Generic filters
FS Logoi

Kläranlage erzeugt Wasserstoff

In Klärwerken gibt es alles, was zur Herstellung von Wasserstoff sowie dessen Umwandlung zu Methan notwendig ist: Wasser, erneuerbaren Strom und CO2. Ob und wie sich eine solche Sektorkopplung in der Energiewende effizient in die Praxis umsetzen lässt, wird mit Beteiligung der TU Berlin im Forschungsprojekt E-MetO im Berliner Klärwerk Schönerlinde untersucht.

von | 06.08.24

Klärwerk Schönerlinde
Quelle: Berliner Wasserbetriebe
CO2 aus Faulgas wird mit Wasserstoff zu Methan

E-MetO („Elektrolyse mit Nutzung von Brauchwasser als Schnittstelle zur biologischen Methanisierung und Ozonierung“) wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen der „anwendungsorientierten nichtnuklearen Forschungsförderung im 7. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung” für die Bereiche Sektorkopplung und Wasserstofftechnologien mit ca. 3,2 Millionen Euro gefördert.

Im Projekt forscht ein Konsortium aus dem Fachgebiet „Dynamik und Betrieb technischer Anlagen“an der praktischen Umsetzung von Wasserstofftechnologien auf Klärwerken. Das Team setzt sich zusammen aus der Technischen Universität Berlin, der TUTTAHS und MEYER Ingenieurgesellschaft mbH, dem Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft und Klimazukunft an der RWTH Aachen (FiW), dem Elektrolyseanlagen-Experten Aspens GmbH aus Hannover und den Berliner Wasserbetrieben.

CO2 aus Faulgas wird mit Wasserstoff zu Methan

Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Verwendung von behandeltem Abwasser in einer Wasserelektrolyse. Also der Trennung von Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff, sowie der anschließenden Speicherung des Wasserstoffs in Form von Methan. Dies wird über eine biologische Methanisierung des Wasserstoffs unter Nutzung von CO2 aus dem Faulgas erreicht. Darüber hinaus wird die Speicherung und Nutzung des Nebenprodukts Sauerstoff in der Ozonung, einer Verfahrensstufe bei der Abwasserreinigung zur gezielten Spurenstoffentfernung und Desinfektion, betrachtet.

Einspeisung von Biomethan oder Wasserstoff in das öffentliche Gasnetz

Im Rahmen des Projekts werden hierzu am Berliner Klärwerk Schönerlinde zwei Pilotanlagen errichtet und erprobt. Eine Elektrolyseuranlage und ein Reaktor für die biologische Methanisierung von Wasserstoff und CO2. Eine durch Realdaten gestützte, begleitende Simulation sichert die optimale Auslegung der Anlagen ab. Sie liefert Erkenntnisse für eine mögliche großtechnische Umsetzung, deren Ergebnis die Einspeisung von Biomethan oder Wasserstoff in das öffentliche Gasnetz sein kann.

Benötigter Strom kommt aus Windenergie

Den benötigten Strom für die zusätzlichen Anlagen liefert das Klärwerk. Es produziert mit seinen drei 2-MW-Windenergieanlagen sowie der energetischen Nutzung des Klärschlamms bilanztechnisch  mehr regenerativen Strom als es selbst verbraucht.

Daher soll die vorgesehene Anlage in das Energiemanagementsystem des Klärwerks eingebunden werden. Ziel des im Mai 2024 gestarteten Forschungsprojekts ist es, das Energiemanagement des Klärwerkes so zu optimieren, dass die vielversprechenden Optionen zur Nutzung von Wasserstoff, Methan und Sauerstoff in den verschiedenen Sektoren erweitert werden. Auf diese Weise wird das Klärwerk als ein wichtiger Standort für Energiewende-Technologien etabliert.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Kunststoffrecycling besser bewerten
Kunststoffrecycling besser bewerten

Der VDI hat den Entwurf der Richtlinie VDI 4095 „Bewertung von Kunststoffen in der Kreislaufwirtschaft“ veröffentlicht. Sie bündelt Begriffe, rechtliche Grundlagen, Recyclingverfahren und Bewertungsmethoden und soll damit eine gemeinsame Grundlage für die Akteure entlang der Kunststoff-Wertschöpfungskette schaffen.

mehr lesen
Ilmac Lausanne 2026: steigende Teilnehmer- und Ausstellerzahlen
Ilmac Lausanne 2026: steigende Teilnehmer- und Ausstellerzahlen

Die Ilmac Lausanne 2026 ist mit 3.952 Teilnehmenden und 213 Ausstellenden zu Ende gegangen. Damit stieg die Zahl der Teilnehmenden gegenüber 2024 um 18,6 Prozent, die der Ausstellenden um sieben Prozent. Inhaltlich standen unter anderem Automatisierung, Künstliche Intelligenz, Process Analytical Technology und Biotechnologie im Mittelpunkt.

mehr lesen
Verfahren zur Aufbereitung von Deponiegas
Verfahren zur Aufbereitung von Deponiegas

Forschende der Frankfurt University of Applied Sciences entwickeln gemeinsam mit Prodeval ein Verfahren zur Aufbereitung methanreicher Deponiegase. Durch die Kombination von Adsorption und Membrantrennung soll insbesondere die Abtrennung von Stickstoff verbessert und mehr Methan für eine weitere Nutzung gewonnen werden.

mehr lesen
BrauBeviale 26: Filtrationslösungen für den Brauprozess
BrauBeviale 26: Filtrationslösungen für den Brauprozess

Eaton stellt sein Filtrationsportfolio für Brauereien in den Mittelpunkt seines Auftritts auf der BrauBeviale 2026. Es umfasst Lösungen für verschiedene Stufen der Bierfiltration und soll eine Abstimmung der Filtration auf unterschiedliche Bierstile, Trubbelastungen und Durchsatzleistungen ermöglichen.

mehr lesen
CO₂-Umwandlung für die industrielle Anwendung
CO₂-Umwandlung für die industrielle Anwendung

Im EU-Projekt UNCOVER arbeiten 19 Partner daran, Technologien zur Nutzung von CO₂ näher an die industrielle Anwendung zu bringen. Das Steinbeis Europa Zentrum übernimmt dabei Aufgaben rund um Verwertung, Skalierung und Markteintritt. Das vierjährige Projekt wird mit sieben Millionen Euro über Horizon Europe gefördert.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03