Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Land Baden-Württemberg fördern den Ausbau der Anlage zur elektrodynamischen Fragmentierung (EDF) an der Hochschule Pforzheim mit mehr als 200.000 Euro. Die Anlage wird seit 2014 für Forschungsarbeiten zur Kreislaufwirtschaft eingesetzt und soll nun modernisiert sowie für neue Forschungsfelder erweitert werden. Mit der Forschungsinfrastruktur untersuchen die Forschenden Verfahren zur Rückgewinnung von Rohstoffen aus Verbundwerkstoffen.
Materialverbunde gezielt auftrennen
Die EDF-Technologie nutzt Hochspannungsentladungen zwischen 90 und 200 Kilovolt, um Materialien in einem flüssigen Medium gezielt entlang ihrer inneren Grenzflächen aufzutrennen. Im Gegensatz zu mechanischen Verfahren werden die einzelnen Werkstoffe voneinander gelöst. Dadurch lassen sich Metalle, Seltene Erden und hochwertige Fasern aus Verbundwerkstoffen zurückgewinnen, die bislang häufig nur schwer oder gar nicht recycelbar sind. Zu den Anwendungsfeldern zählen unter anderem Photovoltaikmodule, Rotorblätter von Windenergieanlagen sowie elektrisch betriebene Einweg-Medizinprodukte.
Forschung zu neuen Anwendungen
Mit der Modernisierung der Anlage sollen sowohl die Grundlagenforschung als auch anwendungsnahe Projekte ausgebaut werden. Im Fokus stehen unter anderem Untersuchungen zu komprimierten Gasen als Behandlungsmedium sowie Verfahren zur Rückgewinnung von Metallanteilen aus elektrisch betriebenen Einweg-Medizinprodukten. Ziel ist es, die Einsatzmöglichkeiten der EDF-Technologie über den bisherigen Einsatz zur Materialzerkleinerung hinaus zu erweitern und neue Trenn- und Recyclingverfahren zu erschließen.
Die Forschungsgruppe „Nachhaltige Produktentwicklung“ beschäftigt sich seit 2012 mit ressourcenschonender Produktentwicklung und Kreislaufwirtschaft. Die EDF-Anlage kommt dabei sowohl in Forschungsprojekten als auch für Studien- und Abschlussarbeiten der Fakultät für Technik zum Einsatz.
„Die Förderung durch die DFG und das Land ist eine Auszeichnung für unsere bisherigen wissenschaftlichen Forschungsleistungen mit der Elektropuls-Technik in Pforzheim. Wir verstehen sie gleichzeitig als Ansporn, weiterhin gemeinsam mit Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen kreislaufwirtschaftliche Herausforderungen unserer Gesellschaft anzugehen und mit innovativen Ansätzen zu lösen“, so Prof. Dr. Jörg Woidasky von der Hochschule Pforzheim.







