Generic filters
FS Logoi

Quantenmechanischer Effekt beeinflusst Elektrodenkapazität

Forschende der Theorieabteilung am Fritz-Haber-Institut zeigen, dass ein quantenmechanischer Effekt an Metalloberflächen die elektrochemische Kapazität deutlich beeinflussen kann – ein möglicher Schlüssel zur realistischeren Simulation neuer Elektrodenmaterialien.

von | 14.07.25

Wenn Elektronen ins Wasser „springen“: Das Geheimnis hinter hohen Elektrodenkapazitäten
Quelle: J. Am. Chem. Soc.
Elektronen Springen FH Institut Effekt

Die Entwicklung von Elektrolyseuren zur klimaneutralen Wasserstoffproduktion erfordert ein detailliertes Verständnis der Vorgänge an den Oberflächen der eingesetzten Metallelektroden. Forschende der Theorieabteilung am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft zeigen nun, dass ein quantenmechanischer Effekt – ein Überschwappen der Metallelektronen in die wässrige Elektrolytumgebung – die Energiespeicherkapazität von Elektroden um mehr als das Zehnfache steigern kann.

Herausforderung: Elektrodenkapazität korrekt simulieren

Die elektrochemische Erzeugung von Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoffen gilt als wesentlicher Bestandteil der zukünftigen nachhaltigen Energiespeicherung. Allerdings stoßen derzeit eingesetzte Elektrodenmaterialien in Elektrolyseuren an Effizienz- und Beständigkeitsgrenzen. Die Entwicklung geeigneter, langlebigerer Materialien ist daher ein zentraler Forschungsfokus. Moderne Computersimulationen könnten diese Materialsuche beschleunigen – sofern sie die realen physikalischen Prozesse verlässlich abbilden.

Ein bislang ungelöstes Problem lag jedoch in der deutlichen Abweichung zwischen experimentellen Messwerten und den Resultaten atomar-aufgelöster Simulationen: Die berechnete Kapazität selbst einer Einkristalloberfläche von Platin fiel wiederholt um den Faktor zehn zu gering aus.

Quantenmechanik als Schlüssel zur Erklärung

Die Forschenden am Fritz-Haber-Institut konnten diese Diskrepanz auf die bisherige Vernachlässigung quantenmechanischer Effekte zurückführen. Durch die Integration quantenmechanischer Berechnungen in die Simulationen zeigte sich ein bislang unbeachteter Effekt: Elektronen an der Metalloberfläche dringen partiell in die ersten Wasserlagen der umgebenden Elektrolytschicht ein. Aufgrund dieser Ausdehnung ist laut Forschenden die Kapazität deutlich erhöht.

Diese Erkenntnisse eröffnen Möglichkeiten für die Simulation und Entwicklung von Elektrodenmaterialien. Künftig könnten Verfahren des maschinellen Lernens darauf trainiert werden, diesen sogenannten Elektronenüberschwap („electron spillover“) an aufwändigen quantenmechanischen Daten effektiv in die effizienteren klassischen Simulationen einfließen zu lassen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Paper zur Rolle von KI in der Kunststoff-Kreislaufwirtschaft
Paper zur Rolle von KI in der Kunststoff-Kreislaufwirtschaft

Das Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE hat ein Positionspapier zur Rolle von Künstlicher Intelligenz in der Kunststoffwertschöpfungskette veröffentlicht. Die Analyse beschreibt mögliche Beiträge von KI entlang von Entwicklung, Produktion und Recycling und benennt Voraussetzungen für eine breite industrielle Anwendung.

mehr lesen
Marktzahlen zu biobasierten Kunststoffen
Marktzahlen zu biobasierten Kunststoffen

Das IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe der Hochschule Hannover hat die Broschüre „Biopolymers – facts and statistics 2025“ veröffentlicht. Die Publikation enthält aktualisierte Marktdaten sowie Informationen zu Rohstoffbedarf, Anwendungen und Produktionsrouten biobasierter Kunststoffe.

mehr lesen
IFAT 2026: Pelletierung für Recycling- und Energieprozesse
IFAT 2026: Pelletierung für Recycling- und Energieprozesse

Amandus Kahl präsentiert auf der IFAT 2026 Verfahren zur Aufbereitung von Sekundärstoffen für thermische und chemische Recyclingprozesse. Durch Pelletierung lassen sich Materialien wie Kunststoffabfälle, Alttextilien oder Biomasse zu homogenen Einsatzstoffen für nachgelagerte Verfahren aufbereiten.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03