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Kommunale Ansätze zur Bioabfalltrennung und Mehrwegsystemen

Wie lassen sich Kunststoffe vermeiden, Bioabfälle sauberer erfassen und Mehrwegsysteme im Alltag etablieren? Ein Forschungsprojekt in Augsburg liefert praxisnahe Antworten für Kommunen.

von | 25.08.25

Mehrweg statt Einweg: Erfahrungen aus der Region Augsburg zur Etablierung einer kommunalen Kreislaufwirtschaft
Quelle: photka / Adobe Stock
Mehrweg Plastik Recycling

Kunststoffe verursachen vielfältige Umweltbelastungen – von CO2-Emissionen bis hin zu Mikroplastik. Insbesondere Einwegverpackungen im To-Go-Bereich tragen zur Verschmutzung öffentlicher Räume bei und führen zu hohen Kosten in den Kommunen. Auch im Bereich Bioabfall erschweren Fehlwürfe wie falsch entsorgte Kunststoffe die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und machen kostenintensive Nachsortierungen erforderlich.

Vor diesem Hintergrund hat das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) im Rahmen des Projekts reGIOcycle Erfahrungen in der Region Augsburg ausgewertet. Ziel ist es, anderen Kommunen Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung ihrer Kreislaufwirtschaft zu geben.

Projekt reGIOcycle in Augsburg

Das Projekt entstand im Rahmen des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und wurde durch die Stadt-Land-Plus-Fördermaßnahme unterstützt. Der Schwerpunkt lag auf der Einführung eines kommunalen Mehrwegbechersystems für Kaltgetränke sowie auf der Reduzierung von Fehlwürfen im Bioabfall. Ergänzend dazu entstanden nachhaltige Materialien für einen Mehrwegbecher und einen Sammelbehälter für Küchenabfälle. Damit sollen die Umweltbelastungen verringert und die Abfallwirtschaft langfristig nachhaltiger gestaltet werden.

Mehrweg im Praxistest

Im Rahmen des Projekts wurde der „Augsburger Becher“ entwickelt, ein Mehrwegbecher aus biogenem Material, der speziell für Kaltgetränke konzipiert wurde.

„Die Testphase zeigt, dass Mehrwegbecher vor allem bei Events äußerst beliebt sind. Die Nachfrage in der Gastronomie war jedoch nur moderat. Die Becher sollten daher von der Gastronomie offensiver angeboten werden. Da die bundesweite Mehrwegangebotspflicht von Gastronomiebetrieben nicht aktiv genug umgesetzt wird, zeigt sie bisher kaum Wirkung. Bei Events war der „Augsburger Becher“ hingegen ein voller Erfolg“, so Difu-Projektleiter Maic Verbücheln.

Um eine dauerhafte Nutzung zu ermöglichen, wurde das System an einen lokalen Eventverleih übergeben. Die Erfahrungen verdeutlichen, dass klare Rahmenbedingungen, gezielte Kommunikation und langfristige Unterstützung entscheidend für die Etablierung von Mehrwegsystemen sind.

Sauberer Bioabfall durch gezielte Maßnahmen

Ein zweiter Schwerpunkt lag auf der Optimierung der Bioabfallsammlung in Großwohnanlagen (GWA).

„Um Fehlwürfe zu reduzieren, stellten wir nachhaltige Küchenabfallsammelbehälter aus neu entwickeltem Material bereit. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wurde durch Messungen vor und nach der Umsetzung bestätigt“, sagte Verbücheln.

Durch Maßnahmen wie Vor-Ort-Analysen und die Einbindung von Hausmeister:innen, Hausverwaltungen und Bewohner:innen konnte die Abfalltrennung verbessert werden. Diese Ergebnisse wurden mit einem Preis bei der bundesweiten Biotonnen-Challenge ausgezeichnet.

Beteiligung als Erfolgsfaktor

Das Projekt nutzte verschiedene Formate, darunter Reallabore und ein Citizen Innovation Lab, um Bürger:innen und lokale Akteur:innen aktiv einzubeziehen. Die entwickelten Produkte und Ansätze werden auch nach Projektende in Augsburg weitergeführt.

Die Ergebnisse wurden in der Publikation „Nachhaltige Kunststoffkreisläufe: regionale Vermeidungs- und Substitutionsstrategien“ veröffentlicht.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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