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Forschungszeppelin untersucht Feinstaub in der Arktis

Ein Forschungsteam der Universität der Bundeswehr München untersucht im Projekt „LUKAS” die Belastung der arktischen Atmosphäre mit Aerosolen. Mithilfe eines Forschungszeppelins und stationärer Messsysteme sollen Erkenntnisse über Luftschadstoffe und deren Einfluss auf das Klima gewonnen werden.

von | 10.06.26

Das Forscherteam auf dem Weg vom Hangar zum Startplatz des Forschungszeppelins.
Quelle: Dr. Bendl /UniBwM
Feinstaub Arktis Dr. Bendl UniBwM

Die Universität der Bundeswehr München untersucht mit einem Forschungszeppelin die Verteilung von Aerosolen in der Arktis. Die Messkampagne im Rahmen des Projekts „LUKAS“ soll neue Erkenntnisse über Luftschadstoffe und deren Einfluss auf das Klima und die Wolkenbildung liefern. Ausgangspunkt der Messflüge ist Ny-Ålesund auf Spitzbergen, von wo aus vor 100 Jahren die Luftschiffexpedition „Norge” zum Nordpol startete.

Aerosole beeinflussen Klima und Wolkenbildung

Aerosole sind feine, feste oder flüssige Schwebeteilchen in der Atmosphäre. Sie entstehen sowohl durch natürliche Prozesse als auch durch menschliche Aktivitäten, beispielsweise durch Verkehr, Schifffahrt oder Industrie. Selbst in der abgelegenen Arktis lassen sich diese Partikel nachweisen, da sie durch Luftströmungen über weite Entfernungen transportiert werden.

Besonders während der Polarnacht können sich Aerosole in der Atmosphäre anreichern. Dieses Phänomen, das als „Arctic Haze“ bekannt ist, gilt als wichtiger Forschungsgegenstand der Klimawissenschaft. Aerosole können sowohl eine erwärmende als auch eine kühlende Wirkung haben und beeinflussen zudem die Bildung und Lebensdauer von Wolken.

Messflüge über Spitzbergen

Der rund zwölf Meter lange Forschungszeppelin ist mit Messtechnik zur Erfassung von Aerosolen ausgestattet und wird gemeinsam mit der Karls-Universität Prag betrieben. Während eines vierwöchigen Forschungseinsatzes erstellte das Team ein dreidimensionales Profil der Aerosolbelastung in der Region um Ny-Ålesund.

Das Luftschiff wird vom Boden aus ferngesteuert und fliegt festgelegte Routen in unterschiedlichen Höhen. Ergänzt werden die Messungen durch ein stationäres System, das seit Beginn des Winters einzelne Feinstaubpartikel automatisiert analysiert und die Daten an die Universität der Bundeswehr München übermittelt.

Forschung unter arktischen Bedingungen

Die Messkampagne fand unter anspruchsvollen Bedingungen statt. Starke Winde, wechselnde Wetterlagen und Vereisungen erschwerten den Flugbetrieb. Dennoch konnten nach Angaben des Forschungsteams alle geplanten Messungen durchgeführt werden.

Die deutsch-französische Forschungsstation AWIPEV in Ny-Ålesund unterstützt unter anderem das Projekt. Die Siedlung auf Spitzbergen gilt als wichtiges internationales Zentrum der Arktisforschung.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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