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Kläranlagen entfernen über 95 % des Mikroplastiks

Ein Forschungsteam der TU Graz, TU Wien und des Umweltbundesamtes hat eine standardisierte Methode zur Bestimmung von Mikroplastik im Zu- und Ablauf von Kläranlagen entwickelt. Die Untersuchungen zeigen, dass kommunale Anlagen mehr als 95 Prozent der erfassten Mikroplastikpartikel zurückhalten.

von | 20.11.25

Ein Teil der Untersuchungen fand an der Kläranlage Wiener Neustadt statt.
Quelle: Beutle - TU Graz
TU Graz, TU Wien Umweltbundesamt Mikroplastik Kläranlage

Die Bedeutung kommunaler Kläranlagen für den Rückhalt von Mikroplastik lässt sich mittlerweile belastbar quantifizieren. Ein gemeinsames Forschungsteam der TU Graz, TU Wien und des Umweltbundesamtes hat eine praxistaugliche Methodik für die Bestimmung von Mikroplastik im Zu- und Ablauf von Kläranlagen erarbeitet. Auf dieser Grundlage konnten die Forschenden nachweisen, dass Kläranlagen über 95 Prozent des bestimmbaren Mikroplastiks entfernen.

Herausforderung Probennahme

Zentrale Grundlage der Untersuchungen war eine repräsentative Probenentnahme, die sich aufgrund der sehr heterogenen Verteilung der Partikel im Abwasser als anspruchsvoll erwies.

„Mittlerweile gibt es viele Studien zu Mikroplastik mit einer breiten Palette an Erkenntnissen und Ergebnissen. Weil es aber nach wie vor keine standardisierte Methode für die Gesamtanalytik gibt, sind die Resultate nur schwer miteinander vergleichbar. Mit der von uns entwickelten Analysemethodik lassen sich nun vergleichbare Ergebnisse erzielen“, so Helmut Rechberger von der TU Wien.

Das Team der TU Graz mit Unterstützung der Kläranlage der Stadt Graz führte großvolumige 24-Stunden-Mischproben durch – im Zulauf 100 Liter, im Ablauf 1.000 Liter. Dabei entnahmen sie bewusst Proben in Bereichen mit hoher Turbulenz, um eine gute Durchmischung sicherzustellen.

Die TU Wien befasste sich hauptsächlich mit der Feststoffabtrennung, der Probenaufbereitung und der Durchführung der verwendeten Analysemethode zur Mikroprobenbestimmung. Dafür verwendete das Team ein Discfiltersystem, das eine sequenzielle Filtration großer Probenvolumina mit 20 µm und anschließend 10 µm ermöglicht. Dadurch wurde die Gewinnung belastbarer Feststoffproben sichergestellt.

Das Umweltbundesamt ergänzte die Untersuchungen durch eine zweite Analysemethode, mit der sich nicht nur die Masse, sondern auch die Art der erfassten Kunststoffe und deren Konzentrationen bestimmen lassen.

Reifenabrieb als wesentliche Quelle

„Für uns war spannend zu sehen, dass insbesondere Plastikpartikel von Reifenabrieb sehr stark im Zulauf zur Kläranlage zu finden waren. Die gute Nachricht ist aber, dass wir im Zuge unserer Messungen herausgefunden haben, dass Kläranlagen eine wunderbare Senke für das Mikroplastik sind. Durch eine in Österreich ab 2033 verbindliche thermische Verwertung des Klärschlamms von Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von größer 20.000 Einwohnerwerten wird es dann praktisch unschädlich gemacht werden“, sagte Günter Gruber von der TU Graz.

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) fördert das Projekt mit 442.830 Euro.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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