Generic filters
FS Logoi

Projekt zur CO₂-Abscheidung in der Zementproduktion

Die OTH Regensburg arbeitet gemeinsam mit der Linde GmbH und der TU München an Verfahren zur Abscheidung von CO₂ aus Zementwerken. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt DECIDE untersucht unter anderem die adsorptive Abtrennung unter realen Betriebsbedingungen.

von | 23.03.26

Prof. Dr. Philipp Keil leitet das Forschungsprojekt DECIDE an der OTH Regensburg. Darin untersuchen die Forschenden, wie CO₂ aus Abgasen der Zementproduktion abgeschieden werden kann.
Quelle: Simone Grebler /OTH Regensburg
OTH Regensburg Zement CO2 Zementproduktion Projekt

Die OTH Regensburg beteiligt sich gemeinsam mit der Linde GmbH und der TU München an einem Forschungsprojekt zur Reduzierung von CO₂-Emissionen in der Zementindustrie. Das Projekt DECIDE startete Anfang 2026 und ist auf drei Jahre ausgelegt.

Zementproduktion als CO₂-intensive Industrie

Die Herstellung von Zement ist mit hohen CO₂-Emissionen verbunden. Ein wesentlicher Anteil entsteht direkt im Prozess, wenn Kalkstein bei hohen Temperaturen gebrannt wird und dabei chemisch gebundenes CO₂ freisetzt. Um Emissionen zu reduzieren, werden Verfahren benötigt, die das entstehende CO₂ aus den Abgasen abtrennen und anschließend weiterverwenden oder speichern.

Untersuchung verschiedener Abscheideverfahren

Im Projekt DECIDE werden mehrere Verfahren zur CO₂-Abtrennung untersucht, darunter Absorption, Adsorption und OxyFuel-Prozesse. Ziel ist es, CO₂ so aufzubereiten, dass es entweder stofflich genutzt (CCU) oder dauerhaft gespeichert (CCS) werden kann.

Adsorption unter realen Bedingungen

Ein Schwerpunkt der Arbeiten in Regensburg ist die adsorptive CO₂-Abscheidung. Dabei wird Kohlendioxid an der Oberfläche spezieller Materialien, sogenannter Adsorbentien, gebunden.

Eine Herausforderung stellen die im Rauchgas enthaltenen Begleitstoffe dar, etwa Schwefel- und Stickoxide, Schwermetalle oder organische Verbindungen. Deren Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und Stabilität der Materialien soll im Projekt untersucht werden.

„Damit CO₂-Abscheidung in der Zementindustrie zuverlässig funktioniert, müssen die eingesetzten Materialien auch unter den sehr anspruchsvollen und wechselnden Bedingungen stabil bleiben. Im Projekt DECIDE untersuchen wir erstmals systematisch, wie reale Rauchgase aus der Zementindustrie auf Adsorbentien wirken, und schaffen so die Grundlage für robuste, industrielle Prozesse, die durch effiziente Dekarbonisierung einen schnellen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, so Prof. Dr. Philipp Keil, Projektleiter seitens der OTH Regensburg.

Tests in Pilotanlage

Gemeinsam mit der Linde GmbH wird eine mobile Containeranlage aufgebaut, die direkt an einem Zementwerk eingesetzt wird. Dort werden kommerziell verfügbare Adsorbentien im Langzeitbetrieb unter Realbedingungen getestet. Ergänzend dazu erfolgen Laboruntersuchungen, um Zusammenhänge zwischen Gaszusammensetzung, Prozessparametern und Materialeigenschaften zu analysieren. Ziel ist es, geeignete Materialien und Betriebsbedingungen für den industriellen Einsatz abzuleiten.

Die OTH Regensburg erhält für ihren Projektteil eine Förderung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) von rund drei Millionen Euro.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Exportwachstum bei Verfahrenstechnik und Lufttechnik
Exportwachstum bei Verfahrenstechnik und Lufttechnik

Die deutschen Exporte von Verfahrenstechnik und Allgemeiner Lufttechnik sind im ersten Halbjahr 2026 gestiegen. Der VDMA verzeichnet jedoch deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und Regionen. Während die Verfahrenstechnik insbesondere in China zulegte, kamen bei der Allgemeinen Lufttechnik Wachstumsimpulse vor allem aus europäischen Märkten.

mehr lesen
Katalysator für die elektrochemische CO₂-Verwertung
Katalysator für die elektrochemische CO₂-Verwertung

Forschende des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) und internationale Partner haben untersucht, wie sich die elektrochemische Umwandlung von CO₂ zu Kohlenmonoxid effizienter gestalten lässt. Im GreenQUEST-Projekt optimierten sie dafür Katalysatorschichten aus Silbernanopartikeln und veränderten zusätzlich die Reaktion an der Anode.

mehr lesen
Wasseraufbereitungsspezialist erweitert Vorstand
Wasseraufbereitungsspezialist erweitert Vorstand

Die Grünbeck AG erweitert zum 1. Januar 2027 ihren Vorstand von einem auf drei Mitglieder. Mit Sandra Stricker und Harald Wiedenmann rücken zwei langjährige Führungskräfte aus dem Unternehmen in das Gremium auf. Dr. Günter Stoll übernimmt den Vorstandsvorsitz.

mehr lesen
Arzneimittelrückstände mit Ozon entfernen
Arzneimittelrückstände mit Ozon entfernen

Im Forschungsprojekt OZON-EFF entwickelt Prof. Dr. Verena Fath einen Rieselfilmreaktor zur Ozonbehandlung kommunaler Abwässer. Durch einen verbesserten Kontakt zwischen Ozon und Wasser soll die Entfernung von Arzneimittelrückständen und anderen organischen Spurenstoffen mit geringerem Energie- und Ressourcenverbrauch möglich werden.

mehr lesen
Powtech Technopharm 2026 zieht Bilanz
Powtech Technopharm 2026 zieht Bilanz

Rund 6.000 Fachbesucher und 397 Aussteller aus 29 Ländern kamen zur Powtech Technopharm 2026 nach Nürnberg. Die internationale Fachmesse für Verfahrenstechnik widmete sich unter anderem den Themen Energieeffizienz, Recycling, Digitalisierung und Prozesssicherheit. Die nächste Ausgabe ist für September 2028 geplant.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
fs-journal.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
fs-journal.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: