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Projektgründung: Zuverlässiger Mikroplastik messen

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Autor: Isabell Hochstrat

Projektgründung: Zuverlässiger Mikroplastik messen
Prof. Dr. Christan Laforsch, Valentin Meiler, Jens Pfeiffer und Prof. Dr.-Ing. Gerhard Fischerauer (v.l.)
18.08.2022 Ι Im Zuge der Masterarbeiten an der Universität Bayreuth ist eine Gründungsidee für das Projekt MYTRA entstanden: Die Gründer Jens Pfeiffer und Valentin Meiler wollen eine automatisierte Messtechnik für die Mikroplastikerfassung direkt an der Beprobungsstelle entwickeln.

Kontinuierliche Analyse vor Ort

Mikroplastikpartikel sind praktisch überall auffindbar. Zur Identifizierung von Ursachen und Eintragspfaden bedarf es einer Methode, diese Partikel zuverlässig, flächendeckend, schnell und vor allem kostengünstig zu messen.

„Aktuell werden bei der Analyse der Mikroplastikbelastung der Umwelt meist nur Stichproben genommen. Zudem ist die Probenvorbereitung für die nachfolgende chemische Identifikation der Partikel noch sehr zeitaufwändig“, erklärt Prof. Dr. Christian Laforsch, Sprecher des Sonderforschungsbereichs SFB 1357 Mikroplastik an der Uni Bayreuth, Lehrstuhlinhaber Tierökologie I und Co-Mentor der beiden Gründer. „Durch die neue Methode könnten die Partikel direkt an der Beprobungsstelle vor Ort kontinuierlich analysiert werden.“

Das Gründerteam, bisher bestehend aus Jens Pfeiffer und Valentin Meiler, wird in den nächsten zwölf Monaten das selbst entwickelte Messverfahren für Mikroplastikartikel verfeinern und es zur industriellen Anwendbarkeit weiterentwickeln. Beide Gründer haben am Lehrstuhl Mess- und Regeltechnik bei Prof. Dr.-Ing. Gerhard Fischerauer und seinem Doktoranden Luca Bifano ihre Abschlussarbeiten geschrieben.

Schlüsseltechnologie: Impedanzspektroskopie

Das entwickelte Verfahren auf Grundlage der Impedanzspektroskopie ermögliche es Meiler zufolge, Größe, Anzahl, Kunststoffsorte und eventuell auch Form von Partikeln in Wasser zu bestimmen, während die Probe durch das Messgerät laufe. Bei der Impedanzspektroskopie wird der Wechselstromwiderstand im Wasser bei verschiedenen Frequenzen gemessen. Befinden sich im Wasser Partikel, so verändert sich der Messwert in Abhängigkeit von der Partikelgröße, -anzahl und der -sorte.

Kostengünstigere, schnellere und flexiblere Methode

Genau diese Messung im Durchlauf ist auch das Spannende an der Methode. Das Messsystem von Jens Pfeiffer und Valentin Meiler leitet Wasser durch eine Messzelle. Am Computer werden dann die Ergebnisse angezeigt. Aus der Masterarbeit von Jens Pfeiffer ging hervor, dass eine Messung im Durchfluss funktioniert. Nun geht es darum, das Messsystem für verschiedene Anwendungen zu optimieren. „Es gibt bereits viele Methoden, um Mikroplastik zu messen“, sagt Jens Pfeiffer. „Aber wir haben bei der Arbeit an den Masterarbeiten auch gelernt, dass diese Methoden viele Probleme mit sich bringen. So müssen beispielsweise bisher die Proben oft händisch sortiert und mit extrem teuren Geräten analysiert werden. Wir wollen daher mit unserer Methode ein Messgerät entwickeln, das kosteneffektiver, um ein Vielfaches schneller und durch Automatisierung auch breitflächig anwendbar ist.“

Unternehmensgründung in Planung

Das EXIST-Gründerstipendium für MYTRA ist am 1. August gestartet. Derzeit arbeiten sie neben der technischen Entwicklung auch an einem ausgereiften Businessplan.

„Wir suchen derzeit auch noch nach einem dritten Teammitglied, das uns mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen unterstützt“, ergänzt Meiler. „Als hardwarebasiertes Startup hat für uns natürlich die Technologieentwicklung oberste Priorität“, erklärt Pfeiffer.

Daher wird eine Unternehmensgründung von den beiden Erfindern erst zum Ende des Förderzeitraums angestrebt. Innerhalb der nächsten zwölf Monate können sich die beiden UBT-Absolventen voll darauf konzentrieren: Laborräume stellt ihnen der Lehrstuhl von Prof. Fischerauer zur Verfügung, im Institut für Entrepreneurship & Innovation haben sie ein Büro.

Das Projekt „MYTRA – Messung von Mikroplastik“ wird im Rahmen des EXIST-Programms durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und den Europäischen Sozialfonds mit einer Fördersumme von 105.000 Euro gefördert.

Weitere Informationen und Kontakt hier.

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