Kohlendioxid gilt als klimaschädliches Treibhausgas, kann aber zugleich als Rohstoff für die chemische Industrie genutzt werden. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben dafür im Projekt PEReCO₂ ein elektrochemisches Verfahren entwickelt, das nun mit dem Neuland Innovationspreis 2026 ausgezeichnet wurde.
Das Verfahren wandelt CO₂ mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien in Acetat um. Acetat ist ein wichtiger chemischer Grundstoff und wird unter anderem für die Herstellung von Kunststoffen, Lacken und Lösungsmitteln benötigt. Statt fossile Rohstoffe wie Erdöl einzusetzen, nutzt das System Kohlendioxid als Kohlenstoffquelle und trägt so dazu bei, Kohlenstoff im Kreislauf zu führen.
Beitrag zu einer kreislauforientierten Chemie
„Der Prozess bietet mehrere Vorteile für eine nachhaltigere Chemieproduktion. Er kommt ohne fossile Rohstoffe aus, steht nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion und ermöglicht eine direkte Wertschöpfung aus CO₂. Damit können wir einen Beitrag für eine nachhaltige, kreislauforientierte Chemieindustrie leisten“, so Professor Matthias Franzreb, Leiter der Abteilung Bioprozesstechnik und Biosysteme am Institut für Funktionelle Grenzflächen des KIT.
Das Forschungsteam arbeitet nun daran, die Technologie weiterzuentwickeln und für den Einsatz in Unternehmen beziehungsweise Ausgründungen verfügbar zu machen.
Weitere Innovationen ausgezeichnet
Neben PEReCO₂ zeichnete das KIT zwei weitere Projekte mit dem Neuland Innovationspreis aus. Den zweiten Platz erhielt Universe Refrigerator. Das Kühlsystem nutzt das Prinzip der Strahlungskühlung: Ein spezielles Material gibt Wärme an den Himmel ab und ermöglicht so Kühlung ohne Stromverbrauch. Das System eignet sich insbesondere für Anwendungen ohne zuverlässige Energieversorgung, beispielsweise zur Lagerung von Lebensmitteln.
Den dritten Platz belegte GreenGen-OME. Das Projekt entwickelt Verfahren zur Herstellung chemischer Stoffe für Anwendungen wie Kunststoffe, Kraftstoffe und Lösungsmittel und arbeitet derzeit an der Übertragung der Technologie in einen größeren Produktionsmaßstab.
Mit dem Technologietransferpreis wurde außerdem das Projekt EXINOS2 ausgezeichnet. Entwickelt wurde ein kontinuierlicher Prozess zur Herstellung von Batterien, der die Produktion unter anderem für Elektrofahrzeuge effizienter und flexibler gestalten soll.
Wettbewerb unterstützt Technologietransfer
Mit dem Neuland-Innovationswettbewerb fördert das KIT jährlich Projekte mit Anwendungspotenzial aus Forschung und Entwicklung. Neben Preisgeldern erhalten die ausgezeichneten Teams Unterstützung dabei, ihre Technologien in Wirtschaft und Gesellschaft zu überführen.







