Die deutschen Exporte von Verfahrenstechnik und Allgemeiner Lufttechnik sind im ersten Halbjahr 2026 gestiegen. Der VDMA verzeichnet jedoch deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und Regionen. Während die Verfahrenstechnik insbesondere in China zulegte, kamen bei der Allgemeinen Lufttechnik Wachstumsimpulse vor allem aus europäischen Märkten.

mehr lesen
Katalysator für die elektrochemische CO₂-Verwertung
Katalysator für die elektrochemische CO₂-Verwertung

Forschende des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) und internationale Partner haben untersucht, wie sich die elektrochemische Umwandlung von CO₂ zu Kohlenmonoxid effizienter gestalten lässt. Im GreenQUEST-Projekt optimierten sie dafür Katalysatorschichten aus Silbernanopartikeln und veränderten zusätzlich die Reaktion an der Anode.

mehr lesen
Wasseraufbereitungsspezialist erweitert Vorstand
Wasseraufbereitungsspezialist erweitert Vorstand

Die Grünbeck AG erweitert zum 1. Januar 2027 ihren Vorstand von einem auf drei Mitglieder. Mit Sandra Stricker und Harald Wiedenmann rücken zwei langjährige Führungskräfte aus dem Unternehmen in das Gremium auf. Dr. Günter Stoll übernimmt den Vorstandsvorsitz.

mehr lesen
Arzneimittelrückstände mit Ozon entfernen
Arzneimittelrückstände mit Ozon entfernen

Im Forschungsprojekt OZON-EFF entwickelt Prof. Dr. Verena Fath einen Rieselfilmreaktor zur Ozonbehandlung kommunaler Abwässer. Durch einen verbesserten Kontakt zwischen Ozon und Wasser soll die Entfernung von Arzneimittelrückständen und anderen organischen Spurenstoffen mit geringerem Energie- und Ressourcenverbrauch möglich werden.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03