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Graphit-Recycling: Preisgekrönte Spitzeninnovation

Anna Vanderbruggen erhielt den EIT Change Award für ihre innovative Methode zum Recycling von Graphit aus gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien. Diese Methode könnte den ökologischen Fußabdruck der Batterieproduktion verringern.

von | 11.11.22

Eva Kaili (links; Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments) und Anna Vanderbruggen bei der Preisverleihung des EIT CHANGE Awards in Brüssel. © EIT/Gregory de Leeuw, photographer for David Plas Photography
11.11.2022 Ι Anna Vanderbruggen erhielt den Change Award des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts für ihre innovative Methode zum Recycling von Graphit aus gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien. Diese Methode könnte den ökologischen Fußabdruck der Batterieproduktion verringern.

Das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) würdigt jährlich die unternehmerischen und gesellschaftlichen Leistungen seiner Innovator:innen. Sie werden mit den EIT Awards in vier Kategorien geehrt: Change, Innovators, Venture und Women Leadership.

Durchbruch für den Graphitgewinn

Vanderbruggen entwickelte eine Methode zur Gewinnung von wertvollem Graphit aus gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien. Das ist auch das Thema ihrer Doktorarbeit, die sie am Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF), einem Institut des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR), verfasst. Mit ihrer Methode gelingt es erstmalig, das feine Pulver aus zerkleinerten Lithium-Ionen-Batterien in zwei wertvolle Produkte zu trennen, statt in eines. Dieses Verfahren ermöglicht ein effizientes und hochselektives Recycling sowohl von Graphit als auch von Metallen aus gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien.

„Mein Ansatz nutzt die in der Rohstoffindustrie bewährte Methode der Schaumflotation, um Graphit zu recyceln. Die Schaumflotation ist ein etablierter und effizienter Prozess für die Trennung wertvoller Mineralien von taubem Gestein für Partikelgrößen von etwa 10 bis 200 Mikrometer. Graphit macht in der Regel 15 – 25 % des Batteriegewichts aus. Durch die Rückgewinnung des Graphits zusätzlich zu den 50 % der Metalle, die bereits jetzt zurückgewonnen werden, können die Recycler die ab 2030 gültige EU-Anforderung von 70 % Materialrecycling erfüllen“, erklärt Vanderbruggen.

Das Ziel ist eine zirkuläre Batterielieferkette, die dazu beiträgt, den ökologischen Fußabdruck der Batterieproduktion und die Abhängigkeit von Rohstoffimporten aus Ländern außerhalb der EU zu verringern. Neben ihrer Arbeit für das HIF ist Vanderbruggen an dem von EIT RawMaterials unterstützten Start-up Erzlabor beteiligt, das Materialien charakterisiert und komplexe Rohstoffe analysiert. Für das HZDR hat die Auszeichnung ebenfalls eine große Bedeutung, denn „der Erfolg von Anna Vanderbruggen zeigt zum einen die Aktualität der Forschung, die am HZDR betrieben wird. Zum anderen steht er für das enorme Potential junger Nachwuchsforscher:innen. Ihre Auszeichnung macht uns stolz und wir gratulieren Anna von Herzen“, sagt Prof. Sebastian M. Schmidt, Wissenschaftlicher Direktor des HZDR.

Innovation trägt zur Energiewende bei

Mit dem Change Award werden die besten Alumni der EIT-Programme für unternehmerische Ausbildung ausgezeichnet. Vanderbruggen ist Absolventin des EIT-Masterstudiengangs Emerald. EIT RawMaterials, das größte europäische Rohstoffnetzwerk, nominierte sie für den Preis.

„Es ist genau dieses Maß an Innovation, das Europa in die Lage versetzen wird, die Ziele der Energiewende zu erreichen, und wir sind sehr stolz darauf, ihren Weg unterstützt zu haben“, sagt Bernd Schäfer, CEO und Managing Director des EIT RawMaterials.

Die jährlichen EIT-Preise heben bahnbrechende Innovationen hervor und zeigen, wie junge Talente einige der großen Herausforderungen Europas angehen.

Zur Webseite des EIT

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Eva Kaili (links; Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments) und Anna Vanderbruggen bei der Preisverleihung des EIT CHANGE Awards in Brüssel. © EIT/Gregory de Leeuw, photographer for David Plas Photography

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