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Studie zeigt Einfluss von Informationen auf Mülltrennung

Eine Studie der Universität Hohenheim zeigt, dass Informationen über die Auswirkungen falscher Mülltrennung die Fehlerquote deutlich senken könnte. In einem Feldversuch reduzierte sich die Zahl der Fehlwürfe um rund 70 %.

von | 15.04.26

Bananenschale im gelben Sack: einer von insgesamt 3.791 Fehlwürfen im Studienzeitraum
Quelle: Universität Hohenheim / Eva Pawelczyk
Universität Hohenheim Müll Mülltrennung

Ein Forschungsteam der Universität Hohenheim hat untersucht, wie sich Informationsangebote auf die Mülltrennung in Haushalten auswirken. Das Ergebnis: Wenn Menschen nachvollziehen können, warum Abfälle getrennt werden sollen, sinkt die Fehlerquote deutlich.

Feldversuche mit Haushalten

Für die Studie begleiteten die Forschenden 102 Haushalte in Stuttgart über zwei Zeiträume von jeweils sieben Tagen. Alle Teilnehmenden trennten ihre Abfälle in die Kategorien Restmüll, Bioabfall und Plastik. Nach jeder Müllabfuhr analysierte das Forschungsteam die Abfälle im Labor und erfassten systematisch den falsch getrennten Müll.

Nach der ersten Woche erhielt etwa die Hälfte der Teilnehmenden einen Informationsflyer. Der Flyer verzichtete bewusst auf konkrete Sortieranleitungen und erklärte stattdessen die Auswirkungen falscher Mülltrennung.

So wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass das Recycling von Kunststoffen Energie spart und CO2-Emissionen reduziert. Zudem wurde erläutert, dass korrekt getrennte Bioabfälle zu Kompost verarbeitet werden können, der den Boden nährt und Treibhausgasemissionen mindert.

Deutlicher Rückgang der Fehlwürfe

Im ersten Erhebungszeitraum dokumentierte das Team insgesamt 3.791 Fehlwürfe. Besonders häufig traten sie im Restmüll auf.

In der zweiten Woche zeigte sich ein klarer Unterschied: In der Gruppe mit den Flyern sank die Zahl der Fehlwürfe pro Haushalt deutlich, während sie in der Vergleichsgruppe nahezu unverändert blieb. Insgesamt reduzierte sich die Fehlerquote um rund 70 %.

Aufklärung als Ansatz

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass einfache Informationsmaßnahmen das Verhalten im Alltag beeinflussen können. Entscheidend ist dabei weniger die Anleitung selbst als das Verständnis für die Folgen falscher Mülltrennung.

„Schlüssel für eine bessere Mülltrennung ist, der Bevölkerung die direkten Vorteile für Gesellschaft und Umwelt vor Augen zu führen“, so Eva Pawelczyk, Doktorandin am Fachgebiet „Verbraucherverhalten in der Bioökonomie“ der Universität Hohenheim.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass bereits einfache und kostengünstige Informationsmaßnahmen einen spürbaren Unterschied machen können“, erklärte Jun.-Prof. Dr. Ramona Weinrich, Leiterin des Fachgebiets Verbraucherverhalten in der Bioökonomie.

Die Ergebnisse sind im Fachjournal „Journal of Environmental Management“ veröffentlicht.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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