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Mikroplastik auf Straßen: Optimierte Sedimentfilter

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Autor: Isabell Hochstrat

Mikroplastik auf Straßen: Optimierte Sedimentfilter

Neue Sedimentfilter für den Straßenablauf entwickelt die Audi Stiftung für Umwelt in Kooperation mit der TU Berlin vom Fachgebiet für Siedlungswasserwirtschaft. Die Filter verhindern, dass der Abrieb von Reifen und andere umweltschädliche Partikel zusammen mit dem Regenwasser in Kanalisation und Gewässer gespült werden. Das Projekt “Urbanfilter” läuft seit September 2020 über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren.

Mikroplastik auf der Straße

Geschätzt 110.000 Tonnen aus Reifen- und Fahrbahnabrieb gelangen jedes Jahr allein in Deutschland als Mikroplastik auf die Straße. Von dort verteilt es sich über den Wind in der Umwelt – oder wird vom Regen über den Straßenablauf und die Kanalisation in Böden, Flüsse und Ozeane gespült, meist ungereinigt.

Nicht nur Autoreifen, auch Fahrradmäntel, die Rollen von Skateboards oder Schuhsohlen verursachen diese umweltschädlichen Feinpartikel. Vermeiden lassen sie sich nicht. „Aber wir können präventiv etwas tun, damit weniger Mikroplastik in die Umwelt gelangt und sie belastet“, sagt Rüdiger Recknagel, Geschäftsführer der Audi Stiftung für Umwelt. Noch bevor die anfallenden Schmutzpartikel durch Regenwasser in die Kanalisation geschwemmt werden, sollen spezielle Sedimentfilter sie möglichst nahe am Entstehungsort bereits in den Straßenabläufen auffangen.

Neun verschiedene Filtermodule

Die Sedimentfilter werden modular konzipiert und können dadurch optimal an die jeweilige Anforderung angepasst werden. So entsteht beim Stop-and-go-Verkehr, auf einer sehr kurvigen Strecke oder an einer Ampelkreuzung durch das ständige Abbremsen und Wiederanfahren mehr Reifenabrieb als auf einer freien geraden Strecke.

Die Sedimentfilter sind in die drei Zonen Straße, Schacht und Ablauf unterteilt. „Insgesamt entwickeln wir neun verschiedene Module für verschiedene Straßen- und Verkehrsbedingungen“, erläutert Daniel Venghaus, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft an der TU Berlin. Aus diesem Baukasten sind dann bis zu drei Module miteinander kombinierbar, um je nach Einsatzort das beste Ergebnis zu erzielen. Im obersten Bereich (Straße) kann das eine spezielle Ablaufrinne oder entsprechender Asphalt sein. Darunter, im Gulli-Schacht selbst, werden Feststoffe beispielsweise mithilfe eines optimierten Laubkorbs oder eines sogenannten Filterrocks grob herausgefiltert. Im untersten Bereich (Ablauf) geht es um die Feinfiltration, wo Venghaus zufolge gerade ein Magnetmodul in Erprobung ist. Magnete hielten in den Vorversuchen besonders feine Partikel zurück, ohne dabei verstopfen zu können. Noch befinden sich die Module größtenteils in der Planung. Doch noch im Laufe dieses Jahres sollen sie bereits praktisch erprobt werden.

Vorhersagbare Wartung

Selbstverständlich müssen die Filter regelmäßig gewartet und geleert werden. Hier kommt die intelligente Vernetzung ins Spiel. Viele unterschiedliche Informationen fließen dafür zusammen: die Termine der Straßenreinigung, das Verkehrsaufkommen auf der jeweiligen Straße, wann hier Rushhour ist, Stoßzeiten wie Ferienbeginn und -ende sowie die Wettervorhersage. Aber auch, ob an der Straße viele Bäume stehen oder häufig Hunde ausgeführt werden. Aus all diesen Angaben kann man dann den Verschmutzungsgrad der einzelnen Filter prognostizieren und ermitteln, wann der optimale Zeitpunkt zur Entleerung gekommen ist.

Auch die Wettervorhersage spielt bei der intelligenten Vernetzung eine entscheidende Rolle und ermöglicht vorausschauendes Handeln: Die Filter setzen sich je nach Niederschlagsmenge schneller zu, was zu Schadstoffeinträgen in die Gewässer führen kann. Bei Ankündigung von Starkregen könnte mithilfe von Straßenkehrmaschinen verhindert werden, dass dies geschieht und andererseits könnten so die Filter länger im Einsatz bleiben.

 

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