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CO2 wird zu festem Rohstoff

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt ein Verfahren, das CO2 in festen Kohlenstoff umwandelt. Nun soll die Technologie erstmals in der Industrie eingesetzt werden.

von | 28.04.26

Die NECOC-Versuchsanlage am KIT produziert festen Kohlenstoff aus klimaschädlichem CO₂.
Quelle: Markus Breig
CO2 KIT Rohstoff

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) arbeitet daran, CO2-Emissionen als Rohstoff nutzbar zu machen. Im Forschungsprojekt NECOC (Keine Emissionen durch Umwandlung von Kohlendioxid in Kohlenstoff) wird ein Verfahren entwickelt, bei dem Kohlendioxid in festen Kohlenstoff umgewandelt wird. Dieser kann industriell eingesetzt oder gespeichert werden. Nach erfolgreicher Demonstration im Labormaßstab soll die Technologie nun in die Praxis überführt werden.

Einsatz in Gusseisenproduktion

Im nächsten Schritt wird das Verfahren für den Einsatz in der Gusseisenindustrie weiterentwickelt. Dort entstehen CO2-Emissionen vor allem durch den im Ofen eingesetzten Koks, der sowohl als Brennstoff als auch für metallurgische Prozesse benötigt wird. Künftig sollen die Abgase aus dem Ofen aufgefangen, das enthaltene CO2 konzentriert und in eine NECOC-Anlage geleitet werden.

Vom CO2 zum Rohstoff

In dem Verfahren wird das CO2 zunächst mit Wasserstoff zu Methan umgesetzt. Dieses wird anschließend durch flüssiges Zinn geleitet. Bei hohen Temperaturen zerfällt das Methan in Wasserstoff und festen Kohlenstoff.

Der Wasserstoff kann im Prozess weiterverwendet werden, während der entstehende Kohlenstoff als Rohstoff genutzt werden kann, etwa als Ersatz für fossilen Koks.

Energiebedarf und Flexibilität

Wie andere CCU-Verfahren benötigt NECOC Energie. Das Verfahren ist jedoch flexibel bei der Wahl der Energiequellen und kann unter anderem mit Wasserstoff, Wärme oder weiteren Energieträgern betrieben werden. Für erste industrielle Anwendungen ist der Einsatz von Biogas oder Erdgas vorgesehen.

Weitere Einsatzmöglichkeiten

Neben der Gusseisenproduktion sehen die Forschenden auch Potenzial in anderen Bereichen wie etwa in der Müllverbrennung. Der erzeugte Kohlenstoff kann vielseitig genutzt werden, beispielsweise als Material für industrielle Prozesse, in Batterien oder in Baustoffen.

Förderung und Projektstart

Das Land Baden-Württemberg fördert das Transferprojekt mit rund 1,4 Millionen Euro. Ziel ist es, die Technologie für den industriellen Einsatz weiterzuentwickeln und Kohlenstoffkreisläufe in der Praxis zu schließen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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