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Studie zu Preissignalen für zeitlich begrenzte CO2-Entnahmen

Eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) analysiert, wie Märkte und Bepreisungssysteme für nicht permanente CO2-Entnahmen ausgestaltet werden sollen. Entscheidend sei demnach die Dauer der CO2-Speicherung.

von | 09.02.26

Nicht permanente CO2-Entnahmen wie Aufforstung spielen eine Rolle im Übergang zu klimaneutralen Volkswirtschaften.
Quelle: AVTG/ AdobeStock
Wald Baum Bäume CO2 CO2-Entnahme

Technologien zur Entnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre gewinnen im Klimaschutz an Bedeutung. Für die politische Ausgestaltung entsprechender Maßnahmen ist jedoch entscheidend, wie lange das entnommene CO2 gespeichert bleibt. Eine aktuelle Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) untersucht diesen Aspekt aus ökonomischer Perspektive.

Nicht permanente CO2-Entnahmen, etwa durch Aufforstung, können Kohlendioxid über Jahrzehnte oder Jahrhunderte binden. Andere Verfahren, wie die Abscheidung mit anschließender geologischer Speicherung, gelten dagegen als dauerhaft. Da Treibhausgase sehr lange in der Atmosphäre verbleiben können, haben zeitlich begrenzte Entnahmen langfristig einen geringeren Ausgleichseffekt als permanente.

Konsequenzen für CO2-Bepreisung und Anreizsysteme

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich dieser Unterschied im Wert der Entnahmen in der CO2-Bepreisung widerspiegeln sollte. Politische Instrumente, die Anreize für CO2-Entnahmen setzen, müssten die jeweilige Speicherzeit berücksichtigen. Auf Basis ökonomischer Prinzipien zeigen die Autor:innen, warum permanente Entnahmen einen höheren gesellschaftlichen Wert haben als nicht permanente.

Zur Veranschaulichung leitet das Forschungsteam eine mathematische Formel ab: Nimmt beispielsweise die gespeicherte CO2-Menge eines Aufforstungsprojekts innerhalb von 50 Jahren um die Hälfte ab, ist dieses nur als halb so wertvoll zu bewerten wie eine dauerhafte Speicherung.

Übergangslösungen und langfristige Verpflichtungen

Die Forschenden weisen darauf hin, dass Verfahren zur permanenten CO2-Entnahme bislang noch nicht in großem Maßstab verfügbar sind. Nicht permanente Entnahmen könnten daher eine wichtige Übergangsfunktion erfüllen, bis dauerhafte Optionen weiterentwickelt sind. Gleichzeitig entstehe dadurch jedoch eine Verpflichtung für künftige Generationen, das später wieder freigesetzte CO2 erneut aufzunehmen.

Bedeutung von Monitoring und Verifizierung

Neben der Preisgestaltung beleuchtet die Studie die Frage der Regulierung. Projekte zur nicht permanenten CO2-Speicherung könnten langfristig finanzielle Risiken und Fehlanreize erzeugen, etwa wenn zugesagte Entnahmen nicht dauerhaft abgesichert werden. Um solche Effekte zu vermeiden, analysiert das Forschungsteam verschiedene Ansätze der Besteuerung und Subventionierung.

Als zentrale Voraussetzung für funktionierende Märkte benennen die Autor:innen ein verlässliches Monitoring sowie die transparente Verifizierung von entnommenem und freigesetztem CO2. Nur so lasse sich die Wirksamkeit von Anreizsystemen gegenüber Aufsichtsbehörden und Marktteilnehmenden sicherstellen.

Zur Studie in der Fachzeitschrift Environmental and Resource Economics

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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