Eine internationale Studie unter der Leitung der University of Galway und im Rahmen des vom Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) geleiteten IEA-Bioenergy-Projekts „BECCUS“ untersucht, wie Holz zur Erreichung von Klimazielen beitragen kann. Im Fokus steht die Kombination aus Holznutzung und Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -Speicherung (BECCS).
Kombination von Nutzung und CO2-Entnahme
Die Studie zeigt, dass eine nachhaltige Waldbewirtschaftung in Verbindung mit einer „kaskadenartigen“ Nutzung von Holz und einer anschließenden CO2-Abscheidung langfristige Klimavorteile bieten kann.
Rest- und Abfallhölzer werden dabei zunächst zu Produkten wie Spanplatten verarbeitet. Am Ende ihrer Nutzungsdauer können sie energetisch verwertet und das dabei entstehende CO2 abgeschieden und gespeichert werden. Gleichzeitig wachsen in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern neue Bäume nach und binden Kohlendioxid aus der Luft, wodurch sie als „Kohlenstoffsenke“ wirken.
Vorteil gegenüber direkter Verbrennung
Nach den Ergebnissen bietet dieser Ansatz größere Klimavorteile als eine direkte energetische Nutzung von Holzresten wie die Verbrennung von holzartigen Reststoffen. Auch gegenüber einer Nichtbewirtschaftung von Wäldern zeigt die kombinierte Nutzung Vorteile. Die Klimabilanz verbessert sich insbesondere dann, wenn Bioenergie mit Verfahren zur CO2-Abscheidung kombiniert wird.
Bedeutung für Klimaneutralität
„Nationale Klimaneutralitätsziele können ohne eine groß angelegte CO₂-Entfernung nicht erreicht werden. Bioenergie mit CO₂-Abscheidung und -Speicherung (BECCS) bietet hier eine der wenigen skalierbaren Möglichkeiten, eine dauerhafte CO₂-Entfernung zu erreichen und gleichzeitig erneuerbare Energie zu erzeugen“, so Dr. George Bishop, leitender Wissenschaftler der Studie an der Universität Galway.
Die Studie ordnet BECCS als eine mögliche Option ein, um CO2 dauerhaft aus der Atmosphäre zu entfernen. Das gilt insbesondere für Bereiche, in denen Emissionen schwer zu vermeiden sind, etwa in der Landwirtschaft, im Luftverkehr oder in der Schwerindustrie.
„Die Untersuchungen und Erkenntnisse der vorliegenden Forschungsarbeit helfen zu verstehen, welchen Beitrag Bioenergie mit CO₂-Abscheidung und -Speicherung als Entnahmetechnologie zum Klimaschutz leisten kann in Verbindung mit einer Biomassenutzung für eine biobasierte Wirtschaft“, sagte Christiane Hennig, Mitautorin und Wissenschaftlerin am DBFZ.
Gleichzeitig betonen die Autorinnen und Autoren, dass der Aufbau entsprechender Infrastrukturen Zeit benötigt.
Ansatz mit langfristiger Perspektive
Der kombinierte Ansatz verbindet nachhaltige Waldbewirtschaftung, Materialnutzung und CO2-Entnahme. Während Holzprodukte Kohlenstoff über ihre Nutzungsdauer speichern, kann BECCS am Ende des Lebenszyklus zusätzliche Emissionen vermeiden.
„Die Schlussfolgerung für die Politik ist klar: Um ehrgeizige Klimaziele zu erreichen, müssen Regierungen der Entwicklung von Technologien zur dauerhaften Kohlendioxidabscheidung und -speicherung Vorrang einräumen und Anreize für die kreislaufwirtschaftliche Nutzung von Holz schaffen, um dessen Lebensdauer als Kohlenstoffspeicher zu verlängern. Durch die Integration von nachhaltiger Waldbewirtschaftung mit Strategien zur kreislaufwirtschaftlichen und kaskadierenden Holznutzung sowie BECCS kann die Weltgemeinschaft einen nachhaltigeren und widerstandsfähigeren Weg zur Klimastabilisierung herstellen“, so David Styles, Mitautor und Professor für Agrar-Nachhaltigkeit an der Universität Galway.
Die Ergebnisse sind im Fachjournal „Communications Earth & Environment“ veröffentlicht.







