Generic filters
FS Logoi

Stoffbelastung von Beschäftigen bei der additiven Fertigung

3D-Druck beziehungsweise additive Fertigungsverfahren verbreiten sich zunehmend in der Produktion. Im Rahmen eines Forschungsprojektes untersuchte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Belastung der Beschäftigten am Arbeitsplatz bei Pulverbettverfahren durch die eingesetzten Stoffe sowie deren mögliche Zersetzungsprodukte.

von | 26.05.21

3D-Druck beziehungsweise additive Fertigungsverfahren verbreiten sich zunehmend in der Produktion – nicht nur von Prototypen, sondern auch von Werkzeugen und industriellen Bauteilen. Im Rahmen eines Forschungsprojektes untersuchte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Belastung der Beschäftigten am Arbeitsplatz bei Pulverbettverfahren durch die eingesetzten Stoffe sowie deren mögliche Zersetzungsprodukte. Der Bericht „Expositionsermittlung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen bei Additiven Fertigungsverfahren – Einsatz von Pulverbettverfahren“ wurde im März 2021 veröffentlicht. Beim Einsatz von Kunststoffpulvern wurden die Arbeitsplatzgrenzwerte fast immer eingehalten. Hingegen kam es beim Einsatz von Metallpulvern mehrfach zu Überschreitungen der Beurteilungsmaßstäbe von metallischen Bestandteilen der Legierung im Staub. Auf Basis der Messergebnisse und betrieblichen Bedingungen gibt der Bericht Empfehlungen, um die Arbeit mit additiven Fertigungsverfahren sicher zu gestalten.

Messungen an Personen und Arbeitsplätzen

Pulverbettbasierte additive Fertigungsverfahren haben sich bereits in vielen Bereichen, wie der Automobilindustrie, der Luftfahrttechnik oder dem Werkzeugbau, etabliert. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden in insgesamt zehn Betrieben personengetragene und ortsfeste Arbeitsplatzmessungen durchgeführt. Dabei wurde die inhalative Exposition der Beschäftigten gegenüber den eingesetzten Stoffen und möglichen Reaktionsprodukten bei der Anwendung von Metall- und Kunststoffpulvern ermittelt. Neun von zehn Betrieben hielten den allgemeinen Staubgrenzwert sowohl für die einatembare als auch die alveolengängige Staubfraktion ein. Lediglich in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb kam es zu Grenzwertüberschreitungen bei der alveolengängigen Fraktion. Bei der Verarbeitung von Kunststoffpulvern lagen die freigesetzten organischen Zersetzungsprodukte stets deutlich unterhalb der Beurteilungsmaßstäbe. Wurden Metallpulver verarbeitet, ließen sich wiederholt zum Teil deutliche Überschreitungen der Beurteilungsmaßstäbe beobachten, insbesondere bei Störungen des normalen Betriebsablaufes und unzureichenden Lüftungsbedingungen. Dabei waren Cobalt und Nickel sowie deren Verbindungen die kritischen Gefahrstoffe.

Empfehlungen für ein staubarmes Arbeiten an 3D-Druckern

Abschließend empfiehlt der Bericht der betrieblichen Praxis, ein staubarmes Arbeiten bei Anwendung von additiven Verfahren sicherzustellen. Offene Schüttvorgänge sollten vermieden werden. Die Anlagen sollten standardmäßig mit integrierter Pulverzufuhr und -absaugung sowie Handschuhkästen ausgestattet sein. Werden Störungen bei der Fertigung beseitigt, sollte filtrierender Atemschutz getragen werden. Beim Einsatz von cobalt- oder nickelhaltigen Metalllegierungen müssen die Anforderungen der Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 910 und TRGS 561 unbedingt beachtet werden.

Der vollständige Bericht kann von bei der BAuA heruntergeladen werden.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Arzneimittelrückstände mit Ozon entfernen
Arzneimittelrückstände mit Ozon entfernen

Im Forschungsprojekt OZON-EFF entwickelt Prof. Dr. Verena Fath einen Rieselfilmreaktor zur Ozonbehandlung kommunaler Abwässer. Durch einen verbesserten Kontakt zwischen Ozon und Wasser soll die Entfernung von Arzneimittelrückständen und anderen organischen Spurenstoffen mit geringerem Energie- und Ressourcenverbrauch möglich werden.

mehr lesen
Powtech Technopharm 2026 zieht Bilanz
Powtech Technopharm 2026 zieht Bilanz

Rund 6.000 Fachbesucher und 397 Aussteller aus 29 Ländern kamen zur Powtech Technopharm 2026 nach Nürnberg. Die internationale Fachmesse für Verfahrenstechnik widmete sich unter anderem den Themen Energieeffizienz, Recycling, Digitalisierung und Prozesssicherheit. Die nächste Ausgabe ist für September 2028 geplant.

mehr lesen
Kunststoffrecycling besser bewerten
Kunststoffrecycling besser bewerten

Der VDI hat den Entwurf der Richtlinie VDI 4095 „Bewertung von Kunststoffen in der Kreislaufwirtschaft“ veröffentlicht. Sie bündelt Begriffe, rechtliche Grundlagen, Recyclingverfahren und Bewertungsmethoden und soll damit eine gemeinsame Grundlage für die Akteure entlang der Kunststoff-Wertschöpfungskette schaffen.

mehr lesen
Ilmac Lausanne 2026: steigende Teilnehmer- und Ausstellerzahlen
Ilmac Lausanne 2026: steigende Teilnehmer- und Ausstellerzahlen

Die Ilmac Lausanne 2026 ist mit 3.952 Teilnehmenden und 213 Ausstellenden zu Ende gegangen. Damit stieg die Zahl der Teilnehmenden gegenüber 2024 um 18,6 Prozent, die der Ausstellenden um sieben Prozent. Inhaltlich standen unter anderem Automatisierung, Künstliche Intelligenz, Process Analytical Technology und Biotechnologie im Mittelpunkt.

mehr lesen
Verfahren zur Aufbereitung von Deponiegas
Verfahren zur Aufbereitung von Deponiegas

Forschende der Frankfurt University of Applied Sciences entwickeln gemeinsam mit Prodeval ein Verfahren zur Aufbereitung methanreicher Deponiegase. Durch die Kombination von Adsorption und Membrantrennung soll insbesondere die Abtrennung von Stickstoff verbessert und mehr Methan für eine weitere Nutzung gewonnen werden.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03