Generic filters
FS Logoi

Satellit EnMAP erfasst CO₂ und NO₂ gleichzeitig über Kraftwerken

Ein Forschungsteam hat mithilfe des deutschen Umweltsatelliten EnMAP gleichzeitig Kohlendioxid und Stickstoffdioxid in Abgasfahnen einzelner Kraftwerke beobachtet – mit bisher unerreichter räumlicher Auflösung. Die Methode könnte künftig zur genaueren Überwachung industrieller Emissionen beitragen.

von | 12.05.25

Der deutsche Umweltsatellit EnMAP erfasst Luftschadstoffe wie CO₂ und NO₂ mit 30 x 30 Meter Auflösung.
Quelle: AngrySun/Adobe Stock
EnMAP

Ein gemeinsames Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für Chemie und der Universität Heidelberg hat mithilfe des deutschen Satelliten EnMAP (Environmental Mapping and Analysis Program) gleichzeitig Kohlendioxid (CO₂) und Stickstoffdioxid (NO₂) in Abgasfahnen von Kraftwerken nachgewiesen. Die satellitengestützte Beobachtung gelang mit einer räumlichen Auflösung von 30 Metern und kann neue Möglichkeiten zur Analyse industrieller Emissionen und atmosphärischer Prozesse liefern.

Perspektiven für die Emissionsüberwachung

Satellitenmessungen gelten als wichtiges Werkzeug zur unabhängigen Überwachung von Luftschadstoffen. Bisher war es jedoch technisch nicht möglich, CO₂ und NO₂ gleichzeitig aus punktuellen Quellen wie Kraftwerken zu messen. Der Grund: Viele Satelliten besitzen eine zu geringe räumliche Auflösung. Zudem erschweren atmosphärische Prozesse wie Wolken oder chemische Umwandlungen die Auswertung. Besonders bei CO₂ werde das Emissionssignal durch hohe Hintergrundwerte oft überdeckt.

EnMAP liefert hochaufgelöste Daten

Der Satellit EnMAP wurde ursprünglich zur Fernerkundung von Landoberflächen entwickelt. Er bietet eine hohe räumliche Auflösung von 30 x 30 Metern, jedoch nur eine vergleichsweise geringe spektrale Auflösung. Die Studie lässt darauf schließen, dass mit EnMAP dennoch zuverlässige Messungen atmosphärischer Spurengase möglich sind.

„Es ist uns gelungen, mithilfe der EnMAP-Daten die Verteilung von CO₂ und NO₂ in Abgasfahnen einzelner Kraftwerke zu bestimmen, etwa über Anlagen in Saudi-Arabien sowie in der südafrikanischen Highveld-Region, einem der weltweit größten Emissions-Hotspots“, erklärt Christian Borger, Erstautor der Studie.

Chemische Prozesse mit EnMAP aus dem All beobachtet

Mit den Daten aus EnMAP sollen sich nicht nur Emissionen einzelner Anlagen direkt abschätzen lassen, sondern auch das Verhältnis von NOₓ zu CO₂ bestimmen. Diese Kennzahlen können Hinweise auf die Betriebsweise und mögliche Effizienz der Kraftwerke liefern.

Zudem können diese Messungen Rückschlüsse auf chemische Prozesse in der Atmosphäre bieten – etwa auf die Umwandlung von NO zu NO₂ innerhalb von Abgasfahnen, die bislang nur mit aufwendigen Flugzeugmessungen beobachtet werden konnte. Die satellitengestützte Beobachtung soll hier den Vorteil bieten, eine weltweite und vergleichbare Erfassung von Emissionen zu ermöglichen.

Anwendungsperspektiven und Ausblick

„Unsere Studie zeigt, wie Satelliten mit hoher räumlicher Auflösung künftig zur gezielten Überwachung industrieller Emissionen beitragen können – auch ergänzend zu großflächigen Missionen wie dem europäischen Satelliten CO2M“, resümiert Gruppenleiter Thomas Wagner.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

PFAS-Belastung bei Wildschweinen nachgewiesen
PFAS-Belastung bei Wildschweinen nachgewiesen

Eine Auswertung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt eine weitverbreitete PFAS-Belastung bei Wildschweinen. Sämtliche 114 untersuchten Proben überschritten die gesetzlichen Höchstgehalte. Auch in Wildschweinfleisch wurden teilweise erhöhte Konzentrationen festgestellt.

mehr lesen
Exportwachstum bei Verfahrenstechnik und Lufttechnik
Exportwachstum bei Verfahrenstechnik und Lufttechnik

Die deutschen Exporte von Verfahrenstechnik und Allgemeiner Lufttechnik sind im ersten Halbjahr 2026 gestiegen. Der VDMA verzeichnet jedoch deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und Regionen. Während die Verfahrenstechnik insbesondere in China zulegte, kamen bei der Allgemeinen Lufttechnik Wachstumsimpulse vor allem aus europäischen Märkten.

mehr lesen
Katalysator für die elektrochemische CO₂-Verwertung
Katalysator für die elektrochemische CO₂-Verwertung

Forschende des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) und internationale Partner haben untersucht, wie sich die elektrochemische Umwandlung von CO₂ zu Kohlenmonoxid effizienter gestalten lässt. Im GreenQUEST-Projekt optimierten sie dafür Katalysatorschichten aus Silbernanopartikeln und veränderten zusätzlich die Reaktion an der Anode.

mehr lesen
Wasseraufbereitungsspezialist erweitert Vorstand
Wasseraufbereitungsspezialist erweitert Vorstand

Die Grünbeck AG erweitert zum 1. Januar 2027 ihren Vorstand von einem auf drei Mitglieder. Mit Sandra Stricker und Harald Wiedenmann rücken zwei langjährige Führungskräfte aus dem Unternehmen in das Gremium auf. Dr. Günter Stoll übernimmt den Vorstandsvorsitz.

mehr lesen
Arzneimittelrückstände mit Ozon entfernen
Arzneimittelrückstände mit Ozon entfernen

Im Forschungsprojekt OZON-EFF entwickelt Prof. Dr. Verena Fath einen Rieselfilmreaktor zur Ozonbehandlung kommunaler Abwässer. Durch einen verbesserten Kontakt zwischen Ozon und Wasser soll die Entfernung von Arzneimittelrückständen und anderen organischen Spurenstoffen mit geringerem Energie- und Ressourcenverbrauch möglich werden.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
fs-journal.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
fs-journal.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: