Generic filters
FS Logoi

Klimaschädliches SF6: weitere Emissionsquelle entdeckt

Ein Team der Goethe-Universität Frankfurt hat gemeinsam mit europäischen Partnern eine bislang nicht berücksichtigte Emissionsquelle für das klimaschädliche Gas Schwefelhexafluorid (SF6) in Südwestdeutschland identifiziert.

von | 08.12.25

Messungen des Treibhausgases SF6 im Taunus-Observatorium der Goethe-Universität Frankfurt auf dem Kleinen Feldberg wiesen auf eine Emissionsquelle in Deutschland hin.
Quelle: Markus Bernards / Goethe-Universität Frankfurt
SF6 Gas Goethe-Universität Frankfurt Treibhausgas Emission

Forschende der Goethe-Universität Frankfurt haben gemeinsam mit europäischen Partnern Daten zu Emissionen des Treibhausgases Schwefelhexafluorid (SF6) erhoben und analysiert. Das Team um Prof. Andreas Engel vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität wertete Messreihen des Taunus-Observatoriums, des internationalen AGAGE-Messnetzwerkes (Advanced Global Atmospheric Gas Experiment, AGAGE) sowie Luftproben des ICOS-Netzwerkes (Integrated Carbon Observation System, ICOS) aus. Die Ergebnisse zeigen erstmals eine deutlich höhere regionale SF6-Quelle in Südwestdeutschland, die bislang nicht in der nationalen Treibhausgasbilanz berücksichtigt wurde.

SF6 – klimaschädliches Gas

Schwefelhexafluorid ist farb- und geruchlos, ungiftig und aufgrund seiner hohen chemischen Stabilität als Isolier- und Schutzgas in elektrischen Schaltanlagen in der Mittel- und Hochspannungstechnik weit verbreitet. Gleichzeitig wirkt ein Kilogramm SF6 in der Atmosphäre rund 24.000-mal stärker als dieselbe Menge CO2. Aufgrund dieser enormen Klimawirkung müssen die Staaten die SF6-Emissionen regelmäßig an die Vereinten Nationen melden. In Deutschland ging man bislang davon aus, dass die wichtigsten Quellen aus der Entsorgung alter Schallschutzfenster stammen.

Messdaten zeigen unerwartet hohe Konzentrationen

Am Taunus-Observatorium registrierte die Arbeitsgruppe um Engel jedoch ungewöhnlich hohe SF6-Konzentrationen, insbesondere bei südlicher Anströmung. Ergänzende Proben aus Karlsruhe bestätigten die Belastung. In einer vom Umweltbundesamt geförderten Studie wurden diese Daten mittels atmosphärischer Transportmodelle und inverser Modellierung (ein sogenannter Top-down-Ansatz) ausgewertet.

Emissionen aus der Region Heilbronn

Die Modellierung weist auf eine Quelle in der Region Heilbronn hin. Dort entstehen demnach jährliche Emissionen von rund 30 Tonnen Schwefelhexafluorid – etwa ein Drittel der geschätzten Gesamtemissionen.

„Eine solche regionale Verteilung der Emissionen passt nicht zu den bisherigen Annahmen, wonach die Emissionen hauptsächlich aus der Entsorgung alter Schallschutzfenster stammen sollten. Auffallend ist allerdings, dass sich in diesem Gebiet die einzige uns bekannte Produktions- und Recyclinganlage für SF6 in Europa befindet. Nur wenn klar ist, woher die Emissionen in Deutschland kommen, können sie auch richtig bilanziert und gezielt nachgesteuert werden, um die Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren“, so Katharina Meixner, Hauptautorin der Studie, die im Fachjournal ACS Environmental Science & Technology – Air erschienen ist.

„Es wurde bereits an anderer Stelle wissenschaftlich aufgezeigt, dass Emissionen bei der Herstellung, Nutzung und dem Recycling hochflüchtiger Stoffe oft schwieriger zu vermeiden und damit auch höher sind als bisher angenommen“, erklärte Andreas Engel.

Beitrag zur Verbesserung der Emissionsbilanzierung

Die Studie zeigt, dass Top-down-Analysen auf Basis atmosphärischer Messungen eine wichtige Ergänzung zu Bottom-up-Erfassungen darstellen. Neben SF6 überwacht die Frankfurter Arbeitsgruppe auch weitere halogenierte Treibhausgase und ozonzerstörende Substanzen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Deutsch-indische Zusammenarbeit in Textilforschung
Deutsch-indische Zusammenarbeit in Textilforschung

Die indische Generalkonsulin Frau Dr. Shuchita Kishore hat das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University besucht. Im Mittelpunkt standen gemeinsame Projekte mit indischen Partnern in den Bereichen Wasserstofftechnologie und nachhaltige Textilprozesse.

mehr lesen
Projektstart zur landbasierten CO2-Entnahme
Projektstart zur landbasierten CO2-Entnahme

Am GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung ist das Projekt „RESET“ gestartet. Gemeinsam mit dem RIFS Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit wird untersucht, inwieweit beschleunigte Silikatverwitterung auf Ackerflächen zur dauerhaften CO2-Entnahme beitragen kann.

mehr lesen
Führungswechsel und regionale Neuordnung im Vertrieb
Führungswechsel und regionale Neuordnung im Vertrieb

Zum 1. Januar 2026 hat Klaus Hirschle den Vorsitz der Geschäftsführung der Alfred Kärcher SE & Co. KG übernommen. Gleichzeitig wurden die Geschäftsführung erweitert und die Vertriebsaktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz organisatorisch zusammengeführt.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
fs-journal.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
fs-journal.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: