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Studie ebnet Weg zur industriellen Phosphorrückgewinnung

Im EU-Projekt FlashPhos haben 17 Partner unter Koordination der Universität Stuttgart eine Front-End-Engineering-Design-(FEED-)Studie abgeschlossen. Sie definiert das industrielle Konzept für die Rückgewinnung von weißem Phosphor aus Klärschlamm.

von | 18.02.26

Die FEED-Studie überführt die bestehende Demonstrationsanlage in ein industrielles Anlagenkonzept für die großtechnische Phosphorrückgewinnung.
Quelle: Kalyakan / AdobeStock
Phosphor Kläranlage Klärschlamm Phosphorrückgewinnung

Die Projektpartner des EU-Projekts FlashPhos haben die Front-End-Engineering-Design- (FEED-)Studie zur industriellen Umsetzung der Phosphorrückgewinnung abgeschlossen. Die Studie überführt die bestehende Demonstrationsanlage in ein industrielles Anlagenkonzept und berücksichtigt dabei Prozesseffizienz, Sicherheit, Umweltauswirkungen und Wirtschaftlichkeit. Damit wird die Grundlage für weitere Investitions- und Umsetzungsentscheidungen geschaffen.

Im Zentrum steht das Design einer ersten großtechnischen Anlage mit einer Kapazität von 5.000 Tonnen Weißphosphor (P₄) pro Jahr. Das Konzept integriert die Anlage in ein Referenzzementwerk mit einer Klinkerproduktion von 3.000 Tonnen pro Tag und zeigt, wie sich das Verfahren in bestehende industrielle Infrastrukturen einbinden lässt.

Thermochemisches Verfahren im industriellen Maßstab

Im Rahmen des Projekts demonstrieren 17 europäische Partner ein thermochemisches Verfahren zur Rückgewinnung von elementarem weißen Phosphor aus Klärschlamm. Weißer Phosphor gilt als strategischer Rohstoff für Branchen wie die Lebensmittel- und Pharmaindustrie.

Das Steinbeis-Europa-Zentrum unterstützt das Projekt beim administrativen Management sowie bei der Kommunikation und Verwertung der Ergebnisse.

Synergien mit der Zementindustrie

Ein zentrales Ergebnis der FEED-Studie ist die Integration des Verfahrens in die Zementproduktion. Simulationen zeigen, dass das entstehende Synthesegas einen Teil der konventionellen Brennstoffe und CO2-Emissionen ersetzen kann. Gleichzeitig kann die im Prozess entstehende Raffinierschlacke als Klinkersubstitut oder als ergänzender zementgebundener Baustoff eingesetzt werden.

Dadurch ergeben sich Potenziale zur Reduktion fossiler Brennstoffe und zur Verringerung prozessbedingter Emissionen in der Zementindustrie.

Grundlage für nächste Umsetzungsschritte

Die A TEC Production and Services GmbH leitete die FEED-Studie gemeinsam mit Industrie- und Forschungspartnern. Mit dem Abschluss der Studie beginnen nun die nächsten Schritte, darunter Detailplanung, Genehmigungsverfahren sowie die Vorbereitung kommerzieller Anlagen.

Ziel des Projekts ist es, die Phosphorrückgewinnung in Europa industriell zu etablieren und Klärschlamm als Rohstoffquelle im Sinne einer Kreislaufwirtschaft zu nutzen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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