Bei der Gewinnung von Leinöl bleiben Rückstände zurück, die bislang überwiegend entsorgt oder als Futtermittel genutzt werden. Diese Pressrückstände – der sogenannte Leinsamenpresskuchen – enthalten jedoch wertvolle pflanzliche Proteine, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Deshalb entwickeln Forschende der Universität Greifswald und der Pommerschen Medizinischen Universität Stettin gemeinsam mit den Industriepartnern MICROMUN – Institut für Mikrobiologische Forschung GmbH und BioResQ gGmbH neue Verfahren, um die Inhaltsstoffe des Presskuchens für die Herstellung funktioneller Lebensmittel nutzbar zu machen.
Bioaktive Lebensmittel
„Der Leinsamenpresskuchen ist ein vielversprechendes Element in der Herstellung einer neuen Generation funktioneller Lebensmittel. Wir wollen daher aus dem Leinsamenpresskuchen bioaktive Produkte mit gesundheitsfördernden Eigenschaften entwickeln“, so Prof. Dr. Sebastian Günther von der Universität Greifswald.
Zielgruppe und Förderung
„Die Zielgruppe dieser Produkte sind Menschen, die eine pflanzliche Ernährung verfolgen, auf der Suche nach funktionellen Lebensmittelalternativen sind, sowie ältere Menschen, die zunehmend Wert auf eine gesunde und nachhaltige Ernährung legen. Diese Produkte könnten auch für Verbraucher interessant sein, die an Gesundheitsproblemen wie Laktoseintoleranz, Milcheiweißallergien oder chronischen entzündlichen Erkrankungen leiden und deren Risiko verringern möchten“, sagte Prof. Dr. Łukasz Łopusiewicz von der Universität Greifswald.
Das dreijährige Projekt „Flaxinuum“ wird im Rahmen des Programms Interreg Polen–Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg gefördert. Ziel ist es, pflanzenbasierte funktionelle Nahrungsmittel auf der Basis von Leinsamenpresskuchen – einem regionalen Nebenprodukt der Ölproduktion – zu entwickeln.







