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Kohlenstoffmanagement als Baustein für Klimaneutralität

Ein Policy-Brief des Projekts „KoRPSA“ zeigt, wie Baden-Württemberg ein Kohlenstoffmanagement aufbauen kann. Die Analyse sieht darin eine Ergänzung zur Emissionsvermeidung, um Klimaneutralität zu erreichen.

von | 01.04.26

Der Policy-Brief zeigt Optionen für ein Kohlenstoffmanagement, um unvermeidbare CO2-Emissionen in Baden-Württemberg zu adressieren.
Quelle: Man As Thep /AdobeStock
Industrie Kohlenstoffmanagement Klimaneutralität

Ein Policy-Brief des Projekts „KoRPSA“ liefert Ansatzpunkte für den Aufbau eines Kohlenstoffmanagements in Baden-Württemberg. Das Projekt wird vom Innovationscampus Nachhaltigkeit (ICN) getragen, einer gemeinsamen Initiative der Universität Freiburg und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Beteiligt sind außerdem das Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion (IIP) des KIT und das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert das Projekt.

Unvermeidbare Emissionen in der Industrie

Deutschland will bis 2045 klimaneutral werden, Baden-Württemberg bereits bis 2040. Auch bei konsequenter Emissionsvermeidung bleiben jedoch in einigen Branchen CO2-Emissionen bestehen, etwa in der Zement- und Kalkproduktion oder bei der Abfallverbrennung.

Der Policy-Brief kommt zu dem Schluss, dass ein Kohlenstoffmanagement notwendig wird, um diese Restemissionen zu adressieren.

Ergänzung zur Emissionsvermeidung

Das Kohlenstoffmanagement soll Maßnahmen zur Emissionsvermeidung nicht ersetzen, sondern ergänzen. Damit sind Verfahren gemeint, die CO2 abscheiden, nutzen und speichern. Dazu zählen auch Ansätze, bei denen CO2 aktiv aus der Atmosphäre entfernt wird.

„Wenn wir Klimaneutralität erreichen und gleichzeitig den Industriestandort Baden‑Württemberg sichern wollen, müssen wir jetzt ein integriertes Kohlenstoffmanagement auf den Weg bringen – klar begrenzt auf schwer vermeidbare Emissionen und mit Emissionsvermeidung als oberster Priorität“, so Prof. Dr. Anke Weidlich, Professorin für Technologien der Energieverteilung an der Universität Freiburg.

Infrastruktur als zentrale Voraussetzung

Ein wesentliches Defizit sehen die Forschenden in der fehlenden Infrastruktur. In Baden-Württemberg gibt es bislang weder CO2-Abscheideanlagen noch ein Transportnetz oder geeignete Speicherstätten.

Daher dürfte das Bundesland auf überregionale Lösungen angewiesen sein, etwa auf Transportnetze und Speicher in anderen Regionen. Eine Abstimmung mit Nachbarländern wie Frankreich, der Schweiz und Österreich gilt als notwendig.

Dialog mit Öffentlichkeit

Neben den technischen und infrastrukturellen Fragen spielt auch die gesellschaftliche Akzeptanz eine Rolle. Der Policy-Brief empfiehlt dazu, frühzeitig den Dialog mit Industrien, Kommunen und Öffentlichkeit zu suchen. Ziel ist es, Chancen, Risiken und Alternativen transparent zu vermitteln.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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