Generic filters
FS Logoi

Feinkörnige Rückstände aus Industrieprozessen im Kreislauf halten

Industrielle Prozesse sind unweigerlich mit der Entstehung von feinkörnigen Rückständen verbunden. Diese finden nur selten den Weg zurück in die industrielle Wertschöpfungskette. Im Projekt FINEST werden verschiedene Feinststoffströme anthropogenen Ursprungs erfasst und untersucht, um neuartige Konzepte für die Kreislaufführung zu entwickeln.

von | 29.07.22

Industrielle Prozesse sind unweigerlich mit der Entstehung von feinkörnigen Rückständen verbunden. Diese finden nur selten den Weg zurück in die industrielle Wertschöpfungskette. In aller Regel werden sie entsorgt und stellen ein potenzielles Umweltrisiko dar. Im Projekt FINEST, koordiniert vom Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) am Helmholtz-Zentrum Dresden- Rossendorf (HZDR), werden verschiedene Feinststoffströme anthropogenen Ursprungs erfasst und untersucht. Die Untersuchungen haben das Ziel, neuartige Konzepte für ihre Verarbeitung zu entwickeln, um sie im Kreislauf zu halten und verbliebene Reststoffe gefahrlos abzulagern.

Gewinner der Sustainability Challenge

Im Rahmen der Sustainability Challenge der Helmholtz-Gemeinschaft konnte sich das Konsortium bestehend aus dem HZDR, dem Helmholtz- Zentrum Berlin (HZB), dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), der TU Bergakademie Freiberg (TUBAF) und der Universität Greifswald gegen zahlreiche Mitbewerber durchsetzen und erhält 5 Millionen Euro Förderung.

Die Forscher*innen der sechs beteiligten Institutionen beschäftigen sich seit Juli 2022 in dem fünfjährigen Projekt mit Feinststoffen anthropogenen Ursprungs wie Mikroplastik, mineralischen Additiven (Zusatzstoffen) oder metallhaltigen Stäuben, für die es bislang kaum Verwertungsmöglichkeiten gibt. Mittels innovativer Prozesse sollen die derzeit noch sehr niedrigen Verwertungsquoten dieser feinstpartikulären Stoffe erhöht und die verbleibenden Reststoffe unschädlich abgelagert werden, um eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft voranzubringen.

Gemische sind kein Hindernis

Der Ansatz besteht darin, verschiedene Feinststoffströme nicht separat zu behandeln, sondern zu untersuchen, inwieweit eine Mischung die Eigenschaften der Partikel so verändert, dass sie effektiver, effizienter und zu höheren Anteilen verwertet werden können. Innerhalb von drei Teilprojekten werden organische, metallische und Feinststoffarten untersucht, die zu Zement recycelt werden könnten. Materialcharakterisierungen, Erkenntnisse über technologische Prozesse sowie eine technologische und ökonomisch-ökologische Bewertung sollen als Querschnittsaufgaben den Austausch der Teilprojekte untereinander befördern und dadurch insgesamt die Wieder- und Weiterverwertung der Materialien fördern.

HIF-Direktor Dr. Jens Gutzmer ist überzeugt: „Mit dem Projekt FINEST steht uns eine Mammutaufgabe bevor. Doch der innovative Ansatz kann einen wichtigen Beitrag für die Kreislaufwirtschaft leisten. Zudem wird die transdisziplinäre Orientierung einen relevanten Impuls in die Industrie geben, sodass die an vielen Stellen entstehenden feinkörnigen Rückstände zukünftig nachhaltig verwertet können.“

Weitere Informationen: www.hzdr.de

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Innerhalb von drei Teilprojekten werden organische, metallische und solche Feinststoffarten untersucht, die zu Zement recycelt werden könnten. Bild: FINEST

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Entwässerungssystem für Kunstrasenplätze
Entwässerungssystem für Kunstrasenplätze

Im EU-Forschungsprojekt LIFE T4C (Turf4Circular) werden Lösungen für ein nachhaltiges Regenwassermanagement auf Kunstrasenplätzen entwickelt und unter Praxisbedingungen erprobt. Hauraton bringt dafür ein Entwässerungs- und Filtersystem mit digitaler Zustandsüberwachung in zwei Demonstrationsanlagen in Spanien ein.

mehr lesen
KI unterstützt Sortierung und Bewertung von Kunststoffabfällen
KI unterstützt Sortierung und Bewertung von Kunststoffabfällen

Im Projekt K3I-Cycling entwickelt das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF gemeinsam mit 16 Partnern KI-gestützte Methoden für die Sortierung und Verwertung von Post-Consumer-Kunststoffen. Das Institut untersucht unter anderem, wie sich Rezyklate anhand ihres Alterungszustands und ihrer Verunreinigungen bewerten, klassifizieren und gezielt nachstabilisieren lassen.

mehr lesen
Powtech 26: Schüttguthandling mit vereinfachter Reinigung und Wartung
Powtech 26: Schüttguthandling mit vereinfachter Reinigung und Wartung

Coperion stellt auf der Powtech Technopharm 2026 mehrere Lösungen für das Schüttguthandling vor. Im Mittelpunkt stehen ein automatisierter Auszug für Zellenradschleusen und eine Verteilerweiche für die gravimetrische Verteilung von Schüttgütern. Ergänzt werden sie durch einen Doppelschneckendosierer mit kontaktlos arbeitender Fließhilfe.

mehr lesen
Umsatz der Ernährungsindustrie geht im Mai 2026 zurück
Umsatz der Ernährungsindustrie geht im Mai 2026 zurück

Die deutsche Ernährungsindustrie hat im Mai 2026 preisbereinigt weniger umgesetzt als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig hat sich das Geschäftsklima der Branche im Juli verbessert, bleibt jedoch im negativen Bereich. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturreport der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) hervor.

mehr lesen
Katalysator für Gasmotoren mit hoher Schwefelbeständigkeit
Katalysator für Gasmotoren mit hoher Schwefelbeständigkeit

Tanaka Precious Metal Technologies hat mit MOC1-30 einen Methanoxidationskatalysator für Gasmotoren entwickelt. Der Katalysator erreicht auch bei schwefelhaltigen Abgasen nach 1.000 Stunden Dauerbetrieb einen Methanumsatz von über 80 % und soll so die Minderung von Treibhausgasemissionen unterstützen.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03